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Ninety One sieht großes Potenzial bei EM-Hartwährungsanleihen

Der Rentenchef des Asset Managers mit südafrikanischen Wurzeln erläutert, warum Hard Currency Emerging Market Debt aufgrund der positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre wieder mehr Platz in den Portfolios institutioneller Investoren verdient.

Peter Eerdmans, Head of Fixed Income, Ninety One
Peter Eerdmans, Head of Fixed Income, Ninety One: "Auf Hartwährung lautende Staatsanleihen bieten Investoren eine Gelegenheit, von den sich verbessernden Fundamentaldaten und der Kreditdynamik der Schwellenländer zu profitieren – und das ohne Währungsrisiko."
© Ninety One

In den letzten zehn Jahren hat sich die Anlageklasse der Schwellenländer-Hartwährungsanleihen verändert. Wegen der deutlich höheren Renditen im Vergleich zu den meisten anderen Anleihenmärkten interessieren sich Investoren nun wieder für die Anlageklasse. Entsprechend hoch waren die Kapitalzuflüsse in diesem Jahr, schreibt Peter Eerdmans, Head of Fixed Income, Ninety One, in einer "Institutional Money" exklusiv vorliegenden Analyse, in der Eerdmans diese Entwicklung und ihre Bedeutung für Investoren beleuchtet.

Die Fundamentaldaten haben sich laut Eerdmans in den letzten zehn Jahren weiterentwickelt. "Auch wenn sich kein homogenes Bild ergibt, sind insgesamt eine bessere Haushaltslage, eine orthodoxere Geldpolitik und niedrigere Inflation zu beobachten."

Krise hatte Vorteile
Der Zyklus, der 2013 begann und das „Taper Tantrum“ sowie die Rohstoffkrise umspannt, stellte die hiesigen Volkswirtschaften vor besondere Herausforderungen. Er brachte aber auch einige positive Entwicklungen mit sich, denn das schleppende Wachstum und die Krisen in mehreren Ländern förderten ihre Entschlossenheit, Strukturreformen umzusetzen. Bis 2018 hatten sich die Haushalts- und Leistungsbilanzsalden als Ergebnis dieser Maßnahmen spürbar verbessert.

Für zusätzlichen Auftrieb sorgte eine umsichtige und orthodoxe Geldpolitik: Dank ihrer Unabhängigkeit konnten die Zentralbanken die Inflation in den meisten Ländern dauerhaft senken.

Corona löste einen noch nie da gewesenen Nachfrageschock für die Weltwirtschaft aus, dem viele Schwellenländer jedoch erstaunlich gut standhielten.

Breiteres Anlageuniversum
Auch das Anlageuniversum hat sich in den vergangenen zehn Jahren verändert: Viele Länder wurden in den Flaggschiff-Index für Schwellenländer-Hartwährungsanleihen, den JP Morgan EMBI, aufgenommen. Ihre Zahl hat sich von 38 auf 73 fast verdoppelt. Die Analyse des Anlageuniversums ist deutlich anspruchsvoller geworden und erfordert ein ausgefeilteres analytisches Instrumentarium.

Ein Merkmal des erweiterten EMBI ist die steigende Zahl kleinerer und meist weniger liquiden Märkte, darunter Länder in Zentralasien, in Subsahara-Afrika und im Nahen Osten. Diese werden im Allgemeinen vom Mainstream der Investoren nur unzureichend analysiert. Das bietet jenen, die bereit und in der Lage sind, die erforderlichen Analysen durchzuführen, ein größeres Alpha-Potenzial.

Einst stark auf Lateinamerika konzentriert, umspannt das Anlageuniversum nun den gesamten Globus. Dies verstärkt zwar die Diversifizierungsvorteile der Anlageklasse, erhöht zugleich aber auch die Komplexität für Investoren, die zusätzlich zu den sehr vielfältigen marktspezifischen Treibern mit globalen geopolitischen Trends Schritt halten müssen.

Größere Renditestreuung
All dies hat laut Eerdmans dazu geführt, dass die Hochzinsmärkte innerhalb des EMBI an Bedeutung gewonnen haben – Märkte, deren Liquidität häufig zu wünschen übrig lässt. Das Ergebnis ist eine größere Streuung der Renditen, was vor allem mit der Möglichkeit negativer Kreditereignisse zu tun hat. "Heute gleicht das Anlageuniversum einem zum Rennwagen aufgerüsteten Auto, das nun mehr Fahrgeschick und eine sorgfältigere Handhabung erfordert", vergleichtd Eerdmans.

Perfektes Jagdrevier für aktive Manager
Dank der Weiterentwicklung des Schwellenländer-Hartwährungsanleihenmarktes sei dieser heute ein lohnendes Terrain für aktive Manager mit der richtigen Expertise, um Relative-Value-Alpha-Chancen zu entdecken. Denn aus der Komplexität der Analyse vieler dieser Märkte ergibt sich eine Informationsasymmetrie, die Investoren zu ihrem Vorteil nutzen können. Dabei müssen sie die attraktiven Emittenten identifizieren und gleichzeitig negative Kreditereignisse meiden. Dies macht sorgfältige Analysen von Kennzahlen wie Liquidität und Volatilität sowie des Risikoprofils jedes einzelnen Marktes unerlässlich.

Überzeugung sowie eine Portfoliokonstruktion, die auf eine breite Streuung der Renditequellen und eine sorgfältige Steuerung der länderspezifischen Risiken abzielt, sind zentral, um in diesem Anlageuniversum nachhaltige, risikobereinigte Renditen zu erzielen. Hinzu kommt, dass wegen der umfassenden Integration von ESG-Faktoren, die an Bedeutung gewinnt und über die Unternehmensführung hinausgeht, neuartige eigene Analysen zu einem entscheidenden Erfolgskriterium werden.

Guter Einstiegszeitpunkt
Viele Volkswirtschaften in Schwellenländern profitieren bereits von dem Aufschwung nach der Pandemie. Zudem haben sich die Spreads in einigen Schwellenländer-Hochzinsmärkten noch nicht vollständig auf das Vorkrisenniveau erholt. Jetzt sei laut Eerdmans daher ein guter Zeitpunkt, ein Engagement in die Anlageklasse in Betracht zu ziehen. (aa)

 

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