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Ninety One über die Aussichten für EM-Corporate-Bonds

In der neuen Anlageperiode werden Investoren mit Unsicherheiten hinsichtlich Inflation und Zinssätzen konfrontiert. Schwellenländer-Unternehmensanleihen sind in einem Umfeld steigender Zinsen im Allgemeinen aber sehr gut aufgestellt, hält Ninety Ones Head of Fixed Income fest.

Peter Eerdmans, Head of Fixed Income, Ninety One
Peter Eerdmans, Head of Fixed Income, Ninety One
© Ninety One

Die Unsicherheit in Bezug auf makroökonomische Themen, nicht zuletzt aufgrund der chinesischen Regulierungspolitik, hat die Volatilität am Markt für Schwellenländer-Unternehmensanleihen im Jahr 2021 erhöht. Dennoch hat sich der Markt insgesamt als widerstandsfähig erwiesen. Doch wie stark sind die Fundamentaldaten der Schwellenländer-Unternehmen im Jahr 2022? Dieser Frage geht Peter Eerdmans, Head of Fixed Income, Ninety One, in einem "Institutional Money" exklusiv vorliegenden Beitrag nach.

Fundamentale Stärke hat zugenommen
Wenn man die Neuemittenten aus verschiedenen Ländern der Welt betrachtet, ist es Eerdmans zufolge eine angenehme Überraschung, wie stark diese Unternehmen in den letzten Jahren waren. Ihre Erträge waren beeindruckend, und ihr Verschuldungsgrad ist deutlich zurückgegangen. Der Trend zu sich verbessernden Fundamentaldaten hält an.

In jüngster Zeit haben die Unternehmensergebnisse gezeigt, dass die Erträge nach den Rekordgewinnen von Ende 2020 wieder auf ein normaleres Niveau zurückkehren. Dies hat dazu beigetragen, dass die Verschuldungs-Kennzahlen wieder auf den Stand von 2015 zurückgegangen sind. Mit hohen Margen und starkem Gewinnwachstum werden viele Unternehmen das Jahr 2022 fundamental sehr solide beginnen.

Darüber hinaus dämpfen die unsicheren Aussichten den Appetit auf Investitionen und Expansion, was dazu führt, dass die Unternehmen für kommende Herausforderungen besser aufgestellt sind. Dadurch ist auch die Kreditwürdigkeit vieler Unternehmen heraufgestuft worden. Zusammen mit den insgesamt niedrigen Ausfallquoten ergibt sich daraus ein für Anleiheninvestoren freundliches Umfeld.

Bedenklicher Linksruck
Natürlich sollte man auch mögliche Risiken im Blick behalten, etwa in Bezug auf einzelne Regionen. Betrachtet man die politische Landschaft, so habe die Pandemie das politische Gleichgewicht verschoben. Regierungen auf der ganzen Welt müssen als Reaktion auf die Forderungen ihrer Wählerschaft eine populistischere und linksgerichtete Politik verfolgen. Dies hat in den Schwellenländern in diesem Jahr bereits diverse Risiken einer negativen Berichterstattung mit sich gebracht, und damit auch eine gestiegene Volatilität bei Preisen von Vermögenswerten, da das politische Klima weniger marktfreundlich ist.

Eerdmans geht davon aus, dass dieses Risiko auch 2022 hoch andauern wird, insbesondere in Lateinamerika, wo die bevorstehenden Wahlen zu einer Rhetorik führen, welche die Haushaltsdisziplin untergräbt. In anderen Ländern wie der Türkei bleibt die Anfälligkeit für externe Schocks hoch.

Die Märkte haben Eerdmans Einschätzung nach jedoch einen Großteil dieses neuen Risikos bereits eingepreist, und man konnte beobachten, dass sich sowohl die Risikoprämien für Aktien als auch die Renditenaufschläge für Unternehmensanleihen ausweiteten, denn die politischen Schlagzeilen in Ländern wie Brasilien und China führten zu einer gestiegenen Volatilität bei Unternehmensanleihen- und Aktienmärkten. "Diese Neubewertung einiger Bereiche des Universums für Schwellenländer-Unternehmensanleihen hat zu einer deutlichen Steigerung von Relative-Value-Chancen erhöht, die aktive Manager im Jahr 2022 nutzen können", merkt Eerdmans an.

Weitere Risiken
Ein weiteres Risiko besteht darin, dass in vielen Bereichen des Lebens noch keine Normalität eingekehrt ist. Zudem haben die Folgen der Pandemie zu Unterbrechungen der Lieferketten und einer Verknappung der Ressourcen geführt, was die Inflation in die Höhe treibt. Es ist zwar davon auszugehen, dass der Inflationsdruck im Laufe der Zeit nachlassen wird, doch besteht erhebliche Unsicherheit darüber, wann dies der Fall sein wird, und einige der treibenden Kräfte dürften mittelfristig bestehen bleiben.

Steigende US-Zinsen tangieren EM-Corporate Bonds nur am Rande
Außerdem stellt sich für Eerdmans die Frage, ob Anleiheninvestoren sich um eine Zinserhöhung in den USA sorgen müssen. Sollte die US-Wirtschaft zu vollem Wachstum zurückkehren und die Fed zuversichtlicher werden, dass das höhere Wachstum anhält, würde Ninety One höhere Zinsen und steigende Renditen in der gesamten Welt der festverzinslichen Wertpapiere erwarten.

In einem solchen Umfeld bietet das Universum der Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern - mit seiner geringeren Duration und höheren Spreads als bei Anleihen aus den Industrieländern - Eerdmans Meinung nach ein überzeugendes risikobereinigtes Renditepotenzial.

"In Verbindung mit den bereits erwähnten starken Fundamentaldaten der Anlageklasse sind wir der Ansicht, dass das neue Jahr aus Sicht der Investoren für Schwellenländer-Unternehmensanleihen ein günstiges Umfeld bieten wird", erklärt Eerdmans abschließend. (aa)

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