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Neue Finanzkrise? Ex-Fed-Chefin warnt vor "Löchern im System"

Im Sommer hatte Janet Yellen noch ausgeschlossen, dass es zu einer neuen Finanzkrise kommen könnte. Jetzt ist die frühere Fed-Präsidentin zurückgerudert und warnt: Sie hält das Krisenmanagement der USA nicht für effizient genug.

Janet Yellen
Janet Yellen: "Die Instrumente, um auf drohende Probleme zu reagieren, sind in den Vereinigten Staaten nicht sehr wirkungsvoll."
© Andrew Harrer / Bloomberg

Nachdem die ehemalige Präsidentin der amerikanischen Notenbank, Janet Yellen, noch im Juni 2017 eine Finanzkrise wie vor zehn Jahren in naher Zukunft ausgeschlossen hatte, warnt sie einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zufolge jetzt vor gigantischen "Löchern im System" – die schlimmstenfalls bald zu einer weiteren Krise führen könnten. Besondere Sorgen bereiten ihr zwei Faktoren: US-Unternehmen haben enorm hohe Schulden, und zugleich neigt die US-Regierung dazu, die Aufsichtsregeln an den Finanzmärkten wieder zu lockern.

"Die Instrumente, um auf drohende Probleme zu reagieren, sind in den Vereinigten Staaten nicht sehr wirkungsvoll", gab sie in einem öffentlichen Gespräch in New York mit dem Ökonomen Paul Krugmann zu bedenken – und verwies dabei auf die Kredite an Unternehmen mit schwacher Bonität. Auch die US-Notenbank Fed ist wegen der sogenannten Leveraged Loans beunruhigt, lockerte aber trotzdem vor kurzem die Aufsichtsregeln für Banken. Neuerdings müssen nur die großen, international tätigen Banken wie die Bank of America oder JP Morgan strenge Eigenkapital- und Liquiditätsregeln (Basel III) einhalten. 

Unternehmensschulden und steigende Zinsen als weitere Risiken
Yellen betonte in dem Gespräch, die hohe Schuldenlast amerikanischer Unternehmen stelle in einem Abschwung ein Risiko dar, weil dann zahlreiche Insolvenzen drohten. Außerdem sieht sie in den steigenden US-Zinsen eine Gefahr für bonitätsschwache Schuldner, die riskante High-Yield-Anleihen begeben haben. Schwächere Unternehmen könnte der aktuell hohe Schuldendienst überfordern. Viele dieser Unternehmen müssten wegen des gestiegenen Ausfallrisikos höhere Zinsen zahlen. (fp/aa) 

In wie weit die hohe Verschuldung von Corporate America die Quelle für eine Finanzkrise wie beispielsweise im Jahr 1929 sein könnte, soll in der März-Print-Ausgabe von "Institutional Money" (1/2019) thematisiert werden. Was denken Sie darüber? Die Online-Umfrage finden Sie auf der Startseite von "Institutional Money" rechts unten oder HIER.

 

 

 

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