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Neuberger Berman: Beendet ein „schlafender Riese“ die Hausse?

Der Neuberger Berman-Fondsmanager Jon Jonsson geht in seiner Analyse von einer Rückkehr der Inflation aus und nennt dafür gute Gründe. Unter anderem verweist er auf eine ähnliche Entwicklung in den 1960er-Jahren, bevor in den 1970er Inflation und Zinsen nach oben gingen. Ob sich das wiederholt?

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Jon Jonsson, Senior Portfoliomanager bei Neuberger Berman, hält am 11. Institutional Money Kongress in Frankfurt einen Workshop mit dem Titel: "Make Bonds Great Again – handeln Sie flexibel & opportunistisch."
© Neuberger Berman

Auch wenn viele Marktteilnehmer aufgrund von Faktoren wie Globalisierung, eCommerce, Automatisierung und der Pensionierung der geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer-Generation von weiterhin sehr niedrigen Inflations- und damit Zinssätzen ausgehen, sollten institutionelle Investoren die Gefahr einer höheren Inflation keineswegs unterschätzen. „Wir glauben, das ist vorschnell geurteilt. Auch in den frühen 1960er Jahren, vor einer langen Phase mit Schüben hoher Inflation, existierte eine sinkende Arbeitslosigkeit parallel zu niedriger Inflation. Betrachtet man etwa den US-Verbraucherpreisindex CPI im Zeitverlauf, liegt die aktuelle Kerninflation in den USA nahe dem Mittelpunkt der üblichen historischen Spanne. Der plötzliche Rückgang der Inflationsrate im Frühjahr und Sommer 2017 erregte zwar die Aufmerksamkeit der Anleger. Doch grundsätzlich ist das gegenwärtige Inflationsniveau gar nicht so ungewöhnlich niedrig, Jon Jonsson, Senior Portfolio-Manager bei Neuberger Berman, der am ersten Kongresstag folgenden Workshop am 11. Institutional Money Kongress hält: „Make Bonds Great Again – handeln Sie flexibel & opportunistisch

Erste Anzeichen eines Inflationsanstiegs?
Und statt eines weiteren Rückganges lassen sich laut Jonsson derzeit eine Reihe von Anzeichen für einen beginnenden Inflationsanstieg erkennen.

So habe sich hat sich beispielsweise die Produktionslücke in den USA, also die Differenz zwischen realisiertem BIP und potenziellen BIP bei voller Kapazitätsauslastung, komplett geschlossen. Dies legt nahe, dass viele der Kräfte nun nachlassen, die seit der Finanzkrise die Produktivität drosselten, was wiederum für höhere Löhne und Gehälter spricht. „Kurz: Ein weiteres Anziehen des Wachstums wirkt inflationsfördernd“, erklärt Jonsson.

Ein weiterer eindeutiger Hinweis auf einen bevorstehenden Inflationsanstieg ist der Erzeugerpreisindex (PPI) in China: Er ist seit 2016 schnell gestiegen. Da viele von US-Konsumenten gekaufte Waren aus China stammen oder dort weiterverarbeitet wurden, ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend – wie schon in der Vergangenheit – auch auf den US-Verbraucherpreisindex auswirken wird.

Auch bei der Beschäftigung und den Löhnen tut sich etwas: So zeigen Daten des Bureau of Labor Statistics, dass fast 41 Prozent des US-Stellenwachstums seit 2007 auf Niedriglohnjobs entfallen, während Hochlohnjobs nur 25 Prozent stellen. Richtig ist auch, dass diese Niedriglohnstellen seitdem ein unterdurchschnittliches Lohnwachstum verzeichnen. Allerdings scheint jetzt die Wende gekommen: Der Niedriglohnsektor erlebte 2017 den stärksten Sprung im Lohnwachstum im Jahresvergleich. Andere Indikatoren, wie der Index für Beschäftigungskosten und der Atlanta Fed Tracker, zeigen ebenfalls Anzeichen für eine Belebung der Preissetzungsmacht. Überdies deutet eine sinkende Sparquote darauf hin, dass die Verbraucher, selbst bei einem niedrigen Lohnwachstum, zunehmend zuversichtlicher Geld ausgeben.

Und schließlich zeigen breitere Datensätze als die traditionellen Inflationsmessungen, wie der von der Federal Reserve Bank von New York berechnete UIG (Underlying Inflation Gauge), einen klaren Aufwärtstrend bei den Preisen, beginnend Anfang 2016.

„Wahrscheinlichstes Szenario ist daher die Rückkehr einer steigenden Inflation, aber auf moderatem Niveau, die sich den Zielen der Zentralbanken annähert und nicht weit darüber hinausgeht“, prognostiziert Jonsson.

Wie sollten Institutionelle sich also positionieren?
Gerade für Anleiheinvestoren sei das Umfeld laut Jonsson wenig eindeutig. Die Programme der Zentralbanken zur quantitativen Lockerung und die Laufzeit dieser Anlagen haben in den letzten Jahren für stark rückläufige reale und nominale Renditen gesorgt. Selbst angesichts zehnjähriger Breakeven-Inflationsraten von unter zwei Prozent sind die realen Renditen in den meisten Industrieländern alles andere als attraktiv.

Allerdings gibt es durchaus Potenzial. Für diejenigen, die bereit sind, das Risiko von Anlagen in Peripherieländern der Eurozone einzugehen, bietet der Anleihemarkt Italiens zum Beispiel fast 80 Basispunkte an realer Rendite. Für Anleger, die bereit sind, sich an den Märkten der Schwellenländer zu engagieren, bieten Mexiko und Brasilien 3,5 beziehungsweise mehr als fünf Prozent. Anleger sollten überdies auf Flexibilität setzen und auch Multi‑Sector-Credit-Strategien in Erwägung ziehen.

„Unabhängig von ihrer derzeitigen Positionierung sind Anleger gut beraten, die Inflation weltweit eher als schlafenden Riesen zu betrachten. Zwar dürfte ihr Comeback weniger dramatisch ausfallen als in den 1970er Jahren. Wegen der aktuellen Bewertungen an den Anleihemärkten können daraus aber immer noch deutliche Verluste entstehen – die Risiken, die mit einer entsprechenden Vorbereitung einhergehen, sind dagegen verhältnismäßig gering“, erklärt Jonsson abschließend. (aa)


Institutionelle Investoren, die auch 2018 und darüber hinaus eine gute Performance erzielen wollen, sollten sich unbedingt am 11. Institutional Money Kongress Ende Februar 2018 über die neuesten Trends und Entwicklungen informieren, um den "entscheidenden" Informationsvorsprung zu haben oder um die während des Anlagejahres auftauchende Fallstricke rechzeitig zu identifizieren und bestmöglich zu vermeiden.

Neben den übergeordneten Keynotes von vier namhaften Starreferenten und "IM Spezial" locken vor allem die zahlreichen Workshops und Gruppengesprächen unserer Sponsoren.

Neuberger Berman hält wie oben bereits angekündigt, einen Workshop über die Aussichten am Rentenmarkt. Mehr Informationen sowie eine Anmeldemöglichkeit finden Sie nachfolgend:

Eine Anmeldung zu diesem exklusiven Kongress und "jährlichen Pflichttermin" für Institutionelle ist noch bis 22. Februar 2018 möglich. Melden Sie sich rasch an!

 

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