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Neuausrichtung im Aktienfondsmanagement bei Veritas: Fokus auf Quality, Governance und Tail Risk

Dirk_SöhnholzDr. Dirk Söhnholz (Bild), seit September 2013 CIO der Veritas Investment GmbH mit langer Feri-Vergangenheit, beginnt mit jenen entscheidenden Dingen, auf welche viele andere keinen Gedanken verschwenden, nämlich mit der Investmentphilosophie als Basis der Kapitalanlage: "Tatsächlich ist die Investmentphilosophie entscheidend. Wenn auch niemand sagen kann, ob ein systematischer, prognosefreier Ansatz besser ist als andere, so macht es doch Sinn, nicht alles auf eine Karte zu setzen und beispielsweise neben quantitativen Strategien, die letztlich auch prognoseorientiert arbeiten, komplett systematisch prognosefrei anzulegen."
 
Aktienselektion und Indexzusammenstellung getrennt
 
Neben dem risk@work-Ansatz auf Basis des Kelly-Kriteriums, wie ihn Pall Mall unter dem gemeinsamen Veritas-Pall Mall-Dach anbietet, hat Veritas nun einen Ansatz weiterentwickelt, wie dieser komplett seit Mai 2013 im Veri-Valeur Aktienfonds umgesetzt wird: Dieser trennt den Selektionsprozess und den Indexkompositions-Prozess, wie dies im Übrigen auch EDHECs Smart Beta-Ansatz vorsieht (siehe den Artikel in der demnächst verfügbaren Printausgabe 3/2013 von INSTITUTIONAL MONEY).
 
Governance-Kriterien als Erfolgsfaktor
 
Die Aktienauswahl (30 Titel) geschieht prognosefrei und systematisch nach den Kriterien "Quality" (beispielsweise Gewinnqualität der Unternehmen), "Governance" und "Tail Risk", die Indexzusammensetzung folgt dem Gleichgewichtungsansatz (1/N), der ein Renditeplus im Vergleich zum marktkapitalisierungsgewichteten Ansatz verspricht, wofür ein Mehr an Risiko in Kauf zu nehmen ist. Doch dieses will man bei Veritas neben dem Fokus auf Qualität durch die Anwendung bestimmter Governance-Kriterien wieder reduzieren. Dafür arbeitet man mit einem externen Anbieter zusammen, der in der Lage ist, das Universum von 3.000 Weltaktien nach insgesamt 150 ESG-Kriterien zu screenen. Söhnholz: "Dieses Haus verfügt über die Möglichkeit, Aktien im Hinblick auf die Erfüllung von bis zu 34 Governance-Kriterien zu untersuchen, und dies noch dazu bis 2004 zurück."
 
Das eröffne Chancen, jene Governance-Kriterien herauszuschälen, die besonders geeignet seien, Risiken vermeiden zu helfen. Nicht nur Veritas selbst könne daher umfangreiche Backtests durchführen, auch institutionelle Kunden und Family Offices könnten sich ihren eigenen Governance-Kriterienkatalog für Spezialfondsmandate "customizen" und selbst Rückrechnungen vornehmen, resümiert Söhnholz.
 
Alternative Verteilungsfunktionen modellieren Tail-Risks
 
Der dritte wichtige Faktor neben "Quality" und "Governance" ist die Vermeidung extremer  Risiken (Fat Tails). Zu diesem Zweck hat sich Veritas mit einem Mathematiker zusammengetan, dessen Arbeitsschwerpunkt in der Modellierung von Naturextremereignissen liegt. Nachdem nun einmal die Renditen am Kapitalmarkt nicht der Normalverteilungsannahme entsprechen, geht es hier darum, Verteilungsfunktionen für Aktien zu finden, mit denen man die Wahrscheinlichkeit für Fat Tails anhand historischer Daten errechnen kann. Tatsächlich konnte man zwei alternative Verteilungsfunktionen finden, denen die meisten Aktien gehorchen, und dieses Know-how fließt in die Aktienselektion beim Veri-Valeur Fonds ein.
 
Unter dem Aspekt der Kostenoptimierung - man denke nur an die Finanztransaktionssteuer - wurde ein quartalsweises Rebalancing festgelegt, wobei einzelne Titel bei signifikanten Verschlechterungen etwa im Governance-Rating auch zwischendurch ausgetauscht werden können.
 
Söhnholz denkt aber schon weiter und überlegt einen Roll-out des Ansatzes in Richtung "Listed Real Estate" und "Listed Infrastructure": Die ersten Simulationsrechnungen zeigen hervorragende Ergebnisse, und zwar ohne rückwärtsgewandte Optimierung." Listed Real Estate wird ab 01.10.2013 live gehen, Infrastruktur folgt dann am 01.02.2014. (kb)
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