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Ninety One: Afrikanische Anleihen im Auge des Sturms

Großanleger sollten keinesfalls einen Bogen um afrikanische Rentenpapiere machen. Denn der Ausverkauf trotz einiger nennenswerter Fortschritte hat laut dem Head of Fixed Income von Ninety One interessante Opportunitäten geschaffen, die sein Haus aktiv nutzen will.

Peter Eerdmans, Head of Fixed Income, Ninety One
Peter Eerdmans, Ninety One
© Ninety One

Peter Eerdmans, Head of Fixed Income, Ninety One, wirft in einer "Institutional Money" exklusiv vorliegenden Analyse einen Blick auf die jüngsten Marktturbulenzen und Anlagechancen durch relative Bewertungsunterschiede im zunehmend vielfältigen Anlageuniversum Afrikanische Anleihen.

Verkaufsdruck
Hochverzinsliche Hartwährungsanleihen sind in den vergangenen Monaten weltweit stark unter Druck geraten. Im Zentrum des Sturms standen die afrikanischen Märkte. Neben der allgemeinen Eintrübung der Marktstimmung, den steigenden Anleihenrenditen in den Industrieländern, den weltweiten Rezessionsängsten und der Liquiditätsverknappung wurden sie durch Sorgen über die Ernährungssicherheit und Auslandsverschuldung belastet, rekapituliert Eerdmans die wichtigsten Entwicklungen dieses Rentensegments.

Implikationen für die Schuldentragfähigkeit
Die afrikanischen Länder sind in einer recht guten wirtschaftlichen Verfassung ins Jahr 2022 gestartet. Der steigenden Verschuldung standen hohe Liquiditätsreserven und Reformmaßnahmen entgegen. Durch den plötzlichen Stopp ausländischer Anlagezuflüsse in die afrikanischen Anleihenmärkte ist der Reformbedarf noch dringender geworden. Vor allem müssen die afrikanischen Staaten Eerdmans zufolge ihre Abhängigkeit von externer Finanzierung verringern, die inländischen Ersparnisse erhöhen, ihre Widerstandsfähigkeit stärken und sich eine stärkere multilaterale Unterstützung sichern. Der IWF könnte sich veranlasst sehen, einige der postpandemischen Hilfsprogramme zu reaktivieren, merkt Eerdmans an.

Gewinner und Verlierer
Vor diesem Hintergrund rechnen ist Eerdmans zufolge weiter eine sehr unterschiedliche Entwicklung der regionalen Volkswirtschaften zu erwarten – und damit auch Anleihenmärkte. Länder, die willens und fähig sind, ihre öffentlichen Haushalte trotz restriktiverer Finanzierungsbedingungen zu konsolidieren, dürften vergleichsweise gut aufgestellt sein. Diese Märkte bevorzugt Ninety One.

Das Fixed-Income Team von Ninety One hat ein eigenes Modell entwickelt, um zu bewerten, wie anfällig Länder für eine Verschärfung der globalen Liquiditätsbedingungen sind. Es vergleicht die aktuellen wirtschaftlichen, fiskalischen, außenwirtschaftlichen und institutionellen Merkmale einzelner Länder mit denen anderer Länder und dem historischen Durchschnitt. Diese Analyse wird durch eine Bewertung der Abhängigkeit von externer Finanzierung (Reserven und Bruttoauslandsfinanzierungsbedarf) ergänzt.

Ägypten, Ghana und Kenia mit Problemen
Zu den anfälligsten Ländern (mit einem hohen kurzfristigen Bruttofinanzierungsbedarf und schwächeren Kreditfundamentaldaten) gehören Ägypten, Ghana und Kenia. Ninety Ones Ansicht nach haben die Märkte diese Risiken jedoch bereits weitgehend eingepreist. Zudem dürften sich die Liquiditätsbedingungen in diesen drei Ländern und Tunesien künftig leicht verbessern, da alle ein IWF-Programm durchlaufen oder darauf hinarbeiten. Die meisten ausländischen Investoren haben sich bereits zurückgezogen. Dadurch und aufgrund der bereits erfolgten Wechselkursanpassung wird der Mittelabfluss (aufgrund der Verschärfung der Finanzkonditionen) künftig geringer ausfallen. Das Bild ist jedoch sehr gemischt und es bedarf eines sehr selektiven Ansatzes, um in diesem Anlageuniversum nachhaltige Alphachancen zu identifizieren, betont Eerdmans.

Ein dynamisches Universum mit positiven Überraschungen
Die Wachstumsprämie der Frontier-Märkte, zu denen auch viele afrikanische Märkte gehören, ist sowohl auf die demografische Struktur dieser Länder (jüngere, ins Erwerbsleben drängende Bevölkerungen ) als auch auf ihre strukturelle Dynamik (z. B. Übergang von der Agrar- zur Dienstleistungswirtschaft) zurückzuführen. Dadurch kann es in diesem bedeutenden Segment der EM-Anleihenmärkte auch zu plötzlichen positiven Veränderungen kommen.

In Kenia zum Beispiel hat der Oberste Gerichtshof entgegen den Befürchtungen der Investoren unlängst das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen bestätigt. Diese positive Veränderung im Vergleich zu früheren Wahlen unterstreicht Kenias Fortschritt auf dem Weg zu einer funktionierenden Demokratie. Das gleiche gilt für die friedliche Machtübergabe an Sambias neuen Präsidenten. Mit der Wahl des ersten Geschäftsmanns in dieses Amt hat eine potenziell spannende Ära für Anleihenanleger begonnen.

ESG-Bonds aus Afrika
Ein Thema, das mit Sicherheit weiter an Bedeutung gewinnen wird, sind ESG-Anlagen in Afrika. Mehrere Regierungen bemühen sich derzeit um die Schaffung der richtigen Rahmenbedingungen für die Emission von ESG-Anleihen. Angesichts des enormen Kapitalbedarfs für die globale Umstellung auf eine nachhaltigere Wirtschaft wird dies ein wichtiger Schwerpunkt für Regierungen und Investoren sein.

"Kurzfristige Herausforderungen und strukturelle Veränderungen dürften die Diskrepanzen im afrikanischen Anleihenuniversum noch vergrößern. Umso wichtiger ist hier ein aktiver Investmentansatz", betont Eerdmans abschließend. (aa)

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