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NordLB bald mit neuem Investor als Kernaktionär?

Die staatliche Norddeutsche Landesbank Girozentrale (NordLB) will eine Beteiligung von etwa 30 Prozent an einen neuen Investor verkaufen, um Kapital einzusammeln und eine Finanzierungslücke zu stopfen, wie Bloomberg von Informanten erfahren hat.

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Reinhold Hilbers, Vorsitzender des Aufsichtsrates der NordLB und Finanzminister von Niedersachsen
© Armin Frieling

Das Institut will potentielle Interessenten demnach darum bitten, indikative Gebote für eine Minderheitsbeteiligung abzugeben, parallel dazu bietet das Haus sein Schiffskredit-Portfolien an. Der Umfang der Kapitalerhöhung hängt nicht zuletzt von den Preisabschlägen beim Verkauf der notleidenden Schiffskredite ab, erklärten die Informanten. Zu den Interessenten gehören die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die größte der überlebenden Landesbanken, und die Private-Equity-Firmen Cerberus Capital Management und Apollo Global Management, wie es aus den informierten Kreisen weiter hieß.

Bilanzlücke gilt es zu schließen
Die Eigentümer der Bank hoffen den Informationen zufolge, mit den Einnahmen eine Bilanzlücke schließen zu können. Berichten, wonach das Institut mindestens drei Milliarden Euro benötigt, wurden bislang nicht dementiert. Ende Juni verfügte die Bank über notleidende Kredite im Volumen von 7,7 Milliarden Euro. Die NordLB hatte angekündigt, diesen Wert bis Ende des Jahres 2019 auf unter 5 Milliarden Euro drücken zu wollen.

Mitziehen öffentlicher Eigner an Kapitalerhöhung braucht EU-Zustimmung 
Nach dem Plan der Eigentümer steuert ein neuer Investor rund 30 Prozent des Geldes zur avisierten Kapitalerhöhung der NordLB bei, berichteten die Informanten. Das Land Niedersachsen hält 59,1 Prozent an der Bank und die niedersächsischen Sparkassenverbände 26,4 Prozent. Die verbleibenden Anteile sind im Besitz des Landes Sachsen-Anhalt und der Sparkassen von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Sie alle wollen sich den Angaben zufolge ebenfalls an der Maßnahme beteiligen. Allerdings bedarf jede Kapitalspritze der Genehmigung der EU-Aufsicht.

Gleichzeitig wird die NordLB Angebote für Schiffskredit-Portfolios prüfen
Etwaige Veräußerungen dürften wohl zu einem Buchwert-Abschlag führen und weitere Abschreibungen auslösen, die die Kapitalbasis der NordLB weiter untergraben würden. In den vergangenen Jahren war die NordLB auch durch Problemkredite der Bremer Landesbank belastet worden, die letztendlich 2017 übernommen wurde, um sie vor dem Zusammenbruch zu retten. Die Kernkapitalquote der Bank lag Ende Juni bei 12,4 Prozent. Konzernchef Thomas Bürkle sagte damals, der Ausblick stelle eine große Herausforderung dar.

Indikative Gebote sollen bis zum 8. Oktober eingereicht werden
Reinhold Hilbers, Vorsitzender des Aufsichtsrates der NordLB und Finanzminister von Niedersachsen, hatte im April in einem Bloomberg-Interview signalisiert, dass die Eigentümer der NordLB voraussichtlich bis Ende dieses Jahres über das weitere Vorgehen entscheiden werden. Die Lösung wird am Ende die EU-Aufsichtsbehörden davon überzeugen müssen, dass weitere Barmittel aus öffentlichen Kassen wirtschaftlich vertretbar sind. Die NordLB erklärte in einer Stellungnahme, dass die Bank und ihre Aktionäre eine Vielzahl von Optionen prüften, um auf die wachsenden Aufsichts-Anforderungen vorbereitet zu sein. (kb)

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