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Nachhaltigkeit als Renditequelle für Hedgefonds

Die gesetzliche Regulierung eröffnet dabei neue Spielräume für Hedgefonds. Diese nutzen Ineffizienzen an regulierten Märkten zur Renditegenerierung.

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Marcus Storr, Head of Alternative Investments bei Feri
© Feri

Kaum eine andere Anlageklasse ist in den vergangenen Jahren so stark gewachsen wie Hedgefonds. Die Anzahl der Fonds hat sich in den letzten zwölf Jahren beinahe verdoppelt, und das verwaltete Vermögen ist im Laufe des Jahres 2020 weltweit erstmalig über die Schwelle von drei Billionen Euro gestiegen. Hedgefonds sind insbesondere unter institutionellen Investoren gefragt, die in Zeiten niedriger Zinsen nach renditestarken Alternative Investments suchen. Besonders beliebt sind dabei Multistrategie- und Convertible Arbitrage-Fonds. Diese Anlagestrategien konnten gerade durch die Verwerfungen in der Corona-Krise hohe Gewinne erzielen.

Hedgefonds sind vorbereitet
In den kommenden Jahren rechnet die Hedgefonds-Branche mit weiterem Wachstum. Rückenwind kommt dabei aus unerwarteter Richtung: Die von der Politik geforderte stärkere Beachtung von Nachhaltigkeitsformeln wie ESG (Environmental, Social, Governance), SDG (Social Development Goals) oder SRI (Socially Responsible Investments), dürfte Hedgefonds zusätzlichen Auftrieb geben. Investoren erwarten auch von den Alternative Investments zunehmend, dass diese soziale und Umwelt-Themen berücksichtigen und auf eine nachhaltige Unternehmensführung achten.

ESG-Sünder shorten
Mit dem Instrument des „Short Selling“ besitzen Hedgefonds dabei einen starken Anreiz, Unternehmen, die gegen die Corporate Governance verstoßen oder gar betrügerisch agieren, aufzudecken. Als marktunabhängige und abseits der Börse gehandelte Anlagen sind Hedgefonds zudem flexibler als der Investment Mainstream. Diese Flexibilität können Hedgefonds-Manager nutzen, um sich schnell und adäquat an das neue Nachhaltigkeits-Regime anzupassen.

Änderung der Anlageentscheidungen per Knopfdruck in Richtung ESG
So sind etwa quantitative Hedgefonds, deren Anlageentscheidungen von Algorithmen gesteuert werden, schon jetzt in der Lage ihre Portfolios per Knopfdruck so umzustellen, dass etwa die ESG-Kriterien und entsprechende Reporting-Vorgaben erfüllt sind. Hinzu kommt, dass Hedgefonds-Strategien sehr häufig darauf basieren, Ineffizienzen bei der Preisbildung an Märkten zu erkennen und gewinnbringend zu nutzen. Solche Bewertungsineffizienzen ergeben sich aufgrund der uneinheitlichen und unübersichtlichen Anlagekriterien auch beim Thema Nachhaltigkeit. „Die Preisarbitrage gehört praktisch zur DNA dieser Anlageklasse. Die gesetzliche Regulierung wirkt deshalb wie eine neue Renditequelle für Hedgefonds“, sagt Marcus Storr, Head of Alternative Investments bei Feri. (kb)

  

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