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Muzinich & Co: Geht die Wirtschaftsdynamik verloren?

In einem unsicheren Umfeld kann die Kreditauswahl der Schlüssel für die Unterscheidung zwischen überlebensfähigen und nicht-überlebensfähigen Unternehmen sein.

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Michael McEachern, Head of Public Markets bei Muzinich & Co
© Muzinich & Co

Der Aufwärtstrend der Anleihenmärkte setzte sich im Juli und - nach aktuellem Stand - im August fort. "Eigentlich hatten wir damit gerechnet, dass die Emissionstätigkeit während des Sommers pausieren würde. Stattdessen wurden Rekordniveaus erreicht, insbesondere auf dem US High Yield-Markt, auf dem es seit Jahresbeginn verglichen mit dem Vorjahreszeitraum einen deutlichen Anstieg gab", hält Michael McEachern, Head of Public Markets bei Muzinich & Co, fest.

Corporate Bond-Neuemissionen trotz Rekordvolumina bis dato gut aufgenommen 
Bisher hat der Markt die Neuemissionen aufgrund eines großen Anleihen-Appetits weiter absorbiert. McEachern dazu: "Die Anleihekurse werden von den Zentralbanken unterstützt, und die Investoren glauben nach wie vor, dass Unternehmensanleihen im Vergleich zum niedrigen absoluten Renditeniveau von Staatsanleihen einen Wert bieten können. Unserer Ansicht nach wird der September von entscheidender Bedeutung sein für die Frage nach der Fähigkeit des Marktes, diesen Strom von Neuemissionen zu absorbieren."

Hält dieser Trend an? Der September wird es zeigen...
Die zu erwartenden Ausfallraten sind bisher ebenfalls gesunken, da die Unternehmen in der Lage waren, sich auf dem Kapitalmarkt mit Liquidität einzudecken und ihre Bilanzen zu stärken. "Wir haben eine Divergenz zwischen den USA und Europa beobachtet, da die am stärksten betroffene Energie- und Rohstoffbranche einen relativ großen Anteil des US-High Yield-Marktes ausmacht, jedoch nicht des europäischen High Yield-Marktes", sagt McEachern.

Bleibt die Wirtschaftsdynamik erhalten?
McEacherns Ansicht nach besteht die Gefahr, dass die Wirtschaft in den nächsten Monaten an Dynamik verliert, so dass weitere fiskalische Unterstützung erforderlich sein wird: "Beim Blick auf die nächste Runde fiskalischer Maßnahmen ergibt sich auf beiden Seiten des Atlantiks ein unterschiedliches Bild. In den USA scheint die Vereinbarung über weitere fiskalische Anreize aufgrund der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen auf Eis gelegt worden zu sein, da sich Republikaner und Demokraten nicht auf zusätzliche Maßnahmen einigen können. Im Gegensatz dazu wurde in Europa im Juli nach intensiven Verhandlungen über den Europäischen Aufbaufonds eine Einigung erzielt."

Wiederaufbaufonds in Europa 
Dieser gilt allgemein als Meilenstein in der Reaktion auf die mit COVID-19 zusammenhängende wirtschaftliche Bedrohung. McEachern: "Wir glauben, dass er als Indikator für größeres Vertrauen in eine widerstandsfähigere Eurozone interpretiert werden kann."

Spreadeinengungen bei IG und HY
In den letzten Wochen haben die Investment Grade- und High Yield-Märkte hohe Renditen und engere Spreads verzeichnet. Auch wenn die Bewertungen attraktiv bleiben, sind die wirtschaftlichen Aussichten nach Ansicht der Experten von Muzinich & Co weiterhin unsicher. "Dies ist nicht die V-förmige Erholung, die sich die Anleger erhofft hatten. Die Unternehmen werden Liquidität benötigen, um die kommenden Monate zu überstehen. Es scheint eine Zweiteilung zu geben zwischen Unternehmen, die dank ihrer starken Bilanzen in diesem Umfeld überleben können, und solchen, die diese Bilanzstärke unserer Meinung nach nicht haben. Wir sind der Überzeugung, dass diese Situation eine gründliche Bewertung der Unternehmen erfordert, und die Kreditauswahl ein Schlüsselelement sein wird, um die „Gewinner" von den „Verlierern" zu unterscheiden", glaubt McEachern. (kb)

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