Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Haben Sie eine Idee für einen eigenen ETF?

Ad

Sie möchten einen eigenen ETF auflegen, aber Ihnen fehlt das nötige Setup? Das Asset Management der Commerzbank bietet externen Kunden über einen Private-Label-Service die Möglichkeit, in das stark wachsende ETF-Geschäft einzusteigen. Jetzt mehr erfahren!

Anzeige
| Märkte
twitterlinkedInXING

Muzinich: Auf den europäischen Kreditmärkten beginnt eine neue Ära

Thomas Samson, Portfoliomanager bei Muzinich & Co, glaubt an ein neues Zeitalter auf den europäischen Kreditmärkten und nennt dafür einige Argumente. Investoren sollten daher ihren Fokus auf High Yields und CDS richten.

samson_thomas_muzinich_2018_erhalten.jpg
Thomas Samson, Portfoliomanager bei Muzinich & Co
© Muzinich

Die Volatilität kehrt an den Kreditmärkten zurück. Die Beta-Rally geht zu Ende. Investoren stehen damit laut Einschätzung von Thomas Samson, Portfoliomanager bei Muzinich & Co, vor einer Zeitenwende und vor entscheidenden Fragen: Wie lassen sich in Fixed Income Markteinbrüche absichern und gleichzeitig attraktive Renditen erzielen? Für den Muzinich-Experten bietet sich damit ein Blick auf High Yields und CDS, wie seinem exklusiv für "Institutional Money" verfassten Gastbeitrag zu entnehmen ist:

"2018 könnte das Jahr der großen Wende sein. Das Jahr, in dem auf dem Markt zunehmend darüber nachgedacht wird, wie das Leben nach dem Ende der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) aussehen wird. Steigende Zinsen, stagnierende oder steigende Spreads und erhöhte Volatilität kehren an die Kreditmärkte zurück.

In diesem Zusammenhang wird das aktive Management und die aktive Titelauswahl wieder in den Vordergrund rücken und Asset Manager werden die gesamte Palette der ihnen zur Verfügung stehenden Anlageinstrumente benötigen, um einen reibungslosen Übergang in dieses neue Zeitalter zu ermöglichen.

Die unkonventionellen Maßnahmen der Zentralbanken haben sich in den vergangenen zwei Jahren signifikant auf risikobehaftete Anlagen ausgewirkt. Betrachtet man den Kreditmarkt, nahm die Spreizung der Spreads immer weiter ab und die Bottom-up-Titelauswahl wurde nicht unbedingt belohnt.

Mit dem Ende der ultralockeren Geldpolitik wird es unvermeidlich, dass die Spreads von diesem historisch niedrigen Niveau aus wieder ansteigen und die Titelauswahl zu einem wichtigen Differenzierungsfaktor wird. Die effektive Unterscheidung zwischen guten und schlechten Krediten wird sich wieder einmal renditesteigernd auswirken. Eine breitere Verteilung der Spreads im Investment Grade und High-Yield-Markt wird im Vergleich zum Ende des vergangenen Jahres bereits heute gehandelt.

Das kann der Beginn einer Normalisierung sein, da sich diese neue Entwicklung zunehmend in den Anleihen-Spreads bemerkbar macht. Kredite mit sehr hohen Spreads werden sich wieder auf einem Niveau einpendeln, das den historischen Normen entspricht.

Gleichzeitig dürften Marktreaktionen auf politische oder makroökonomische Risiken nicht mehr durch die Unterstützung der EZB aufgefangen werden, so dass die Volatilität voraussichtlich länger anhalten wird - erste Anzeichen dafür sind bereits sichtbar.

Da die Volatilität zurückkehren wird, könnten Anlagestrategien, die strategische und taktische Absicherungen aufweisen, höhere risikobereinigte Renditen erzielen. Eine strukturelle Portfolioabsicherung ist hier sinnvoll. Dies kann durch den Einsatz von Kreditoptionen erreicht werden.

So beruhigend sie auch ist, eine solche Portfolioabsicherung hat ihren Preis. Wir sind jedoch der Ansicht, dass es wichtig ist, die dafür nötigen Mittel aufzubringen und so eine große Belastung der Portfoliorenditen zu vermeiden.

Investoren mit einem flexiblen Mandat und Zugang zu anderen Anlageinstrumenten als Anleihen können Alpha generieren und somit die Kosten dieser Absicherungen ausgleichen.

Ein Beispiel für diese Flexibilität wäre eine Investition über Credit Default Swaps (CDS).

Derivate wie CDS können auf verschiedene Weise zur Renditesteigerung eingesetzt werden. CDS befinden sich zur Zeit auf einem historisch günstigen Niveau im Vergleich zu Kassa-Anleihen (Cash Bonds). Ferner kann die Wahl eines Anlageinstruments mit dem größten Renditepotenzial zu signifikanten Alpha-Renditen im Vergleich zu einer reinen Anleihestrategie führen.

Eine Investition mittels CDS bietet sich vor allem im High-Yield-Markt aufgrund der Kündbarkeit von High-Yield-Anleihen an. Die eingebaute Call-Option ist ein typisches Merkmal von vielen High-Yield-Anleihen (70 % des Marktes).

Somit können diese nicht in vollem Umfang an einer Spread-Rally partizipieren, da die Call-Option durch den Anleiheemittenten ausgeübt werden kann und somit das Kurssteigerungspotenzial der Anleihe begrenzt ist. CDS hingegen verhalten sich ähnlich wie endfällige Anleihen (Bullet Bonds) und können daher weiter aufwerten, was für zusätzliches Wertsteigerungspotenzial sorgt.

Eine weitere Möglichkeit der Alpha-Generierung ergibt sich aus Anlagen, die nicht von der Marktrichtung abhängig sind. Durch die lockere Geldpolitik verursachte Verzerrungen, wie etwa die historisch niedrigen Zinsabstände, haben zu einem chancenreichen Umfeld für Arbitragehändler geführt.

Die ungewöhnlich engen Korrelationen werden sich zwischen Krediten unterschiedlicher Qualität bzw. die deutlich verzerrten Kreditkurven normalisieren. Davon können Anleger, die diese Anomalien ausnutzen, profitieren.

Trotz der strengeren Geldpolitik und der Neuausrichtung der Märkte in Bezug auf risikobehaftete Anlagen sind wir der Überzeugung, dass aktive Manager mit den oben aufgeführten Instrumenten diese Übergangsphase effektiv meistern können und zum Beispiel europäische High-Yield-Anleihen weiterhin ein wichtiger Bestandteil im Kernportfolio von Investoren sein sollten.

Zumal die Fundamentaldaten im europäischen High-Yield-Sektor nach wie vor robust sind und die Anleger weiterhin von einem attraktiven Renditevorteil profitieren können. Die Verschuldung im High-Yield-Segment ist niedriger, die Kredit-Ratings höher und der Zinsdeckungsgrad besser als in den vergangenen Jahren."

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen