Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Ad

Ohne Umwege zu Private Assets

Weltweit verwaltet Schroders über EUR 29 Mrd. in Private Assets. Das Produktspektrum umfasst dabei Immobilien, Private Equity, ILS, Infrastrukturanlagen und Privat Debt. Meiden Sie Umwege - hier mehr erfahren!

Anzeige
| Märkte
twitterlinkedInXING

Neuberger Berman ist pessimistisch und rät zu hohen Cashquoten

Der US-Vermögensverwalter kann derzeit für keine der großen Assetklassen eine klare Kaufempfehlung abgeben. Das liegt am Konjunkturzyklus, bei dem die zuletzt veröffentlichten Zahlen zur Vorsicht mahnen. Neben hohen Cashquoten sind aber ausgewählte Nebensegmente durchaus noch interessant.

Erik Knutzen, Chief Investment Officer Multi-Asset Class bei Neuberger Berman
Erik Knutzen, Chief Investment Officer Multi-Asset Class bei Neuberger Berman
© Neuberger Berman

„Diese Woche erscheint der Quartalsausblick unseres Asset-Allocation-Ausschusses. Der wichtigste Punkt: Wir erwarten eine Rückkehr des „Zweiklassenwachstums““, schreibt Erik Knutzen, Chief Investment Officer Multi-Asset Class bei Neuberger Berman in einer aktuellen Markteinschätzung.

Das letzte Mal sprach Neuberger Berman Mitte 2018 davon, als das Wachstum in den USA dank Steuersenkungen und zusätzlicher Staatsausgaben höher war als in den übrigen Ländern. Auch jetzt glaubt Knutzen, dass die USA stärker wachsen als andere Industrienationen. Diesmal erwartet er, dass sich das US-Wachstum zwar nur auf niedrige zwei Prozent einpendelt, aber doch stark von der Entwicklung Europas, Japans und Teilen der Emerging Markets abweicht. Dort befindet sich die Industrie in einem starken Abschwung.

Durchwachsene Lage
„Seit sich unser Ausschuss Ende September traf, haben die Konjunkturdaten diese Sicht bestätigt“, betont Knutzen.

Dem Markit-Einkaufsmanagerindex (PMI) zufolge ist das verarbeitende Gewerbe im Euroraum im September stark geschrumpft, ähnlich wie in den schwierigen Jahren 2011 und 2012. Damals wurden so viele Stellen gestrichen wie seit sechs Jahren nicht mehr.

Eine Woche später wurde bekannt, dass die Auftragseingänge der deutschen Industrie im August erneut gefallen sind. Seit dann noch bekannt wurde, dass das deutsche BIP im zweiten Quartal geschrumpft ist, fürchten viele eine technische Rezession im Herzen Europas.

Die USA scheinen hingegen wesentlich besser dazustehen. Aber auch hier ist das Bild keineswegs rosig.

Der ISM-Einkaufsmanagerindex für die amerikanische Industrie war im September schockierend schwach. Unter den Umfrageteilnehmern finden sich aber überdurchschnittlich viele internationale Großunternehmen. Der eher binnenorientierte Markit-PMI für die US-Industrie hat sich unterdessen deutlich von seinem Zehnjahrestief im August erholt. Der uneinheitliche Arbeitsmarktbericht einige Tage später schien sogar das „Goldilocks“-Szenario zu bestätigen – die Aussicht auf ein zwar unspektakuläres, aber doch stetiges Wachstum in nächster Zeit.

Alles in allem sieht es laut Knutzen einer recht stabilen US-Konjunktur aus, während der Abschwung in den übrigen Ländern an Fahrt gewinnt.

Pessimistische Einschätzung
Das Asset Allocation Committee hat seine Einschätzung der Konjunktur in den USA und den übrigen Ländern entsprechend aktualisiert. „Bei allem relativen Optimismus für die USA sollte man aber nicht übersehen, dass wir für Aktien weltweit pessimistisch sind. Vor Ende 2020 rechnen wir zwar nicht mit einer Rezession, weder in den USA noch weltweit“, erklärt Knutzen.

Nachlassendes Wirtschaftswachstum, eher hohe Aktienbewertungen und negativ verzinsliche Anleihen im Wert von etwa 15 Billionen US-Dollar machen es aber nicht leicht, auch nur irgendeine große Assetklasse positiv einzuschätzen.

Aus fundamentaler Sicht können die Aktienkurse nur dann steigen, wenn entweder die Bewertungen deutlich zulegen oder steigendes Weltwirtschaftswachstum zu höheren Unternehmensgewinnen führt. Für die bevorstehende Berichtssaison erwartet Knutzen aber eher niedrigere Gewinne als vor einem Jahr und nur einen leichten Anstieg seit Jahresbeginn. Für das nächste Jahr sind nur wenige Beobachter optimistischer.

Selbst bei einer unerwartet starken Konjunktur dürften viele politische und geopolitische Risiken in den nächsten Monaten für Marktvolatilität sorgen. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China dürfte noch mehr Unsicherheit bringen. „Wir alle bereiten uns auf ein unruhiges Wahljahr in den USA vor, zumal gerade ein Impeachment geprüft wird. Es stehen neue wichtige Entscheidungen zum Brexit an, einmal mehr spitzt sich die Lage im Nahen Osten zu, und die Diskussionen über die Notenbankpolitik werden immer politischer“, schreibt Knutzen.

Cash ist eine Option, es gibt aber auch Alternativen
Angesichts all dessen kann das Asset Allocation Committee – erstmals in diesem Aufschwung – Geldmarktpositionen etwas abgewinnen, da es internationale Aktien und Anleihen jetzt negativer einschätzt. Positiv sieht es lediglich einige kleinere, günstig bewertete Marktsegmente wie amerikanische Small Caps, höherwertige High-Yield-Anleihen und Loans sowie inflationsindexierte Papiere.

Ansonsten setzt der Ausschuss auf abgesicherte und unkorrelierte Strategien, die ohne hohe Aktien- und Zinsrisiken auskommen – und auf Private Equity, dessen eher hohe Bewertungen durch operative Fortschritte der Unternehmen ausgeglichen werden können.

„Der Konjunkturzyklus geht in seine Endphase, und die Risiken nehmen zu. Wir meinen, dass dies Investoren zur Vorsicht mahnen sollte“, warnt Knutzen abschließend. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren