Nordea AM: Strategische Wende rückt drei Aktien stärker in den Fokus
Der leitende Portfoliomanager des Aktienfonds "Nordea 1 – Empower Europe Fund" beleuchtet die stärkeren Tendenzen zu mehr wirtschaftlicher Unabhängigkeit in Europa und nennt drei europäische Unternehmen, die davon profitieren könnten.
Eckpunkte:
- Europas Wirtschaft ist von vielen anderen Ländern und Lieferketten abhängig
- Langsam beginnt ein echtes Umdenken
- Damit geraten drei Unternehmen in den Investorenfokus
Die jüngsten Spannungen in einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt haben Europas Verwundbarkeit im Energiebereich erneut deutlich gemacht. Gleichzeitig unterstreichen sie laut René Møller Petersen, Leitender Portfoliomanager, Nordea 1 – Empower Europe Fund, einen langfristigen Strukturwandel, der die Investitionslandschaft in Europa nachhaltig verändert.
Europa wird immer abhängiger
Europa sei zwar nicht der wichtigste Abnehmer des Öls, das die Straße von Hormus passiert. Dennoch wirken sich Störungen laut Møller Petersen auf den globalen Energiemärkten nahezu unmittelbar auf den Kontinent aus. Energiepreise reagieren, Lieferketten geraten unter Druck und die Risiken einer hohen Abhängigkeit von globalen Energieflüssen treten erneut in den Vordergrund.
Die Energieversorgung sei jedoch nur ein Aspekt einer umfassenderen Herausforderung. Ähnliche Verwundbarkeiten bestehen bei Lieferketten, industrieller Produktion, Schlüsseltechnologien und der Sicherheitsinfrastruktur. "Europas Abhängigkeit von externen Anbietern für Rohstoffe, Halbleiter und Verteidigungskapazitäten ist in den vergangenen Jahren zunehmend sichtbar geworden", betont Møller Petersen.
Alter Kontinent reagiert
Europa reagiert darauf mit umfangreichen Investitionen. Kapital fließt verstärkt in Projekte und Unternehmen, die dazu beitragen, strategische Abhängigkeiten zu reduzieren und die wirtschaftliche sowie technologische Widerstandsfähigkeit Europas zu stärken.
Für Investoren rücken damit laut Møller Petersen jene Unternehmen in den Fokus, die von diesem Strukturwandel profitieren und Lösungen in den Bereichen Energie, Industrie und Sicherheit bereitstellen.
Besonders relevant sind drei Themenfelder: Energie-Resilienz, die Rückverlagerung industrieller Produktion sowie Verteidigung und Cybersicherheit.
Mit der steigenden Bedeutung der Energiesicherheit nehmen Investitionen in Elektrifizierung und moderne Stromnetze zu. Gleichzeitig verlagern Unternehmen kritische Wertschöpfungsketten zurück und investieren in moderne Fertigungstechnologien, Automatisierung und Digitalisierung. Das veränderte geopolitische Umfeld führt zudem zu höheren Ausgaben für Verteidigung, Cybersicherheit und Dual-Use-Technologien.
Drei interessante Einzeltitel
Wie sich dieser Wandel in einzelnen Unternehmen widerspiegelt, zeigen Møller Petersen zufolge die folgenden Beispiele:
- Hensoldt ist ein deutsches Verteidigungsunternehmen, das Komponenten für Waffensysteme, Radarsysteme, elektronische Aufklärungs- und Optronsysteme liefert. Man könnte sagen, dass Hensoldt den modernen Streitkräften die Augen und Ohren liefert. Es ist ein wichtiger Zulieferer für Programme wie den Eurofighter Typhoon und hat eine wichtige Rolle bei der Ausweitung moderner Luftverteidigungs- und Überwachungssysteme in Europa gespielt.
- Invisio ist ein schwedisches Small-Cap-Unternehmen, das fortschrittliche integrierte Kommunikationssysteme entwickelt, die speziell für den Einsatz in extremen Umgebungen und kritischen Missionen spezialisiert sind.
- Theon ist ein griechisches Midcap-Unternehmen und weltweit führend in der Entwicklung und Herstellung von Nachtsicht- und Wärmebildsystemen für Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen. (aa)


