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Neueste sentix-Umfrage: Bemerkenswerter Momentumverlust

Der Behavioral-Finance-Spezialist sentix misst für dieses Monat einen weiteren Rücksetzer des hauseigenen Konjunktur-Gesamtindex für Euroland. Daran schuld sind die immer schlechteren Lagewerte. Etwas Hoffnung gibt hingegen die Einschätzung der „Erwartungen“.

sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner
sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner
© sentix

„Auch im Februar notieren wir einen erneuten Rückgang des sentix Konjunktur-Gesamtindex für Euroland um 2,2 Punkte auf -3,7. Vor allem die Lagewerte sind mit ihrem ebenfalls sechsten Rückgang hierfür verantwortlich“, erklärt sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner. „Auch in Deutschland läuft es nicht anders: Gesamtindex und die aktuelle Lage geben zum vierten Mal nach. Der Momentumverlust bleibt bemerkenswert.“

Euroland: Lagewerte gehen stark zurück
Bemerkenswert an den Februar-Daten für die Eurozone sei laut sentix der kräftige Einbruch bei den Lagewerten. Diese sinken um 7,2 Punkte auf 10,8 Zähler, das ist der tiefste Wert seit Dezember 2016. „Zwar kann damit noch immer nicht von einer Rezession gesprochen werden, aber am aktuellen Rand scheinen die Wachstumskräfte gefährlich schnell und stark zu erlahmen“, erläutert Hübner mit Verweis auf nachfolgende Grafik:

Brexit wirft seinen Schatten voraus
Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung dürfte laut Einschätzung Hübners mehr und mehr im nahenden Brexit liegen. Die Wirtschaft muss sich angesichts der ungeklärten politischen Lage nun mit den Notfallplänen auseinandersetzen. Viele im UK-EU-Handel exponierte Unternehmen schielen derzeit nicht auf Wachstum, sie wären wohl mit einem stabilen Geschäft in den nächsten Monaten schon zufrieden.

Mit Blick auf das zweite Halbjahr geht die Mehrzahl der Anleger bislang aber noch nicht davon aus, dass die Euroland-Konjunktur nachhaltig in die Rezession gleitet.

Der Blick der Anleger richtet sich vielmehr verstärkt auf die Notenbanken. Hier wittern die Anleger nun Potential für gewisse Lockerungsschritte, vor allem durch die US-Notenbank. Neben dem Themenindex für die Konjunktur sind nun auch die Sub-Indizes für Inflation und die Notenbankpolitik leicht ins Plus gedreht.

„Auch wenn es zinsseitig etwas mehr Grund für Hoffnung gibt, scheint angesichts der Probleme bei den Konjunktur-Lagewerten die zuletzt in Medien lesbare Aussage „Zinsen gut, alles gut“ nicht angemessen“, erklärt Hübner.

Deutschland schmiert ab
Auch bei der langjährigen Wachstumslokomotive Deutschland läuft es schon lange nicht mehr rund. Der Gesamtindex fällt auch hier zum vierten Mal in Folge auf 3,1 Punkte, der niedrigste Stand seit August 2012. Damit verliert die Konjunkturlokomotive der letzten Jahre für Euroland weiter kräftig an Schwung.

„Die Lagewerte verlieren satte neun Punkte und notieren bei 25,8 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 2014. Das deutsche Exportmodell steht angesichts des nahenden Brexits und der Probleme im, für die Autoindustrie wichtigen, chinesischen Absatzmarkt unter Druck. In diesem Umfeld verwundert es sehr, welche Diskussionen und Beschlüsse sich die deutsche Regierung leistet“, kritisiert Hübner.

USA hält sich noch robust
Auch wenn der partielle „Shutdown“ der US-Administration zunächst wieder aufgehoben ist: In den USA ist dennoch ein spürbarer Dynamikverlust entstanden, wie der vierte Rückgang in den Lagewerten unterstreicht. Nichtsdestotrotz ist die US-Konjunktur im internationalen Vergleich relativ robust.

Die wesentlichen Belastungsfaktoren sind aber noch nicht endgültig geklärt. „Der US-China-Handelsstreit harrt einer dauerhaften Befriedung und das Thema Shutdown kommt ab Mitte Februar wohl wieder auf die Agenda. Ab 1.3., wenn die US-Schuldengrenze wieder aktiv wird, könnte sich dieser Streit sogar noch verschärfen“, erklärt Hübner abschließend. (aa)

 

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