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Neuer Tenno, neues Glück: Neue Ära in Japan nun auch für Aktionäre?

Johan du Preez äußert sich über die Aussichten für japanische Aktien nach der Inthronisation des neuen Kaisers zum 1. Mai 2019. Kommt Value nun vielleicht zurück?

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„Reiwa heißt das neue kaiserliche Zeitalter Japans – frei übersetzt bedeutet das in etwa: Schöne Harmonie. Wir denken, dass nun auch für japanische Value-Aktien harmonischere Zeiten kommen", sagt Johan du Preez (Bild), Head of Japanese Equities bei M&G Investments.
© M&G Investments

Bisher setzen Investoren in Japan noch verstärkt auf Wachstumstitel. Seit der Technologieblase gab es noch nie eine so breite Renditekluft zwischen Wachstums- und Value-Titeln. Dabei war es von 1995 bis zum Ausbruch der globalen Finanzkrise leicht, mit japanischen Value-Aktien Geld zu verdienen. In den letzten Jahren allerdings favorisierten Anleger eher Wachstumspapiere und investierten zum Beispiel in japanische Robotikfirmen oder die Halbleiterindustrie. Sie weigerten sich hartnäckig zu glauben, dass die japanische Wirtschaft nach Jahrzehnten der Leistungsschwäche ihre Rentabilität tatsächlich steigern könnte.

Operative Margen steigen schon seit längerem wieder
Ein Blick auf wertorientierte japanische Großunternehmen zeigt jedoch, dass diese Denkweise veraltet ist: Seit fast zehn Jahren gehen die operativen Margen größerer Unternehmen außerhalb der Finanzbranche nach oben. In vielen Fällen wuchs der Ertrag bei Value-Aktien sogar stärker als bei Growth-Titeln. Es scheint also, als gelte die Korrelation von Ertragswachstum und Aktienkursen bei Value-Aktien nicht mehr.

Einstiegsgelegenheit
Dieses Szenario führt zu guten Einstiegspreisen für Anleger, die glauben, dass japanische Unternehmen bei ihrer Rentabilität echte Fortschritte machen können. Dazu kommen weitere erfreuliche Entwicklungen, wie Verbesserungen in der Corporate Governance oder Steigerungen bei den Eigenkapitalrenditen. Sowohl die Dividendenausschüttungen als auch die Aktienrückkäufe nähern sich historischen Höchstständen. Unternehmensleitungen zeigen eine größere Bereitschaft, mit Investoren in den Diskurs zu treten. Bei den Aktienrenditen und operativen Margen haben japanische Firmen mittlerweile vor allem andere entwickelte Märkte eingeholt.

Hälfte der kotierten Unternehmen notieren unter Buchwert
Nach Jahren der Ineffizienz lassen sich viele Investoren auch von diesen Verbesserungen nur schwer überzeugen. Darum wird die Hälfte der japanischen Unternehmen immer noch unter ihrem realen Buchwert gehandelt. Zum Vergleich: In Europa sind es nur zwanzig Prozent und in den USA sogar weniger als zehn Prozent der Unternehmen. "Wir sehen daher im Japan der neuen Ära erhebliche Chancen für langfristig orientierte Investoren“, sagt du Preez. (kb)

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