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Notenbank verhindert Kollaps von Pensionsfonds

Aufgrund des Kursverfalls des britischen Pfund und des rasanten Renditeanstiegs von Staatsanleihen standen am vergangenen Mittwoch Pensionsfonds des Landes kurz vor dem Zusammenbruch. Im letzten Moment sprang die Bank of England ein und rettete die Fonds mit einer spektakulären Hilfsaktion.

London
© william87 / stock.adobe.com

Die Bank of England hat am Mittwoch (28.9.) mit einer spektakulären Notoperation offenbar einen Finanzkollaps in der City verhindert. Dies berichten diverse Medien, darunter das "Manager Magazin". Der Kursverfall des britischen Pfund und der britischen Staatsanleihen, deren Renditen an diesem Tag auf ein Rekordniveau von vorübergehend mehr als fünf Prozent hochgeschnellt waren, habe zu erheblichen Verwerfungen in der Londoner Finanzwelt geführt. Im Laufe des Mittwochs sei dann das gesamte Rentensystem der Insel ins Wanken geraten, mehrere Pensionsfonds hätten kurz vor dem Zusammenbruch gestanden. Allein das beherzte Eingreifen der britischen Notenbank habe verhindern können, dass es tatsächlich zum Kollaps kam.

Der Markt für britische Staatsanleihen wird von großen Pensionsfonds dominiert. Diese kaufen vor allem langfristige Papiere, die sogenannten Gilts. Auf lange Sicht sind niedrigere Kurse und höhere Anleiherenditen positiv für die Pensionsfonds. Sie versuchen mit Hedging-Strategien, sich vor Inflations- und Zinsrisiken zu schützen. Steigen die Gilt-Renditen, müssen die Fonds unter Umständen einige ihrer Vermögenswerte verkaufen. Da die Verkäufe in normalen Zeiten vorsichtig und geordnet erfolgen können, ist dies nicht problematisch, wie das "Manager Magazin" erläutert. Aufgrund des jüngsten rasanten Renditeanstiegs hätten die Absicherungsstrategien aber komplett zu versagen gedroht und die Lage nur verschärft.

Zusätzliche Sicherheiten
Bei wie zuletzt kurzfristig enorm steigenden Risikoaufschlägen müssen die Pensionsfonds abgesicherte Positionen mit zusätzlichen Sicherheiten unterlegen. Daher seien die britischen Häuser am vergangenen Mittwoch offenbar dazu gezwungen gewesen, Vermögenswerte schnell abzustoßen, um liquide zu bleiben, schreibt das Magazin. Da sie dabei auch weitere Anleihen verkaufen mussten, habe sich die Abwärtsspirale noch beschleunigt. 

Die dramatische Entwicklung am Anleihen- und Devisenmarkt sei dadurch ausgelöst worden, dass die neue britische Regierung am Freitag vergangener Woche (23.9.) ein milliardenschweres Maßnahmenpakt angekündigt hatte, so das Blatt. Damit will sie die hohe Inflation bekämpfen und die britische Wirtschaft ankurbeln. Bis zum Mittwoch verschärfte sich die Situation zunehmend.

Notfallprogramm im Umfang von 65 Milliarden Pfund
Um die Pensionsfonds vor dem Zusammenbruch zu bewahren, brachte die Bank of England schließlich ein Notfallprogramm auf den Weg, das insgesamt 65 Milliarden Pfund (rund 74 Milliarden Euro) umfasst. Die Notenbank wolle nun an 13 Werktagen jeweils fünf Milliarden Pfund (5,6 Milliarden Euro) in den Anleihemarkt pumpen, berichtet das "Manager Magazin". Allein die Ankündigung zeitigt bereits Erfolge: Seitdem erholten sich die Märkte für britische Staatsanleihen deutlich. Das Pfund legte gegenüber anderen Währungen wie dem US-Dollar wieder zu.

Der Vorfall sei "völlig beispiellos", habe der deutsch-britische Ökonom Andrew Lee von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Karlsruhe der Nachrichtenagentur "Bloomberg" gesagt. Solche Maßnahmen seien in der Vergangenheit während der Finanzkrise oder der Corona-Pandemie ergriffen worden – aber noch nie, um die Auswirkungen der Haushaltspläne der eigenen Regierung zu begrenzen. Verschiedene Analysten erklärten dem "Manager Magazin" zufolge, der Eingriff der Zentralbank dürfte den Pensionsfonds nun Zeit verschaffen, ihre Sicherheiten in einer geordneten Weise und mit weniger Druck aufzustocken. (am)

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