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Mutiert SoftBank bald endgültig zu einem Asset Manager?

Als Telekommunikationsgesellschaft hat man begonnen, doch nun wandelt sich das Unternehmen immer mehr zu einem Asset Manager. Dies wird von mancher Seite mit Skepsis betrachtet, denn die Konkurrenz auf diesem Gebiet ist sehr groß.

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SoftBank CEO Masayoshi Son: Vom Telekommunikationsunternehmen zum Asset Manager?
© SoftBank

SoftBank ist tatsächlich in immer höheren Ausmaß dabei, sich von seinen Wurzeln als Telekom-Gigant zu entfernen und dem Asset Management Business zuzuwenden. Erst kürzlich kündigte SoftBank CEO Masayoshi Son eine neue Asset Management Initiative an und gab eine Gewinnwende ins Plus bekannt. Nur drei Monate, nachdem SoftBank den schlimmsten Quartalsverlust in der Unternehmensgeschichte bekanntgab, war es nun ein Nettogewinn von umgerechnet 11,8 Milliarden US-Dollar für das 2. Quartal 2020. Haupttreiber des Turn Around waren einmalige Verkäufe von Wertpapieren inklusive der 34 Milliarden US-Dollar, die SoftBank aus dem Verkauf seiner Sprint- und T-Mobile Aktien erzielte, sowie eine höhere Bewertung der gelisteten Aktien im Portfolio.  

Ergebnis gedreht 
Der auf Tech-Engagements ausgerichtete Vision Fund von SoftBank ist drei Jahre alt und wies Investmentgewinne von 2,8 Milliarden US-Dollar auf. Der Fonds soll sich an Start-Ups beteiligen. SoftBanks Asset Management Initiative besitzt schon seit geraumer Zeit Aktien von Apple, Amazon und Facebook. Die Unternehmensspitze bestätigte, der Vision Fund werde weitere Investments tätigen. Der Fonds verfügt über reichlich viel nicht allokiertem Kapital, die für Neuinvestitionen genauso wie für Aufstockungen bestehender Positionen verwendet werden kann. Fokus des Fonds sind laut Son Firmen, die die Informationsgesellschaft revolutionieren. 

Volatilere Geschäftsergebisse erwartet
SoftBank wird 67 Prozent an der Asset Management Gesellschaft halten. Son persönlich die restlichen 33 Prozent. Diese Firma hat umgerechnet 555 Millionen US-Dollar an Kapital. Nach einer Rallye von 133 Prozent der SoftBank-Aktien müssen sich die Investoren fragen, ob da noch mehr kommen kann. So ist es nicht klar, warum Son glaubt, dass er einen Vorsprung beim Stock Picking in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld haben sollte, wo sich Größen wie Fidelity Investments und BlackRock tummeln. Die Geschäftsausweitung in den Asset Management Bereich könnte mehr Volatilität bei den Quartalsgewinnen von SoftBank bedeuten, die mit dem Start des Vision Fund  bereits größer geworden ist.

"Investoren werden mehr Risiko in ihre Erwartungen einpreisen müssen", sagt Kirk Boodry, Analyst bei Redex Research im Bloomberg Talk. "Ein neues Vehikel aufzulegen zu einem Zeitpunkt, wo die börsengehandelten Tech-Aktien an der NASDAQ nahe dem Allzeithoch sind und einige von einer Blase sprechen, scheint nicht geeignet, ein Bewertungs-Gap zu schließen." Andererseits könnten Bewertungen von Start-ups im Portfolio, die sich um ein Listing bemühen, in einem guten Börsenumfeld zur Offenlegung stiller Reserven in den Beteiligungen führen. (kb)

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