Morgan Stanley: KI läutet neue Erholungsphase für Analog-Chips ein
Der Markt für Analog-Halbleiter könnte nach Einschätzung von Morgan Stanley vor einer nachhaltigen Erholung stehen. Neben einer zyklischen Nachfragebelebung treiben vor allem KI-Rechenzentren, optische Netzwerke und Satellitenkommunikation den Sektor.

Eckpunkte:
- Morgan Stanley sieht Analog-Halbleiter vor neuer Wachstumsphase
- KI-Infrastruktur sorgt für strukturellen Nachfrageschub
- Silicon Photonics und LEO-Satelliten eröffnen zusätzliche Chancen
Der Markt für Analog-Halbleiter steht nach Einschätzung von Morgan Stanley vor einer nachhaltigen Erholung. Nach mehreren Quartalen des Lagerabbaus verbessere sich die Nachfrage inzwischen nicht mehr nur durch die Wiederauffüllung von Beständen, sondern zunehmend auch aufgrund einer Belebung der Endmärkte. Zusammen mit sinkendem Preisdruck und einer höheren Auslastung der Produktionskapazitäten schaffe dies die Voraussetzungen für steigende Margen und eine neue Gewinnphase der Branche. „Der Analog-Halbleitersektor tritt in die frühen Phasen einer nachhaltigeren Gewinnerholung ein“, heißt es bei Morgan Stanley.
Nachfrage gewinnt an Breite
Für die anstehende Berichtssaison erwarten die Analysten überdurchschnittlich gute Ergebnisse der Analog-Halbleiterhersteller. „Die entscheidende Frage ist, ob die steigenden Auftragseingänge lediglich den Beginn einer breiteren Lagerauffüllung widerspiegeln oder auf eine echte Beschleunigung der Endmarktnachfrage hindeuten. Unsere Marktchecks sprechen für Letzteres“, schreiben die Analysten.
Diese Einschätzung gilt als wesentlicher Unterschied zu früheren Erholungsphasen, die häufig vor allem von Lagerzyklen geprägt waren. Aus Sicht von Morgan Stanley deutet die Kombination aus stabilen Auftragseingängen, besserer Visibilität bei Kundenbestellungen und anhaltender Preisdiziplin auf eine breiter abgestützte Nachfrage hin.
KI-Infrastruktur bleibt wichtigster Treiber
Als bedeutendster struktureller Wachstumsmotor gelten nach Einschätzung von Morgan Stanley weiterhin Investitionen in KI-Rechenzentren. Trotz Diskussionen über Veränderungen bei der Architektur künftiger KI-Systeme bleibe die langfristige Investmentthese intakt. Mit jeder neuen Generation leistungsfähiger Rechenzentren steige der Bedarf an Leistungshalbleitern und anderen analogen Komponenten. Davon dürften zahlreiche Unternehmen entlang der Halbleiter-Wertschöpfungskette profitieren.
Neue Wachstumsfelder entstehen
Neben der zyklischen Nachfrageerholung sehen die Analysten weitere langfristige Wachstumstreiber. Dazu zählen der Ausbau optischer Netzwerktechnologien für KI-Rechenzentren, Fortschritte bei Silicon Photonics sowie der steigende Bedarf an Halbleiterkomponenten für Satellitenkonstellationen im niedrigen Erdorbit (LEO). Diese Entwicklungen könnten dem europäischen Analog-Halbleitersektor zusätzliche Wachstumsimpulse verleihen und die Profitabilität der Unternehmen verbessern.
Insgesamt sieht Morgan Stanley den Sektor am Beginn eines neuen Aufschwungs, der sowohl von einer konjunkturellen Erholung als auch von langfristigen Technologietrends getragen werde. Für Investoren spreche dies dafür, Analog-Halbleiter nicht mehr nur als zyklischen Markt, sondern zunehmend als Profiteur struktureller Wachstumstrends rund um künstliche Intelligenz, Digitalisierung und moderne Kommunikationsinfrastruktur zu betrachten. (dv)