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Nomura: Inflation-Linked-Bonds sind jetzt die erste Wahl

Viele Faktoren sprechen dafür, dass sowohl in den USA als auch in Europa die Inflation bald steigt, prognostiziert Holger Brauer von Nomura AM. Der Spezialist für inflationsgeschützte Anleihen verweist unter anderem auf die gestiegenen Rohstoffpreise und emfiehlt daher Inflation-Linked-Bonds.

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Holger Brauer, Nomura: "Die Inflationserwartungen professioneller Prognostiker nehmen zu – trotz der noch verhaltenen Inflationsdaten."
© Axel Gaube / FONDS professionell

Laut Einschätzung von Holger Brauer, Portfolio Manager für Global Inflation Linked Bonds bei Nomura Asset Management könnte sich das Zögern der Fed, die geldpolitischen Stimuli zurückzunehmen, als zu spät erweisen. Auch in der Eurozone und in Japan sieht er wachsenden Inflationsdruck. Er rechnet daher mit steigenden Inflationserwartungen und empfielt Investoren den Kauf von Inflationsgeschützten Anleihen.

Rohstoffpreise erholen sich und sorgen für höhere Preissteigerungsraten
Ein Grund für die niedrige Inflation in den USA seien laut Brauer die schwachen Rohstoffpreise der Vergangenheit. Weil die Preise für Öl und andere Rohstoffe zuletzt gestiegen sind, dürften die Konsumentenpreise in den Vereinigten Staaten bald aber doch noch klettern. "Das ist zum Teil bereits an den höheren Import- und Erzeugerpreisen ersichtlich", sagt Brauer. Sobald die Inflationserwartungen steigen und der Arbeitsmarkt Anzeichen einer Überhitzung zeigt, dürften zudem die Löhne anziehen.

Das Zögern der US-Notenbank Fed, ihre geldpolitischen Stimuli zurückzufahren, könnte sich vor diesem Hintergrund als kritisch erweisen. Eine Steuerreform in den USA, die zunehmend wahrscheinlich ist, würde die Investitionen stimulieren und die gesamtwirtschaftliche Nachfrage beleben – und das in einer Zeit, zu der mehr oder weniger Vollbeschäftigung herrscht. "Das dürfte zusätzlich die Inflation ankurbeln", prognostiziert Brauer.

Inflationsprognosen zeigen steigende Tendenz
Auch in der Eurozone haben die Erzeugerpreise, die als Frühindikator für die Inflation gelten, zuletzt angezogen. "Ferner nehmen die Inflationserwartungen professioneller Prognostiker zu – trotz der noch verhaltenen Inflationsdaten", sagt der Nomura-Mann. Für einen Zeitraum von zwei Jahren stiegen die Erwartungen von 1,6 auf 1,7 Prozent. Für den Fünfjahreszeitraum rechnen Prognostiker mittlerweile mit 1,9 statt 1,8 Prozent. "Das stimmt zuversichtlich und ist deutlich optimistischer als die in den Anleiherenditen implizierte Inflation für diese Zeiträume, die nur bei etwa 1,2 Prozent liegt", so Brauer.

Öffentlichen Schuldnern und Zentralbanken ist nur bedingt zu trauen
Eine Allokation in inflationsindexierten Anleihen seit laut Brauer nicht nur in dieser zyklischen Aufschwungsphase sinnvoll. Sie bietet auch langfristigen Schutz – nicht nur gegen  Protektionismus, sondern auch gegen andere politische Fehler. Die Entwicklung der Staatsschulden aufgrund des ungünstigen demografischen Wandels stellt für fast alle Industrieländer eine Bedrohung dar. Auch Teile der privaten Haushalte und Unternehmen weisen eine ungünstige Schuldendynamik auf. Es ist abzusehen, dass die Fähigkeit der Zentralbanken, die Zinsen zu erhöhen, um die Inflation in Zaum zu halten, dadurch eingeschränkt wird.

Eher werde man laut Brauer das Risiko einer höheren Inflation in Kauf nehmen als die Schuldner zu zwingen, Verbindlichkeiten zurückzuzahlen oder Schuldenschnitte vorzunehmen, denn Letzteres wäre zunächst negativ für die Konjunktur. Noch zweifeln die Rentenmärkte daran, dass der Politik eine nennenswerte Reflationierung gelingt. "Wir sind dagegen
überzeugt, dass die steigenden Inflationserwartungen vom Markt im kommenden Jahr eingepreist werden. Inflationsindexierte Anleihen sollten damit nominale Anleihen outperformen, zusätzlich zu ihrer Funktion als langfristige Versicherung gegen negative Inflationsüberraschungen", erklärt Brauer abschließend. (aa)

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