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Neuverschuldung: Neuer Emissionsrekord könnte Markt belasten

Die Primäraktivitäten des Bundes werden sich zwar verlangsamen, die Neu-Emissionen an Staatsanleihen werden aber 2021 auf einen Rekordwert klettern. Das von LBBW prognostizierte Timing sowie die Aufschlüsselung der einzelnen Kategorien haben wir in der unten angeführten Galerie zusammengefasst.

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Mögliche Belastung im ersten Halbjahr
Auf der Zeitachse liegen die Schwerpunkte der Nettoemissionen des Bundes, "welche für die Kursentwicklung am deutschen Staatsanleihemarkt c.p. eine Belastung implizieren, im ersten und zweiten Quartal", wie es in der LBBW-Analyse heißt.

Im Auftaktquartal dürfte das Nettoangebot angesichts moderater Rückflüsse von 32 Milliarden Euro bei rund 28 Milliarden Euro liegen. Dank der weiterhin hohen Nachfrage der Anleger nach sicheren Anlagen und der Rückendeckung durch die EZB-Anleihekaufprogramme kann jedoch laut Einschätzung der LBBW als gesichert gelten, dass der Bund auch weiterhin problemlos genügend Abnehmer für seine Anleihen finden wird – und zwar ohne, dass dabei selbst für die neuen ultralanglaufenden Emissionen nennenswert höhere Renditen geboten werden müssen als die derzeit über das ganze Laufzeitspektrum hinweg negativen Niveaus es anzeigen.

Anm.: Bei schlechter Lesbarkeit des Charts bitte ins Lupenelement rechts oben klicken.

Die Corona-Pandemie wird der Primärmarktaktivität des Bundes laut Studie von LBBW auch im laufenden Jahr ihren Stempel aufdrücken. Das Angebot an Staatsanleihen am Kapitalmarkt – also von nominalverzinslichen Emissionen des Bundes –, welche eine Ursprungslaufzeit von mehr als einem Jahr aufweisen, dürfte demnach gegenüber dem Rekordwert des laufenden Jahres  um sechs Prozent auf 240 Milliarden Euro zulegen. Dieses Wachstum ist zwar deutlich, im Vergleich zum vergangenen Jahr aber sogar moderat, als da ein Anstieg um sage und schreibe 42 Prozent eingetreten ist.

Steigender Finanzierungsbedarf
Eingerechnet in den für 2021 genannten Wert sind Emissionen von inflationsgeschützten Anleihen im Volumen von voraussichtlich gut sieben Milliarden Euro, wobei der Bund laut LBBW voraussichtlich bereits im ersten Quartal des nächsten Jahr erstmals seit dem Jahr 2015 wieder eine Neuemission in diesem Marktsegment anzubieten plant. "Die zu erwartende Steigerung des Kapitalmarktangebots steht im Kontext eines noch stärker anschwellenden Gesamtfinanzierungsbedarfs des deutschen Staates von 16 Prozent auf rund 470 Milliarden Euro, welchen der Bund jedoch in etwa zur Hälfte über kurzlaufende Geldmarktpapiere (Bubills) deckt. Im Kapitalmarktsegment steigert der Bund vor allem das Begebungsvolumen 2-jähriger Schatzanweisungen um 14 Prozent auf 64 Milliarden Euro sowie 5-jähriger Bundesobligationen um 20 Prozent auf 48 Milliarden Euro. Das Emissionsvolumen der 10-jährigen Bundesanleihen ohne grüne Bunds bleibt mit 48 Milliarden Euro nahezu unverändert", wie die Bank analysiert.

Eine grafische Aufschlüsselung der Emissionstätigkeit sowie des von LBBW prognostizierten Timings und der damit implizierten möglichen Belastung des Marktes finden Sie in der oben angeführten Bildgalerie. Bitte entweder oben ins Bild oder einfach hier klicken. (hw)

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