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Nach dem Bitcoin-Boom: Krypto-Friedhof wird immer größer

Die Luft bei Kryptowährungen ist raus, mehr als 800 Währungen sind bereits verschwunden oder wertlos. Die Begeisterung für virtuelle Börsengänge ist allerdings ungebrochen – trotz großer Betrugsgefahren.

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© Vladimir / stock.adobe.com

Im Zuge des Bitcoin-Hypes sind virtuelle Währungen im vergangenen Jahr wie Pilze aus dem Boden geschossen. Mittlerweile sind viele von ihnen bereits wieder Geschichte. Mehr als 800 gescheiterte Coins listet das Online-Portal Dead Coin auf, wie das "Handelsblatt" berichtet.

Als gescheitert gilt eine Kryptowährung für Dead Coin unter anderem dann, wenn sie weniger als einen Cent kostet, das dahinterstehende Projekt wieder aufgegeben oder die zugehörige Handelsplattform von IT-Kriminellen gehackt wurde sowie, wenn die Währung von vornherein nur ein Mittel war, um Investoren abzuzocken (was für immerhin 16 Prozent aller von Dead Coin aufgelisteten "Todesfälle" zutrifft) oder um gierige Geldgeber zu verschaukeln (7 Prozent).

Tatsächlich stecken hinter 80 Prozent aller virtuellen Börsengänge (ICOs) betrügerische Absichten. Nur acht Prozent der Digitalwährungen schaffen es überhaupt, an einer Krypto-Börse gehandelt zu werden, zitiert das "Handelsblatt" die New Yorker Beratungsfirma Statis Group. Regulierer überall auf der Welt sind inzwischen deutlich aktiver und haben sowohl Krypto-Börsen als auch sogenannte Krypto-Minen dicht gemacht. Die US-Börsenaufsicht SEC geht seit einigen Monaten sogar gezielt gegen virtuelle Börsengänge vor.

Euphorie ist ungebrochen
Die bekannteste und einst hochgepriesene Kryptowährung Bitcoin notiert derzeit bei mageren 6.600 US-Dollar und ist damit von ihrem Allzeithoch von Mitte Dezember 2017 gut 70 Prozent entfernt. Dennoch ist die Euphorie bei ICOs ungebrochen. Von Januar bis Mai haben 537 virtuelle Börsengänge insgesamt knapp 13,7 Milliarden Dollar eingesammelt, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung PwC.

Erik Voorhees, Chef der Kryptobörse Shapeshift, glaubt weiter an den Erfolg der digitalen Münzen – trotz aller Turbulenzen der jüngsten Vergangenheit. "Schon früher gab es heftige Preiseinbrüche", sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Am Ende habe sich der Bitcoin-Kurs aber stets wieder erholt. (fp)

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