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„Next Generation EU“ bedeutet Rückenwind aus Brüssel für Small-Caps

Um den EU-Mitgliedsstaaten bei der Bewältigung der verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zu helfen, hat die EU-Kommission einen 750 Milliarden Euro schweren Konjunkturplan vorgeschlagen und den Entwurf für den nächsten langfristigen Haushalt der EU (2021-27) überarbeitet.

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Guillaume Chieusse, Leiter All Cap & Small Cap Opportunities bei ODDO BHF Asset Management
© Oddo BHF AM

"Das Hauptziel des „Next Generation EU“ getauften Plans besteht nicht nur darin, die Wirtschaft anzukurbeln, sondern gleichzeitig auch die digitale Transformation zu beschleunigen und die Gesundheitssysteme zu stärken. Beim "Green Deal", der Klimaneutralität bis 2050 anstrebt, liegt ein besonderer Fokus auf nachhaltigen Investitionen. Zusätzlich gibt es Beträge speziell für kleine und mittlere Unternehmen, deren Überleben nach Ansicht der EU für die wirtschaftliche Erholung der Region entscheidend ist", weiß Guillaume Chieusse, Leiter All Cap & Small Cap Opportunities bei ODDO BHF Asset Management.

Small Caps in Europa als Profiteure
Europäische Small Caps werden gemäß der Analyse von ODDO BHF Asset Management nach von dem Konjunkturpaket besonders profitieren, da viele erfolgreiche Unternehmen aus den besonders geförderten Bereichen Technologie, Gesundheitswesen und alternative Energien in diesem Segment angesiedelt sind. Darüber hinaus sind Small Caps traditionell die Hauptprofiteure staatlicher Konjunkturmaßnahmen, die sich in der Regel an lokal verankerte Unternehmen richten. Viele Small Caps sind in speziellen Nischen oder Regionen marktführend. Das ermöglicht es Investoren mit der entsprechenden Expertise thematisch fokussiert ausgerichtete Portfolios zusammenzustellen, die zum Beispiel von den Unterstützungsprogrammen der EU profitieren.

Förderung der digitalen Transformation
Damit sind höhere Investitionen für eine bessere Konnektivität, ein besserer Schutz vor Cyberkriminalität, künstliche Intelligenz und Cloud Computing verbunden. Von der Einführung des 5G-Mobilfunkstandards werden beispielsweise Halbleiterwerte profitieren. Dazu gehören Maschinenbauunternehmen, die Produktionsanlagen für die Halbleiterindustrie entwickeln und bauen. Auch einer der weltweit führenden Anbieter von kostenloser PC-Software und Virenschutz kommt aus Europa.

Gesundheitssysteme stärken
Das Gesundheitsprogramm mit einem Budget von 9,4 Milliarden Euro (im Vergleich zu lediglich 450 Millionen Euro für das laufende Programm für den Zeitraum 2014-2020) konzentriert sich auf den Schutz vor ernsthaften grenzüberschreitenden Gesundheitsbedrohungen, die Verfügbarkeit von Medikamenten und medizinischer Versorgung und die Stärkung der Gesundheitssysteme. Unter den europäischen Small Caps gibt es nicht nur Unternehmen die Medikamente und medizinische Geräte herstellen, sondern auch solche, die die Lieferkette verbessern oder digitale, computergestützte Überwachung von Systemen anbieten.

Green Deal könnte auch Small Caps helfen
Guillaume Chieusse dazu: "Der ‚Green Deal‘ wird eine massive Welle von Renovierungs- und Erneuerbare-Energie-Projekten auslösen. Das sollte Unternehmen im Bereich Wind- und Sonnenenergie zu Gute kommen. Gleichzeitig könnte die Entwicklung einer sauberen Wasserstoffwirtschaft in Europa neue Impulse erhalten. In Europa gibt es gerade im Bereich der erneuerbaren Energien innovative Unternehmen: zum Beispiel Albioma, ein französischer Anbieter von erneuerbarer Energie auf der Basis von Biomasse (Bagasse, dem faserigen Rückstand von Zuckerrohr) und Solaria, ein spanisches Unternehmen, das sich mit hochinnovativen Produkten auf photovoltaische Solarenergie konzentriert. Vom Trend zur wachsenden Nutzung von Wasserstoff könnte beispielsweise Plastic Omnium profitieren. Das französische Unternehmen, ein Pionier auf dem Gebiet der Wasserstoffspeicherung, hat kürzlich angekündigt, dass es als Teil eines europäischen Projekts zur Entwicklung sauberer Mobilität Wasserstoffspeichersysteme an den niederländischen Lkw-Hersteller VDL liefern wird. Wer in innovative europäische Small-Caps investiert, kann sich in den nächsten Jahren also über Rückenwind aus Brüssel freuen." (kb)

 

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