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Neuberger Berman ruft zur globalen Neupositionierung auf

Das Umfeld für Rentenmärkte wird komplexer. Laut Neuberger Berman ist die Ära der „einfachen Gewinne“ vorbei. Ein leitender Marktstratege analysiert, warum institutionelle Anleger auf globale Diversifikation und aktive Währungsstrategien setzen müssen.

Paul Grainger, Senior Portfolio Manager, Global Fixed Income bei Neuberger Berman
Paul Grainger, Senior Portfolio Manager, Global Fixed Income bei Neuberger Berman© Neuberger Berman

Eckpunkte:

  • Regionale Unterschiede nehmen zu und bieten Chancen für aktives Management
  • Der niedrige Tech-Anteil in Europa dient als Puffer gegen mögliche KI-Rückschläge in den USA
  • Währungen werden zur eigenständigen Ertragsquelle

„In der Vergangenheit führten weitreichende Trends zu hohen Korrelationen zwischen den Rentenmärkten. Diese beginnen nun jedoch, schwächer zu werden“, erklärt Paul Grainger, Senior Portfolio Manager, Global Fixed Income bei Neuberger. In dem aktuellen Ausblick „Diversification Without Complication“ erinnert er, dass die „Easy Beta“-Phase, in der sinkende Zinsen fast überall für Gewinne sorgten, beendet ist.

Regionale Divergenz als Chance
Während in den USA eine nachlassende Konjunktur Raum für Zinssenkungen schaffen könnte, unterscheidet sich laut Grainger die Lage in Europa und Japan deutlich. In Europa könnten die Zinsen wegen des schwachen Wachstums und der Nahost-Krise stagnieren, sieht Grainger. Japan bietet dagegen durch die Zinswende und knappe Staatsanleihen neue Chancen. „Absolute und relative Allokationen über verschiedene Länder und Laufzeiten hinweg erhöhen die Chancen auf Ertrags- und Alpha-Generierung“, so der Stratege.

Europa als KI-Puffer
Da die Kredit-Spreads in den Industrieländern derzeit eng sind, geht es laut Neuberger Berman mehr um Verluste zu vermeiden als um die maximale Renditeausschöpfung. Hier bietet die geografische Streuung einen Vorteil.

Branchenfokus: USA vs. Europa

Die europäische Unternehmenslandschaft weist einen deutlich geringeren Technologieanteil auf als die US-amerikanische (drei Prozent gegenüber Zehn Prozent). Das könnte als laut Grainger als Puffer wirken, falls der KI-Aufschwung in den USA ins Stocken gerät. Quelle: Neuberger Berman

Währungen als eigenständige Ertragsquelle
Nach Einschätzung von Grainger können institutionelle Anleger globale Anleihen dazu nutzen, durch gezieltes Währungsengagement die Risiken abzusichern oder die Gesamtrendite des Portfolios zu verbessern, ohne die zugrunde liegende Anleiheauswahl zu verändern. „Dabei geht es nicht darum, sich gezielt gegen den US-Dollar zu positionieren, sondern das Anlageuniversum zu erweitern“, erklärt Grainger.

Qualität bleibt das Fundament
Ziel von Neuberger Berman sei es, Zugang zu einem breiteren Spektrum hochwertiger Anleihen zu erhalten, ohne das Qualitätsprofil des Portfolios grundlegend zu verändern. Globale Kernallokationen bilden laut Grainger eine stabile Basis, die durch dynamische Beimischungen von High-Yield- oder Schwellenländeranleihen ergänzt werden kann. (da)

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