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Nikko AM: Downgrades bieten Investoren lukrative Chancen

Vor dem Hintergrund, dass die Bonitäten vieler Kreditanleihen während der Corona-Krise herabgestuft wurden, sieht ein Credit-Manager von Nikko AM nun zahlreiche Opportunitäten, Wichtig ist neuerdings die Analyse der Kennzahl "EBITDAC".

Holger Mertens, Head Portfolio Manager im Global-Credit-Team bei Nikko Asset Management
Holger Mertens, Head Portfolio Manager im Global-Credit-Team bei Nikko Asset Management
© Nikko Asset Management

Licht und Schatten liegen oftmals eng nebeneinander. Das ist auch bei Credits so. So haben angesichts der Viruskrise die Rating-Agenturen Kreditanleihen weltweit massenhaft herabgestuft. Aktive Anleger in dem Segment sollte das aber nicht schrecken – im Gegenteil, sagt Holger Mertens, Head Portfolio Manager im Global-Credit-Team bei Nikko Asset Management.

Neue Kennzahl EBITDAC
Anleger in Unternehmensanleihen stehen vor keiner leichten Aufgabe: Sie müssen die Auswirkungen von COVID-19 auf die Kreditqualität von Unternehmen bewerten. Zwei Ansatzpunkte haben sie dabei: 

Manchen Unternehmen verwenden den neu geschaffenen Begriff: EBITDAC – den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen, Amortisation und Coronavirus. Damit wollen sie zeigen, welche “normalisierten Gewinne” sie ohne die Auswirkungen des Virus erzielt hätten. 

Auf der anderen Seite haben die Rating-Agenturen die Kreditwürdigkeit der Unternehmen aggressiver herabgestuft als in jeder anderen Krise der vergangenen 15 Jahre. Dabei dürfte laut Mertens eine Rolle spielen, dass sich die Agenturen nicht wie nach der Finanzkrise vorhalten lassen wollen, zu lange an zu günstigen Einschätzungen festzuhalten. 

Woran sollen sich Investoren jetzt orientieren?
"Wir geben den Unternehmen Recht, die ihren Blick über die Krise hinweg richten und normalisierte Gewinne ermitteln. Allerdings sollten Analysten das vom Unternehmen berechnete EBITDAC an das anpassen, was sie für richtig halten. Wenn unsere Analysten z.B. in einem Unternehmen einen Geschäftsbereich sehen, der von der aktuellen Situation längerfristig negativ beeinflusst wird, macht es keinen Sinn, vergangene Umsätze und Gewinne wieder hinzuzurechnen", erklärt Mertens.

Auch die Rating-Agenturen liegen mit ihren Herabstufungen oft richtig. Zum Beispiel wird die Freizeitindustrie die Auswirkungen der Pandemie noch jahrelang zu spüren bekommen.

Mertens uns sein Team sind jedoch der Meinung, dass selbst im gegenwärtigen Umfeld einige Sektoren sich um eine mögliche Verbesserung ihrer Kreditqualität bemühen und diese auch erreichen werden. Im Technologiesektor zum Beispiel profitieren einige Unternehmen von der gegenwärtigen Situation, etwa im Bereich der Streaming-Dienstleistungen.

Auch die Banken dürften nicht so hart getroffen werden, wie einige Downgrades vermuten lassen. Sie spielen bei der Übertragung von Liquidität in den privaten Sektor eine wichtige Rolle für die Strategie der Zentralbanken. Im Gegenzug kamen sie in den Genuss von Erleichterungen bei der Regulierung und billigen Finanzierungen. Beides dürfte der Kreditqualität des Sektors zugutekommen. 

"Aktives Portfoliomanagement kann im aktuellen Umfeld seine Hauptvorteile ausspielen: das Gesamtbild richtig erfassen, attraktive Sektoren und Anlagethemen identifizieren und in herabgestufte Anleihen, die trotz günstiger Bewertung fundamental solide sind, umsichtig investieren. Denn erfolgreiche Anlageideen gibt es auch in schwierigen Zeiten", erklärt Mertens abschließend. (aa)

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