Neuer Dax-Rekord: DZ Bank sieht weiteres Potenzial
Eine Senior-Analystin der DZ Bank erläutert die Gründe für das erstmalige Erreichen der 26.000-Punktemarke beim Dax und nennt ein neues Kursziel per Jahresende.
Eckpunkte:
- Mehrere Gründe sind dafür verantwortlich, dass der Dax erstmals höher als 26.000 Punkte notiert
- Per Jahreende kann sich die DZ Bank in Person von Birgit Henseler auch 27.500 Punkte vorstellen
Innerhalb von nur drei Wochen hat der deutsche Leitindex mehr als 1.300 Punkte gutgemacht. Den unmittelbaren Impuls liefert laut Birgit Henseler, Senior-Analystin bei der DZ Bank, die geopolitische Entspannung: "Washington hat neue Gespräche mit Teheran angekündigt und den geplanten Großangriff abgesagt. Der Ölpreis gab daraufhin deutlich nach. Dadurch sinken auch die Inflationsrisiken und der Druck auf die Notenbanken, die Leitzinsen weiter anzuheben."
Gute Nachrichten von den Unternehmen sorgen für weiteren Rückenwind
Eine große Rolle spielt laut Henseler auch die Berichtssaison zum zweiten Quartal, die in den USA und in Europa bislang besser verläuft als erwartet. In Amerika haben überraschend viele Unternehmen ihre Gewinnerwartungen übertroffen und blicken nun zuversichtlicher auf den weiteren Jahresverlauf. In Europa geht das Gewinnwachstum zu einem erheblichen Teil auf den Energiesektor zurück. "Die Analysten haben inzwischen aber auch ihre Schätzungen für zyklische Branchen wie Industrie und Chemie angehoben. Die Gewinnbasis der Rally wird somit breiter", merkt Henseler an.
Dax dieses Mal im Vorteil
Dem Dax kommt zudem seine Indexzusammensetzung zugute. Durch seinen Schwerpunkt auf Industrie-, Finanz- und zyklische Konsumwerte ist der Index von der aktuellen Diskussion, ob es eine KI-Blase gibt, weniger stark betroffen als reine Tech-Indizes. Vielmehr profitiert der deutsche Leitindex über seine starken Industriewerte selektiv vom globalen KI-Investitionszyklus, der sich nach der jüngsten Volatilität wieder fortgesetzt hat.
Nach dem Kursfeuerwerk sind laut Henseler kurzfristig Gewinnmitnahmen möglich. Der Aufwärtstrend ist aber intakt. "Solange eine erneute Eskalation im Nahen Osten ausbleibt und sich die Gewinnschätzungen bestätigen, sind 27.500 Punkte zum Jahresende weiterhin erreichbar", prognostiziert Henseler. "Das größte Risiko geht nach wie vor von der Geopolitik aus. Außerdem könnten steigende Renditen infolge einer geldpolitischen Straffung und der wachsenden Staatsverschuldung den Bewertungsspielraum am Aktienmarkt einengen." (aa)

