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Neuberger Berman: Bis zu 20 Prozent mit EM-Lokalwährungsbonds möglich

Schwellenländeranleihen gewinnen laut Neuberger Berman wieder an Attraktivität. Vor allem Lokalwährungsanleihen und Frontier Markets bieten derzeit attraktive Renditechancen, sagte Experte Rob Drijkoningen zu "Institutional Money". Den Iran-Konflikt sieht er eher als temporären Belastungsfaktor.

Rob Drijkoningen, Neuberger Berman
Rob Drijkoningen, Neuberger Berman© Neuberger Berman

Kernpunkte:

  • Rating-Upgrades auf breiter Front
  • Bonds in Lokalwährung besonders attraktiv
  • Frontier-Markets-Anleihen als Diversifikator

Schwellenländer rücken nach Einschätzung von Neuberger Berman wieder stärker in den Fokus internationaler Investoren. „Die Art und Weise, wie Investoren auf Emerging Markets blicken, hat sich in den vergangenen sechs bis zwölf Monaten grundlegend verändert. Sie haben wieder die Aufmerksamkeit breiter Anlegerkreise gewonnen“, sagte Rob Drijkoningen, Global Co-Head Emerging Markets Debt bei dem amerikanischen Asset Manager, in einem Interview in Frankfurt.

Ein wichtiger Grund dafür ist aus Sicht des Experten die makroökonomische Entwicklung. „Das Bild der Schwellenländer hat sich deutlich verbessert, insbesondere im Vergleich zu den Industrieländern. Das BIP-Wachstum in Emerging Markets liegt inzwischen fast zwei Prozentpunkte höher“, so Drijkoningen. Gleichzeitig habe es in den vergangenen Jahren einen breiten Zyklus von Ratingverbesserungen gegeben. „Ich habe selten eine so große Zahl von Ländern gesehen, die sich gleichzeitig auf einem klaren Verbesserungspfad befinden.“

Trotz geopolitischer Spannungen sieht der Anleihespezialist den Investmentcase für Emerging Markets derzeit nicht grundsätzlich gefährdet. „Iran belastet Schwellenländeranleihen im Moment zwar, aber man muss über den aktuellen Konflikt hinausblicken“, sagte Drijkoningen. Das Basisszenario seines Hauses sei ein weiter schwelender Konflikt mit "besser handhabbarer Intensität". Allerdings gebe es auch Risiken: „Das Tail-Risiko einer längerfristigen Schließung der Straße von Hormus wäre klar negativ für Emerging Markets.“

Höhere Zinsen und schwacher Dollar
Für besonders attraktiv hält der Experte aktuell Anleihen in Lokalwährung. „Wir sind in Lokalwährungsanleihen übergewichtet. Sie sind attraktiver als Dollar-Anleihen, unter anderem wegen der höheren Zinsen und eines schwächeren Dollars“, sagt Drijkoningen. In einigen Märkten seien sogar Renditen von 20 Prozent und mehr möglich.

Auch Frontier Markets spielen in der Strategie eine wichtige Rolle. „Lokalwährungsanleihen aus Frontier Markets haben sich als guter Diversifikator erwiesen. Wir sehen, dass sie eine sehr geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen aufweisen.“ Beispiele für interessante Märkte seien etwa Ghana, Sambia, Uganda, Nigeria oder Ägypten.

KI ist zweischneidig
Die Rolle der Künstlichen Intelligenz für Schwellenländer bewertet Drijkoningen ambivalent. Kurzfristig profitierten viele Märkte vom Ausbau der globalen KI-Infrastruktur, etwa als Energie- oder Rohstoffexporteure. „Langfristig könnte künstliche Intelligenz für Emerging Markets jedoch auch eine Herausforderung werden, weil Produktivitätsgewinne angesichts unterschiedlicher Ausbildungsniveaus stärker in Industrieländern entstehen dürften“, sagt Drijkoningen. (dv)/(aa)


Veranstaltungshinweis:
Neuberger Berman zählt zu den Sponsoren des 17. Institutional Money Kongresses, der am 24. und 25. März 2026 im Frankfurter Congress Center stattfindet. Neuberger Bermans Leonardo Bernardini, Client Portfolio Manager Emerging Market Debt, wird am Kongress in einem Gruppengespräch zum Thema "Emerging Market Debt – Back in the Spotlight" mit dem bekannten VBV-Manager Franz Lischka diskutieren.

Mehr Informationen dazu und eine Anmeldemöglichkeit finden Sie nachfolgend.

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