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Natixis/H2O: Drei Tage, drei Milliarden Abflüsse: Wie geht es weiter?

Bis vor kurzem war die Welt für die in London ansässige Investment-Boutique H2O Asset Management, die zum Boutiquenkranz von Natixis gehört, noch heil: Steigende Volumina gingen Hand in Hand mit herausragenden Renditen. Doch jetzt ist alles anders: Milliarden werden schleunigst abgezogen.

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Auch Ikarus wollte zu hoch hinaus. Die Gravitation holte nicht nur ihn ein, sondern nun auch H2O Asset Management.
© pict rider / Fotolia

Letzte Woche waren Investoren aufgrund eines Morningstar-Berichts auf einmal besorgt über die Illiquidität bestimmter Bond-Papiere von Gesellschaften, die mir Lars Windhorst in Verbindung stehen. Nach Ansicht der Natixis-Beteiligung H2O Allegro habe sich Windhorst sich als “verlässlicher Geschäftspartner erwiesen”. Am Markt sind jedoch einige Zweifel aufgekommen. So wurden einige Bonds bei Fälligkeit nicht zurückgezahlt, sondern - im Rahmen etlicher Restrukturierungen und Verlängerungen - in neue Papiere umgewandelt, berichtet Bloomberg News.

Umstritten ist auch die Bewertung von Papieren durch H2O
Ein Beispiel: H2O Allegro wies die Bestände mit Verbindung zu Amatheon Agri Holding N.V. im Volumen von 2,7 MillionenEuro mit 80 Prozent des Nennwerts aus. Der Bond wurde jedoch in neue Papiere verlängert und wird am Markt lediglich mit 30 Prozent des Nennwerts bewertet, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht. Mit einer vorgezogenen Wirtschaftsprüfung bei H20 will Natixis für Transparenz sorgen.

Flows bereiten Sorgen: drei Milliarden minus in drei Tagen
Das alles geht an H2O AM nicht spurlos vorbei und schlägt auch auf den Aktienkurs von Natixis durch. Jedenfalls verloren sechs H2O Fonds an drei Tagen insgesamt 3,4 Milliarden US-Dollar, wobei der Freitag letzter Woche der schlimmste Tag war. Neuere Zahlen für Montag liegen Dienstag zu Mittag noch nicht vor. Noch sind die sechs Fonds im Summe etwas weniger 19 Milliarden Euro schwer. 

Die guten Zeiten sind vorüber
H2O war seinerzeit mit Unterstützung der französischen Investmentbank Natixis gegründet worden und galt bislang als Erfolgsstory. Letztes Jahr musste man noch eine Entry Fee von fünf Prozent Investoren in Rechnung stellen, weil man sich des Mittelzuflusses kaum noch erwehren könnte und einige Fonds bereits an der Kapazitätsgrenze angelangt waren. Einige der Fonds hatten mehr als 20 Prozent Rendite p.a. .erzielt, was allerdings nur durch den Einsatz von Leverage möglich war. 

Ob die Abwehrmaßnahmen helfen?
Mit einer Serie von kürzlich vorgestellten Maßnahmen will man den Investoren zu verstehen geben, dass man die Anteilsrückgaben zwar stemmen könne, gleichzeitig will man ihnen den Exit möglichst schmerzhaft gestalten. 300 Millionen an nicht gerateten Papieren wurden verkauft, und die Fondsinventarwerte der verbliebenen non-rated bonds wurden hinuntergeschrieben. Ziel ist es, die Anteilsrückgabe nicht einstellen zu müssen, wie dies bei GAM und Neil Woodford der Fall war, Denn die Probleme einschließlich der Reputationsschäden und des Vertrauensschwundes werden bei einem Einfrieren der Fonds nicht geringer, ganz im Gegenteil, wie die beiden Beispiele vor Augen führen. (kb)

 



 

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