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Nikko AM: Welche Segmente sind derzeit interessant?

Das Multi-Asset-Team von Nikko Asset Management sieht nicht nur in den USA, sondern auch außerhalb von God's own Country gute Chancen für Wachstums-Assets. Bei einigen Segmenten sollten Investoren aber Vorsicht walten lassen.

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© Torbz / stock.adobe.com

Nach Einschätzung des Multi-Asset-Teams von Nikko Asset Management gibt es Anzeichen für eine bevorstehende Reflation, die auf die gigantischen Unterstützungspakete weltweit zurückzuführen seien. Solche Entwicklungen gingen in der Regel mit einem schwächeren Dollar und oft auch mit einer besseren Aktienperformance außerhalb der USA einher. Für einen Wendepunkt bei den internationalen Kapitalströmen möge es noch zu früh sein, aber es gibt laut Nikko AM erste Anzeichen dafür, dass die Märkte ein solches Phänomen einzupreisen beginnen. Darauf reagiert das Multi-Asset-Team mit Umschichtungen.

Chinesische Aktien boomen
Die Lage in China hat sich zuletzt verbessert, vor allem weil sich dank des vergleichsweisen Erfolgs beim Umgang mit Covid-19 die Nachfrage erholt hat. Dabei dürfe man Nikko AMs Ansicht nach nicht außer Acht lassen, dass A-Aktien oft von lokalen Investoren angetrieben werden. In den vergangenen Wochen haben die Behörden ihre Unterstützung für Aktien signalisiert, die Folge waren erhebliche spekulative Zuflüsse. Liquiditätsgetriebenen Kursrallys läuft das Multi-Asset-Team von Nikko AM aber nicht hinterher. "Aber wir schätzen seit langem die sich verbessernden Fundamentaldaten der A-Aktien, die durch die staatlichen Anreize für den privaten Sektor - einschließlich umfangreicher Investitionen in die Tech-Infrastruktur - und die nach wie vor wachsende Verbrauchernachfrage angetrieben werden. Abgesehen davon schadet die zusätzliche Liquidität sicherlich nicht, insbesondere da die Aktien im Vergleich zum Rest der Welt mit einem immer noch tiefen Abschlag gehandelt werden."

Europäische Aktien angehoben auf neutral
Europa steht besser da als die USA, was Covid-19 angeht, und die Nachfrage verbessert sich, nicht zuletzt aus China. Die fiskalische Unterstützung war umfangreich, und der EU-Konjunkturfonds könnte, falls er genehmigt wird, zusätzliche Mittel für die anfälligeren Randgebiete bereitstellen. Der starke Euro hat bisher nicht auf den Erträgen gelastet.

Bei den Schwellenländern zurück nach Asien rotieren
China sieht Nikko AM positiver, Lateinamerika (und in geringerem Maße auch Europas Schwellenländer) vorsichtiger. Lateinamerika hatte zuletzt von überzeugenden Bewertungen sowie Nachfrage- und Preisentwicklungen bei Rohstoffen profitiert, welche die Region exportiert. Inzwischen sind die Bewertungen weniger überzeugend, und Covid-19 sowie politische Instabilität bleiben große Herausforderungen.

High Yield auf knapp unter neutral gewichtet
Die Spreads haben sich seit Ende März vor allem aufgrund der Unterstützung durch die Geld- und Fiskalpolitik beträchtlich verringert, aber Nikko AM sieht Potenzial für eine weitere Kompression, angetrieben durch verbesserte Fundamentaldaten.

Defensive bevorzugt, Vorsicht bei Immobilienaktien
Nikko AM bevorzugt nach wie vor Aktien gegenüber defensiveren Alternativen. Bei REITs empfiehlt sich aufgrund der Covid-19-Problematik Vorsicht, und obwohl Nikko AM die Infrastruktur als Anlageklasse nach wie vor mögen, beurteilen die Multi-Asset-Experten den Bereich im Vergleich zu anderen Wachstumssegmenten inzwischen vorsichtiger. (aa)

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