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Nikko: Asiens Aktien bieten höheres Wachstum mit erheblichem Abschlag

Asiatische Länder haben die Corona-Pandemie besser gemeistert, verfügen über höheres Wachstum und haben reichlich Spielraum für fiskalische und geldpolitische Anreize. Zudem werden asiatische Märkte mit einem erheblichen Abschlag gehandelt, sagen die Experten von Nikko Asset Management.

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© Matthieu / stock.adobe.com

Zum ersten Mal in diesem Jahrhundert enthält ein chinesischer Fünfjahresplan kein explizites Wachstumsziel. Dies spiegelt sowohl die Machtkonsolidierung von Präsident Xi Jinping als auch den Wechsel des Landes von „Quantität zu Qualität“ wider. Im Kern zielt China darauf ab, der Welt gegenüber offen zu bleiben und im Inland den Wandel von infrastrukturbasiertem zu innovations- und konsumbasiertem Wachstum zu vollziehen, stellen die Experten von Nikko Asset Management fest.

China
Ankündigungen oder Zielvorgaben in den Bereichen fiskalische Nachhaltigkeit, Stabilisierung der Lieferketten (vor allem im Bereich Halbleiter) und Bekämpfung des Klimawandels durch das nationale Emissionshandelssystem werden die Bereitschaft der Regierung unterstreichen, ihren Worten Taten folgen zu lassen. Das konsequente Vorgehen gegen Korruption und Machtmissbrauch, auch wenn es sich um die Giganten der digitalen Wirtschaft Chinas handelt, sollte zu einer breiteren und tieferen Innovationskraft führen. "Wir bevorzugen derzeit Investments in Bereichen, in denen sich die Binnennachfrage verbessert, und in Bereichen, die strategisch weiterentwickelt werden", sagen die Experten von Nikko AM. 

Indien 
Die Regierung von Premierminister Narendra Modi hat Reformen in den Bereichen Arbeit und Landwirtschaft durchgesetzt, die bei guter Umsetzung einen Wandel bewirken können. Die Arbeitsmarktreformen haben Beschränkungen für Kündigungen, befristete Arbeitsverhältnisse und Gewerkschaften gelockert und damit die Effizienz erhöht. Die neuen Gesetze reduzieren den Aufwand für die Umsetzung der Vorschriften erheblich, was bisher ein großes Hindernis für Investitionen in arbeitsintensive Sektoren war, die dringend Produktivitätssteigerungen benötigen, wie etwa die Landwirtschaft. Etwa 44 Prozent der 450 Millionen indischen Arbeitskräfte sind in der Landwirtschaft beschäftigt, die aber nur etwa 15 Prozent zum BP des Landes beiträgt. Nikko AM konzentriert sich weiterhin auf Teilsektoren, die von Trends wie Marktkonsolidierung, Formalisierung und Reduzierung von Reibungsverlusten bei der Geschäftsabwicklung profitieren, wie etwa Privatbanken, digitale Dienstleister und Logistikunternehmen. 

Südkorea und Taiwan 
Die zunehmende Digitalisierung der Arbeit und des Handels wurde durch Corona nachhaltig beschleunigt. Und diese Digitalisierung hängt stark von der Halbleiterindustrie und den Technologie-Lieferketten ab. In dieser Hinsicht sind Südkorea und Taiwan gut positioniert, ungeachtet der wachsenden Spannungen zwischen China und den USA. Allerdings dürfte die Weltpolitik weiterhin für Schwankungen sorgen. Trumps „America First“-Haltung hat diese beiden US-Verbündeten bereits dazu genötigt, ihre Beziehungen zu China zu überdenken, der größten Volkswirtschaft in Asien, die immer noch schneller wächst als die meisten anderen Volkswirtschaften. Chinas wiederholtes Eindringen in den taiwanesischen Luftraum ist eine Warnung Pekings an Taipeh und Washington, den Status der „Ein China“-Politik nicht anzutasten. Andererseits spiegelt der geplante Besuch von Präsident Xi in Südkorea eine Verbesserung der Beziehungen wider, auch wenn sich das jederzeit ändern kann. Nikko AM bevorzugt Sektoren wie saubere Technologie, Content und industrielle Automatisierung. 

ASEAN 
In den ASEAN-Staaten wird es nie langweilig. Wenn es nicht das ständige politische Kungeln in Malaysia oder die Regierungswechsel in Thailand (oder dessen Androhung) sind, dann sind es die wilden Schwankungen der indonesischen Rupiah oder des thailändischen Baht. Zuletzt hat der indonesische Präsident die umstrittenen Omnibus-Reformen verabschiedet und damit den Weg für mehr ausländische Direktinvestitionen geebnet. In Indonesien hat Corona darüber hinaus für eine massive Beschleunigung der Digitalisierung gesorgt. Und vor allem Indonesien und Vietnam profitieren von der Umgestaltung der stark von China abhängigen Lieferketten. Malaysia bleibt außer in Nischensegmenten uninteressant. Thailands schwächelnde Wirtschaft braucht einen kräftigen fiskalischen Impuls, der angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen allerdings unwahrscheinlich ist. Singapurs Aktienmarkt bleibt beispielhaft für die Region, wenn auch mit einem besseren Governance-Rahmen. Abgesehen von den anhaltenden Kapitalzuflüssen aus Hongkong gibt es hier wenig Fundamentales, das Nikko begeistert. Die Philippinen zeigen erste Anzeichen einer zyklischen Erholung. Nikko AM begnügt sich vorerst damit, wachsam zu bleiben. (kb)

 

 

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