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Schwellenländer und Nachhaltigkeit: Traumpaar oder Albtraum?

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Wir haben unsere Titelauswahl um ein ESG-Signal erweitert, das sich auch auf Schwellenländer anwenden lässt. ESG-Reporting reicht in den Emerging Markets erst bis etwa 2012 zurück, doch seither werden auch dort Scores erhoben, sodass Daten vorliegen.

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Ned Davis Research: So geht es an den Märkten weiter

Tim Hayes, Chief Global Investment Strategist von Ned Davis Research, gab anlässlich des „Private Banker`s Lunch“ der Kathrein Privatbank einen ausführlichen Marktausblick, in dem er analysierte, ob die Aktienhausse weitergeht und ob an den Rentenmärkten eine Blase platzt.

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Tim Hayes, Ned Davis Research: „Übergewichten Sie Aktien gegenüber Anleihen und Cash.“
© Institutional Money

„Angesichts der unsicheren Marktlage gibt es für Investoren keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, sich die Analysen und Prognosen von Ned Davis Research anzuhören“, erklärte Kathrein Privatbank-Vorstand Dr. Harald Thury bei der Eröffnung des jüngst veranstalteten „Private Banker`s Lunch“. Immerhin lag Tim Hayes, Chief Global Investment Strategist von Ned Davis Research, einem der größten und bekannteste Research-Daten-Lieferanten für institutionelle Investoren aus den USA, mit seinen Prognosen vergangenes Jahr richtig, als er von einer Fortsetzung des sekulären Bullenmarkts ausging. 

Aufbauend auf historischen Zeitreihen, Charts sowie vielen anderen quantitativen Faktoren und technischen Indikatoren kam Hayes zum Schluss, dass der Aktien-Bullenmarkt auch dieses Jahr weitergehen sollte. Der optimistisch gestimmte US-Amerikaner glaubt sogar, dass an den Aktienmärkten ein neues All-Time-High erreicht werden wird, bevor im Anschluss eine kräftige Korrektur kommt und wahrscheinlich ein neuer Bärenmarkt droht. Denn laut Hayes und seinen historischen Zeitreihen sei vor dem Hintergrund des seit 2009 laufenden Bullenmarkts der nächste Bärenmarkt längst überfällig.

Stürmisches Fahrwasser voraus
Selbst wenn die Aktienmärkte dieses Jahr noch haussieren sollten: Investoren müssen sich an wesentlich höhere Kursschwankungen gewöhnen. Die Zeiten langsam und stetig steigender Aktienkurse ohne größere Korrekturen, zumindest auf Indexebene, seien für längere Zeit vorbei. „Investoren haben vergessen, dass Korrekturen ganz normal sind“, erklärte Hayes bei der Präsentation einer Grafik, die zeigt, dass Anfang Februar 2018 ein historischer Rekord aufgestellt wurde. Noch nie in der US-Börsengeschichte gab es beim S&P 500 eine derart lange Phase von über 300 Börsentagen, in der die Kurse ohne einen zwischenzeitlichen Verlust von mehr als drei Prozent stiegen (siehe die Grafik oben in der Bildergalerie). Anfang Februar 2018 war es mit der „gewohnten“ Ruhe schlagartig vorbei, als eine Schieflage bei vielen VIX-Spekulanten innerhalb von wenigen Stunden für wesentlich höhere Volatilität sorgte und damit eine weltweite Verkaufslawine bei den Aktienkursen lostrat (siehe Bilderstrecke oben). Laut Hayes habe der Pessimismus jüngst Niveaus erreicht, die zuletzt bei der Korrektur Anfang 2016 verzeichnet wurden. Er geht daher davon aus, dass die Korrektur bald vorbei ist und die Aktienkurse wieder in Richtung Norden marschieren.

Vieles spricht für Aktien
Institutionelle Investoren sollten jedenfalls auch ein Auge auf die Entwicklungen am Rentenmarkt richten. Falls dort die Zinsen zu stark steigen sollten, würde dies die Aktienmärkte jedenfalls belasten. Derzeit verkraften Dividendentitel jedoch noch das mittlerweile gestiegene Zinsniveau. Für mehr Risiko und damit für Aktien spricht darüber hinaus, dass der Technologieaktiensektor trotz seiner mittlerweile ambitionierten Bewertung im Vergleich zum Gesamtmarkt outperformt, während Versorgeraktien weiterhin zur Underperformance neigen. Daher sei für Aktieninvestoren noch immer der „Risk-on-Modus“ empfehlenswert.

Abgesehen von der Markttechnik haben sich bei Aktien mittlerweile auch die fundamentalen Bewertungen verbessert. Denn aufgrund steigender Unternehmensgewinne sowie fallender Aktienkurse sind die KGVs auf Indexebene spürbar zurückgegangen. Seitens möglicher negativer Gewinnrevisionen droht derzeit nur wenig Gefahr. Auch die Zentralbanken verfolgen weltweit betrachtet trotz einer restriktiveren Fed unterm Strich noch immer eine expansive Geldpolitik, die dafür sorgt, dass die kurzfristigen Realzinsen um die Nulllinie schwanken und damit Anleihen Aktien wenig Konkurrenz machen.

Konkrete Allokations-Empfehlungen
Vor diesem Hintergrund erachtet Hayes Aktien zumindest im Vergleich zu Rentenpapieren als günstig bewertet und empfiehlt, weiterhin in Unternehmensbeteiligungen investiert zu bleiben. „Aktien sind im Vergleich zu Renten noch immer günstig.“ Derzeit rät Hayes Aktien wie gehabt mit 65 Prozent zu gewichten, was nicht weit von der historischen Maximalgewichtungsempfehlung von 70 Prozent entfernt ist. Zum Vergleich: Im zweiten Halbjahr 2015 betrug die empfohlene Aktiengewichtung für ein paar Wochen 55 Prozent und Ende 2008/09 etwa 25 Prozent. „Übergewichten Sie Aktien gegenüber Anleihen und Cash“, betonte Hayes.

Bei der Aktientangente empfiehlt Hayes eine Übergewichtung von Japan und Emerging Markets, während Europa, Großbritannien und Kanada untergewichtet werden sollten. Gleichgewichtet zum MSCI ACWI-Index sollten Investoren die USA sowie die Pazifik-Region ex-Japan.

Bodenbildung bei den Zinsen?
Hayes geht davon aus, dass die Zinsen ihre Tiefstände gesehen haben und Renditen auf mittlere Sicht, das heißt für die kommenden Jahre, charttechnisch einen Boden ausbilden. Bis am Rentenmarkt ein neuer Bärenmarkt entstanden ist, werde es noch längere Zeit brauchen. Denn steigende Renditen würden sofort neue Investoren in Rentenpapiere locken bzw. allfällige Korrekturen an den Aktienmärkten würden ebenfalls für Kaufnachfrage bei Anleihen sorgen. Hayes glaubt, dass Aktien und Renten auf Indexebene weiterhin negativ korrelieren beziehungsweise Aktien und Anleiherenditen positiv korreliert sind. „Achten Sie auf die Korrelationen zwischen Aktien und Renditen“, riet er den Investoren abschließend. (aa)

Redaktionelle Anmerkung: Die interessantesten Grafiken des aktuellen Ned Davis-Vortrags finden Sie in einer Bildergalerie oben.

 

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