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Newton und LGIM über Crash, Defaults und eingeschränkter Fed

Fixed-Income-Experten von Newton und LGIM sind über die jüngsten Kursverläufe besorgt. Denn die Zweitrundeneffekte der laufenden Entwicklung könnten zu noch größeren Problemen führen. Die Marktentwicklung sorgt inzwischen dafür, dass bald auch die Möglichkeiten der Fed eingeschränkt sind.

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© freshidea / stock.adobe.com

Das erstmalige Absacken der Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen unter 1,0 Prozent alarmiert die Märkte. „Diese Kursbewegungen sind außergewöhnlich und lassen eine gewisse Panik erkennen“, schreibt Paul Brain (Bild links), Manager des BNY Mellon Global Dynamic Bond Fund und Leiter Fixed Income bei Newton, einer Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management, in einer aktuellen Einschätzung.

Laut Chris Jeffery (Bild rechts), Leiter Zinsen und Inflation bei Legal & General Investment Management, sind seit 1990 die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen nur 14 Mal um mehr als 20 Basispunkte an einem einzigen Tag gefallen, wobei die große Mehrheit davon während der Finanzkrise 2008/09 stattfand. Der jüngste Rückgang war mit einer Abflachung der Zinskurve verbunden, im Gegensatz zur Dynamik der letzten Woche, als die kurzlaufenden Papiere den Ton angaben.

Zentralbanken sind gefordert
Der anhaltende wirtschaftliche Schock werde nach Einschätzung Brains weitere Maßnahmen der Zentralbanken auslösen, allerdings nicht nur in Form von Zinssenkungen. Risikoaktiva wie Aktien und Unternehmensanleihen haben sich relativ gut gehalten – jedenfalls besser als die niedrigen Renditen der US-Treasuries vermuten lassen. „Vielleicht erleben wir jetzt aber eine Kapitulation in diesen Segmenten, weshalb die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie US-Treasuries steigt“, sagt Brain.

Defaults werden zunehmen
Dazu kommt, dass die Märkte möglicherweise an Liquidität verlieren – insbesondere an einem Freitag – und daher die Kursreaktionen in einem solchen Umfeld übertrieben sein können. Viele Anleger sind von den Auswirkungen der Virus-Krise auf die Realwirtschaft überrascht worden und dürften jetzt Positionen auflösen, die nicht mehr passend sind.

„Wahrscheinlich werden wir weitere Verluste bei Unternehmens- und vielleicht auch Staatsanleihen erleben. Auch ein temporärer Einbruch des Cashflows kann sich zu einem Liquiditätsengpass entwickeln, was dann in Zahlungsrückständen und im Extremfall zum Ausfall der Anleihen führen kann“, warnt Brain.

Hoffen auf QE
Derzeit konzentrieren sich die Märkte auf die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die kurzfristigen Zinsen wieder auf null senkt und die quantitative Lockerung erneut in Gang setzt. „Da die Zahl der Coronaviren-Fälle jeden Tag weiter in die Höhe schießt, muss ein Investor sehr mutig sein, sich dem Trend entgegenzustemmen. Die erwartete Volatilität für den größten Teil der Laufzeitstrukturen verringert sich aktuell trotz des starken Intra-Day-Handels. Der Markt erwartet eindeutig, dass die Zinssatzuntergrenzen bald die Handlungsmöglichkeiten der Fed einschränken werden“, kommentiert LGIMs Jeffery abschließend. (aa)

 

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