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Niedrigzins sinnlos – Neuberger Bermann zerlegt EZB-Politik

Ausgerechnet der für Aktien verantwortliche CIO des Investmenthauses sorgt sich wegen der Niedrigzinspolitik der weltweiten Notenbanken. Diese richten inzwischen mehr Schaden als Nutze an. Für nachhaltig gesunde Märkte bräuchte es demnach eine ganz andere Politik.

mario draghi
Kann ein Draghi alleine Europa retten? Wahrscheinlich nicht ...
© Andreas Arnold / Bloomberg

Eine lockerere Geldpolitik stimuliert meist die Wirtschaft. "In der aktuellen Konjunkturphase ist es aber zweifelhaft, ob eine lockere Geldpolitik wirklich viel bewirkt. Vielmehr ist zu befürchten, dass die Regierungen bei niedrigeren Zinsen ihrer fiskalpolitischen Verantwortung nicht nachkommen und dass unproduktive Unternehmen nicht vom Markt verschwinden. Produktive Unternehmensinvestitionen werden dadurch verdrängt, und insbesondere in Europa könnte das Bankensystem unter Druck geraten", warnt Joseph Amato, Chief Investment Officer Equities bei Neuberger Berman.

Hoher Preis
Zinssenkungen könnten demnach zwar die Konjunktur stabilisieren, aber um den Preis schwachen Wachstums, einer stagnierenden Produktivität und niedriger Eigenkapitalrenditen. "Denken wir an die jüngste Phase 2017 und 2018, als das amerikanische BIP-Wachstum letztmals zulegte. Damals war die Notenbank nicht expansiv. Vielmehr normalisierte sie ihre Geldpolitik weiter, indem sie das Quantitative Easing endgültig beendete. Noch wichtiger war aber, dass die Unternehmenssteuern gesenkt und Regulierungen gelockert wurden", so der CIO weiter.

In Europa müsse man sich über Regulierungen und Unternehmenssteuern verständigen. Nötig sei demnach ein neues Wirtschaftsmodell, das die Anforderungen der stärkeren und der schwächeren Länder miteinander in Einklang bringt. "Lösungen für diese Probleme wären gut für das Geschäftsklima, denn sie würden Investitionen anregen und die Produktivität nachhaltig steigern. Mit niedrigeren Zinsen ist all dies jedoch nicht zu erreichen. Schon seit einigen Jahren fordern Investoren die Regierungen daher auf, ihre Arbeit zu tun", so Amato.

Nachhaltiges Wachstum
"Lassen Sie uns aber fair bleiben", meint der CIO: "Auch Draghi sagt das schon seit Jahren. Vielleicht mit Blick auf sein Bild in den Geschichtsbüchern nach dem Abschied aus der EZB im Oktober, drängte er letzte Woche so entschieden wie nie auf Reformen." Die Geldpolitik funktioniere immer dann am besten, wenn sie mit der Fiskalpolitik an einem Strang ziehe, betonte er und kritisierte die Sparpolitik nach der Finanzkrise.

"Dank des „Zuckerschocks“ der lockeren Geldpolitik legten Staatsanleihen letzte Woche stark zu. Noch nie waren die Zinsen so vieler europäischer Anleihen negativ, und die amerikanische Zehnjahresrendite fiel auf etwa zwei Prozent. Aktien gewannen ebenfalls, allerdings wegen steigender Bewertungen und nicht wegen höherer Gewinnerwartungen. Wie gesagt: Jeder weiß eine Rallye zu schätzen", so der CIO.

Deutsche Probleme
Ein Blick nach Deutschland zeigt für Amato jedenfalls, dass die exportgetriebene, größte europäische Volkswirtschaft in den letzten zwölf Monaten "alarmierend stark nachgelassen. Dabei hat die Fiskalpolitik in Deutschland sehr viel mehr Spielraum als in anderen Ländern. Und doch hat die Bundesregierung nichts getan. Ohne eine expansivere Fiskalpolitik dürften niedrigere Zinsen und Wertpapierkäufe immer weniger ausrichten. Vielleicht reichen solche Notenbankmaßnahmen, damit der lange Konjunkturzyklus weitergeht. Ein höheres und nachhaltigeres Wachstum dürfte sich so aber nicht erreichen lassen. Vielleicht wird es dadurch sogar verhindert", warnt der Neuberger Bermann-Experte. (hw)

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