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M.M. Warburg: Es wird noch nachgelegt

Hohe Erwartungen an die großen Notenbanken werden wahrscheinlich zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Wie sich das auf die Märkte 2021 im Anleihen, Währungs- und Zinsbereich auswirkt, hat M.M. Warburg in einem aktuellen Ausblick zusammengefasst.

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Die Erwartungen an die Notenbanken und die Politik sind weiterhin hoch. Die M.M Warburg-Analysten gehen deshalb davon aus, "dass die EZB bei ihrer Sitzung am 10. Dezember ihre Geldpolitik noch expansiver gestalten wird. Höchstwahrscheinlich wird das PEPP von 1.350 Milliarden Euro auf 2.000 Milliarden Euro aufgestockt und die Laufzeit von Juni 2021 bis zum 31.12.2021 verlängert."

Pfeile im Köcher
Darüber hinaus hat die EZB noch laut der Analyse "weitere Pfeile im Köcher. Eine Erhöhung des Tiering-Faktors, zu dem die Geschäftsbanken Gelder ohne Strafzinsen bei der EZB parken können, liegt ebenfalls im Bereich des Möglichen. Nicht zuletzt könnten wir uns vorstellen, dass die EZB bestehende und neue TLTROs nochmals attraktiver macht. Eine Reduzierung des Einlagenzinssatzes und bzw. oder des Refinanzierungssatzes halten wir dagegen für unwahrscheinlich. Wir sehen daher in Europa wenig Spielraum für steigende Renditen. Unsere Jahresendprognose für 10-jährige Bundesanleihen liegt mit -0,5 Prozent auf fast unverändertem Niveau", so die Analyse.

Historische Ziffer: 7
Da auch die Inflation im "kommenden Jahr erneut deutlich unter dem Zielwert der EZB bleiben wird – wir rechnen für die Eurozone mit einem Wert von etwas mehr als einem Prozent – ist eine Anhebung des Hauptrefinanzierungssatzes 2021 ausgeschlossen. Aber auch nach einem möglichen Ende der Anleihekaufprogramme wird es noch lange dauern, bis die EZB den Mut und die Möglichkeit haben wird, an Zinserhöhungen zu denken. Wir erwarten, dass der Refinanzierungssatz bis mindestens Dezember 2022 auf dem aktuellen Niveau von null Prozent verharren wird.

Auch in den Vereinigten Staaten lässt sich ableiten, dass das Leitzinsniveau von 0,00 bis 0,25 Prozent bis Ende 2022 Bestand haben wird, da die konjunkturellen Rahmenbedingungen dies erfordern. Zudem hat die US-Notenbank ihre geldpolitische Reaktionsfunktion angepasst. Primäres Ziel ist nun Vollbeschäftigung, Preisstabilität rückt an die zweite Stelle. Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass die Leitzinsen in den USA noch für lange Zeit sehr niedrig bleiben. Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 hat es immerhin sieben Jahre gedauert bis es zur ersten Zinserhöhung kam."
© M.M.Warburg

Das Jahr 2020 war bekanntlich nichts für schwache Nerven. Die Aktienmärkte waren von historischen Tagesschwankungen und Turbulenzen geprägt, weniger risikoreiche Anlageklassen sind entsprechende nachgefragt, selbst wenn diese erhöhte Sicherheit vielleicht auch nur eine vermeintliche ist.

Vor diesem Hintergrund hat das Investmenthaus M.M. Warburg für das Jahr einen Ausblick auf Zinsen, Anleihen und Währungen im nächsten abgeliefert. Die Prognose geht als Voraussetzung davon aus, dass "es dank der voraussichtlichen Verfügbarkeit einiger Impfstoffe und einer nachhaltigen konjunkturellen Erholung an den Kapitalmärkten im nächsten Jahr weit weniger dramatisch zugehen sollte, aber die expansive Geldpolitik der Notenbanken und damit einhergehend das niedrige Zinsniveau werden bleiben."

Wie die M.M. Warburg-Szenarien für Staats- und Unternehmensanleihen, Inflation, Zinsen und Währungen im Detail aussehen, haben wir auszugsweise  in der oben angeführten Bildstrecke zusammengefasst. Zum Weiterlesen einfach in das Bild oben oder hier klicken. (hw)

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