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Morgan Stanley setzt auf USA und Japan, Europa bleibt untergewichtet

Morgan Stanley Investment Management erwartet keine Rezession, sondern eine Normalisierung des Wachstums. Für Aktien bevorzugt Stratege Jim Caron weiterhin die USA und Japan. Europa sieht er dagegen in einem schwierigen Umfeld aus schwächerem Wachstum und anhaltenden Inflationsrisiken.

Jim Caron, Morgan Stanley Investment Management: "Das sieht eher nach Normalisierung als nach Rezession aus."
 
Jim Caron, Morgan Stanley Investment Management: "Das sieht eher nach Normalisierung als nach Rezession aus."
 © Morgan Stanley Investment Management

Eckpunkte:

  • US-Unternehmensgewinne überraschen positiv
  • Japanischer Markt rechtfertigt strategische Allokation
  • Europa anfälliger, schwächeres strukturelles Wachstum

Trotz geopolitischer Unsicherheiten und höherer Kapitalmarktzinsen bleibt Morgan Stanley Investment Management für Risikoanlagen konstruktiv. Jim Caron, Chief Investment Officer der Portfolio Solutions Group, sieht die Weltwirtschaft nicht am Beginn eines Abschwungs, sondern in einer Phase der Normalisierung. Entsprechend hält der Asset Manager an einer Übergewichtung von US-amerikanischen und japanischen Aktien fest, während Europa weiterhin untergewichtet bleibt.

„Dies ist kein Rezessionsmarkt, sondern ein Spätzyklusmarkt mit nominalem Wachstum“, schreibt Caron in einem Kommentar. Das Wachstum werde sich zwar verlangsamen, aber positiv bleiben. „Das sieht eher nach Normalisierung als nach Rezession aus.“

Teure Märkte können teuer bleiben
Besonders positiv beurteilt Morgan Stanley weiterhin den US-Aktienmarkt. Die Widerstandsfähigkeit der Unternehmensgewinne überrasche nach wie vor positiv, während sich die Investitionen rund um Künstliche Intelligenz zunehmend auf Infrastruktur, Versorger, Industrieunternehmen, Softwareanbieter und Produktivitätslösungen ausweiteten. Hinzu kämen solide Unternehmensbilanzen, hohe Margen und eine weiterhin robuste Konsumnachfrage.

Zwar seien US-Aktien gemessen an klassischen Bewertungskennzahlen anspruchsvoll bewertet. Aus Sicht Carons rechtfertigen die hohe Visibilität der Gewinne, Produktivitätsfortschritte durch KI, fiskalische Impulse und die Widerstandsfähigkeit des nominalen Wirtschaftswachstums jedoch weiterhin die Prämie gegenüber anderen Regionen.

Auch für Japan bleibt Morgan Stanley konstruktiv. Der Markt entwickle sich zunehmend von einer zyklischen Anlagechance zu einer strategischen Allokation. Als Gründe nennt Caron die Fortschritte bei der Corporate Governance, steigende Löhne, höhere Aktionärsausschüttungen und im internationalen Vergleich weiterhin moderate Bewertungen. Zudem dürfte Japan von globalen Investitionsausgaben und der Verlagerung industrieller Wertschöpfung profitieren.

Europa gefangen zwischen Wachstumsschwäche und Inflation
Deutlich zurückhaltender beurteilt Morgan Stanley dagegen Europa. Die Region sei anfälliger für Energieschocks, das strukturelle Wachstum bleibe schwächer als in den USA und die Europäische Zentralbank verfüge angesichts anhaltender Inflationsrisiken über weniger Spielraum. Auch die Schwäche des verarbeitenden Gewerbes sei noch nicht überwunden.

„Europa scheint zwischen schwächerem Wachstum und hartnäckigerer Inflation gefangen zu sein“, so Caron. Das erschwere sowohl die Unternehmensentwicklung als auch die wirtschaftspolitische Steuerung.

Auch bei Anleihen setzt Morgan Stanley auf eine selektive Positionierung. Der Asset Manager bleibt bei der Duration leicht untergewichtet und bevorzugt höher verzinsliche Unternehmensanleihen. Entscheidend seien weniger weitere Spread-Einengungen als vielmehr attraktive laufende Erträge. Vor diesem Hintergrund erscheinen insbesondere US-Unternehmensanleihen attraktiver als europäische Credits. (dv)

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