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Nach Fed-Kurswechsel auf defensives Zins-Exposure, Corporates setzen

Die Fed sorgte unlängst für eine Überraschung, nachdem ihr aktualisierter Dot Plot auf einen restriktiveren Kurs schließen ließ. Im Gegensatz zu den vorherigen Prognosen der Ratsmitglieder, die keine Zinserhöhungen erwarten ließen, deutet die aktualisierte Version nun auf zwei Zinsschritte hin.

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Philippe Gräub, Head of Global and Absolute Return Fixed Income bei Union Bancaire Privée (UBP)
© UBP

"Außerdem erwarten sieben der 18 Board-Mitglieder bereits 2022 eine Zinserhöhung", weiß Philippe Gräub, Head of Global and Absolute Return Fixed Income bei Union Bancaire Privée (UBP). Fed-Chef Powell bestätigte zudem, dass erste Gespräche über eine Drosselung der groß angelegten Anleihekäufe geführt würden. Dieses Thema dürfte den FOMC (Offenmarktausschuss) im Jahresverlauf weiter beschäftigen.

Gut begründeter Kurswechsel
Ausschlaggebend für den Kurswechsel war die wachsende Zuversicht der Fed im Hinblick auf die Wirtschaftsentwicklung. Die US-Währungshüterin reagiert damit auf den steigenden Konsum, in dem sich die durch monetäre und fiskalische Impulse nie da gewesenen Umfangs angeheizte Nachfrage entlädt. Obwohl sich wie erwartet der Arbeitsmarkt in den letzten Monaten nicht ganz so dynamisch entwickelt hat, ist die Fed optimistisch, dass sich das Beschäftigungswachstum fortsetzen wird. Da die höhere Arbeitslosenunterstützung in einigen Bundesstaaten bereits im Juni ausläuft und im September vollständig eingestellt wird, werden mehr Menschen an den Arbeitsmarkt zurückkehren.

Strukturell defensives Zins-Exposure in den Bondportfolios der UBP
"Seit einigen Monaten setzen wir bei unseren Anleiheportfolios auf ein strukturell defensives Zins-Exposure, diese Positionierung hat sich dank der jüngsten Fed-Sitzung gut entwickelt", sagt Philippe Gräub. "Wir sehen darin einen Versuch der Fed, die Preislücke zwischen sich und dem Markt zu schließen. Außerdem gehen wir davon aus, dass die Fed nun auch dem Abwärtstrend bei den Renditen von US-Staatsanleihen entgegenwirken wird. Dort dürften die jüngsten Zinstiefs das untere Ende der Spanne markieren. Die Zinsentwicklung bleibt auch in Zukunft ein Risiko, insbesondere bei längeren Laufzeiten. Produkte wie ETFs und Tracker-Fonds, bei denen das Zinsrisiko nicht gesteuert wird, könnten in die Verlustzone geraten, wenn die Zinsen über die gesamte Kurve weiter steigen."

Spreads dürften auf Vorkrisenniveau sinken
Unternehmensanleihen steht man bei UBP weiterhin positiv gegenüber. Philippe Gräub dazu: "Wir behalten daher unsere Übergewichtung in diesem Segment bei. Aus unserer Sicht hat sich die Fed der Realität wieder ein gutes Stück angenähert, indem sie einem der größten Tail-Risiken die Spitze genommen hat, das Anlegern seit geraumer Zeit Kopfzerbrechen bereitet. Die Rede ist von einer dauerhaft über ihrem Zielwert verharrenden Inflationsrate. Ein solches Szenario hätte möglicherweise zu drastischen Bewegungen an den Zinsmärkten mit potenziellem Übergreifen auf die Unternehmensanleihemärkte geführt. Stattdessen scheint die restriktive Kurskorrektur der Fed die Ängste vor starken inflationären Tendenzen zumindest mittelfristig zu dämpfen. Der Markt hat darauf mit einem Rückgang bei den Forward-Inflationsswaps seit der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses reagiert. Da nun ein Weltwirtschaftswachstum über dem Vor-Corona-Niveau erwartet wird und die Wirtschaft parallel dazu weiterhin von massiven geld- und fiskalpolitischen Impulsen profitiert, sind die Märkte für Unternehmensanleihen weiterhin attraktiv. Es besteht hier eine klare Perspektive für ein Absinken der Spreads auf das Vorkrisenniveau auch an den Unternehmensanleihemärkten, an denen dies bisher noch nicht passiert ist."

Corporate Bonds gehören dazu
Bei UBP sieht man die jüngsten Schritte der Zentralbanken, insbesondere der Fed, als Bestätigung für die Kombination aus defensivem Zins-Exposure und positiver Haltung zu Unternehmensanleihen, insbesondere High-Yield- und AT1-Anleihen, und werden diese Positionierung mittelfristig beibehalten. (kb)

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