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M.M.Warburg: Türkei löst keinen Schwellenland-Flächenbrand aus

Anleger sollten sich von der Türkei-Krise nicht abhalten lassen, in andere Schwellenländer zu investieren, erklärt die Privatbank M.M.Warburg. Allerdings sollten sie abwarten, bis die Lage sich beruhigt hat.

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© fotobieshutterb / stock.adobe.com

Auch wenn in den vergangenen Wochen viele andere Schwellenländer mit in den Strudel der Türkei-Krise gerieten, ist die fundamentale Situation der meisten Länder im Vergleich zur Türkei stabil, erklärt M.M.Warburg. "Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass durch die Krise in der Türkei ein Flächenbrand bei anderen Schwellenländern ausgelöst wird", so die Strategen. Schwellenländerinvestments seien weiterhin attraktiv.

Was derzeit in der Türkei geschehe, wecke böse Erinnerungen an die Asienkrise von 1997 und 1998. Diese nahm bekanntlich in Thailand ihren Anfang und griff in der Folge auf eine Reihe weiterer Schwellenländer über. Die Folge war eine handfeste Währungs-, Finanz- und Wirtschaftskrise. "Damals wurde das Übergreifen der Krise in erster Linie durch eine hohe Auslandsverschuldung als Folge andauernder Leistungsbilanzdefizite und unzureichender Devisenreserven verursacht.", so die Warburg-Beobachter. Genau hierin unterscheide sich die damalige Krise von der Situation heute.

Heute ist nicht 1997
"Wirft man einen Blick auf die zehn größten Schwellenländer (China, Indien, Brasilien, Russland, Mexiko, Indonesien, Türkei, Saudi Arabien, Argentinien, Polen) dann hat nur Argentinien ein ähnlich hohes Leistungsbilanzdefizit wie die Türkei (4,8 vs. 5,5 Prozent)", heißt es in der Kurzstudie der Privatbank. Demgegenüber haben beispielsweise China, Russland, Saudi Arabien und Polen sogar einen Überschuss in der Leistungsbilanz, während die Defizite der anderen Länder nicht mehr als maximal zwei Prozent betragen. "Im Vergleich zu 1997 sind die Leistungsbilanzdefizite in fast allen Ländern und Regionen gesunken", schlussfolgern die Warburg-Experten.

Auch die Währungsreserven der meisten großen Schwellenländer seien im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftsleistung respektive ihrer Auslandsverschuldung deutlich angestiegen – mit Ausnahme der Türkei. "Besonders komfortabel sieht die Situation in Russland, Brasilien, Indien und Mexiko aus, aber auch in Argentinien und Polen sind die Reserven heute höher als im Jahr 1997." Dies impliziere eine bessere Krisenfestigkeit, was auch vor dem Hintergrund der Aufwertung des US-Dollar und der gestiegenen US-Zinsen wichtig ist. 

Türkei ist ein globalökonomischer Zwerg
Dennoch stelle sich die Frage, welche Auswirkungen die Türkeikrise auf die globale Wirtschaft sowie auf den Finanzsektor hat. "Hier kann weitgehend Entwarnung gegeben werden: Im vergangenen Jahr war die Türkei mit einer Wirtschaftsleistung von 826 Milliarden US-Dollar die siebzehngrößte Volkswirtschaft der Welt mit einem Anteil von rund einem Prozent an der globalen Wertschöpfung. Der Einfluss der Türkei ist also vergleichsweise marginal", stellt M.M.Warburg klar. Gehe man davon aus, dass es in der Türkei 2019 zu einer Rezession in ähnlichem Ausmaß wie im Jahr 2001 oder 2009 käme (damals ging das reale Bruttoinlandsprodukt um fünf bis sechs Prozent zurück) und nicht, wie bislang vom IWF unterstellt, zu einem Wachstum von vier Prozent, würde das globale Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozentpunkte niedriger ausfallen. Ergo: Statt mit 3,9 würde die Weltwirtschaft 2019 um 3,8 Prozent wachsen.

Die Turbulenzen in der Region dürften allerdings noch nicht vorbei sein. Anleger sollten deshalb mit Neuengagements in den Emerging Markets warten, bis sich die Situation beruhigt, rät M.M.Warburg. Dabei gelte es vor allem darauf zu achten, wie sich die Handelspolitik der USA weiter entwickelt. Denn von dieser gehe wesentlich größeres Ungemach für die Schwellenländer aus als von der Türkei. (fp/ps)

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