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Mit Aktien vollgepumten Investoren droht ein Blutbad wie 2011/2012

Nach Einschätzung von sentix erinnert die derzeitige Marktlage an die Jahre 2011/2012, als Investoren von einer Krise am falschen Fuß erwischt wurden. Aus diesem Grund könnte es auch dieses Mal noch empfindliche Verluste bei Aktien geben.

Patrick Hussy, sentix
Patrick Hussy, sentix: "Stimmt die Diagnose, dass die Anleger förmlich „gelähmt“ sind und die Kursrückgänge aussitzen wollen, könnte es auch heuer nochmals heftig werden."
© sentix

Wenn sentix mit ihrer neuesten Markteinschätzung Recht behält, sollten Investoren bei Aktien lieber das Spielfeld verlassen und an die sichere Seitenlinie gehen. Laut sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy erinnert die aktuelle Situation an den Sommer 2011: Damals gingen über viele Monate die Konjunkturindikatoren und der Aktienmarkt getrennte Wege. Das Ganze entlud sich binnen weniger Handelstage in einen Sommercrash.

Schere zwischen Erwartungen und Lage war zu hoch
Auch in 2019 sei Hussy zufolge eine solche Schere aufgegangen – mehr denn je. Anleger setzen voll auf den Hilfsfaktor Notenbankgeld und vertrauen in die Kraft von Draghis und Powels Heilkräuter. "Doch die Wirtschaft schmiert weiter ab, die neuesten sentix Konjunktur-indikatoren von Anfang August zeigen sogar eine Beschleunigung im Abwärtsstrudel an – und das weltweit!", warnt Hussy.

Gerade die Lagewerte würden verdeutlichen, dass das Rezessionsgespenst direkt vor der Tür steht. Der Wert ist erstmals seit Februar 2015 wieder negativ, die Zukunftserwartungen geben mit -20 Punkten keine Entwarnung.

Im letzten Jahr haben eine Reihe von Volkswirten die Verschlechterung lediglich als „Stimmungskorrektur“ abgetan. Am aktuellen Rand will man die Verschlechterung nur am Produktionsgewerbe festmachen und spricht von einer „Rezession im verarbeitenden Gewerbe“.

"Der Dienstleistungssektor wird ausgeklammert, aus unserer Sicht ein großer Fehler! Wenn der sentix Konjunkturindex als frühester Frühindikator so stark fällt, bedeutet dies anhaltenden Druck auf alle weiteren Frühindikatoren. Es ist zu erwarten, dass die Konjunktursignale im August stärker nachgeben werden und der sentix-Vorgabe folgen, prognostiziert Hussy.

Wie stark das Gummiband von Konjunktur und Aktienmarkt gedehnt ist, zeigt folgender Vergleich der sentix Konjunkturerwartungen für Euroland der letzten zehn Jahre. Die Erwartungswerte erinnern an die Jahre 2012 und 2011, beides Perioden, die für die Aktienmärkte Stress bedeuteten.

Jahr 2019 (blaue Linie) erinnert an 2011 (grau) und 2012 (dunkelorange)

Euro Stoxx 50 Index lief 2019 gut, um nun abzuschmieren
Der Euro Stoxx 50 hat, indexiert auf Jahresultimo, zwischenzeitlich die beste Performance aller dargestellten Jahre hingelegt. "Dämmert es jetzt? Und wie reagieren die Anleger? Sie haben per Ende Juli sogar ihre Aktienquoten angehoben, die Institutionellen sind an ihre Benchmark herangerobbt. Wie in Schockstarre schauen sie nun dem Treiben der Börse zu, möchte man doch mit allen Mitteln vermeiden, wie Ende 2018 vorgeführt zu werden, indem man zur Unzeit die Aktien-Positionen verkauft", erklärt Hussy.

Antizyklisches Kaufsignal?
Die Stimmung für Aktien rauschte an diesem Wochenende laut sentix-Daten in den Keller, was normalerweise ein klassisches, antizyklisches Kaufsignal darstellt. Laut sentix stelle sich aber das Markttief oftmals zwei bis zehn Handelstage nach einem solchen negativen Stimmungsextrem ein. "Stimmt die Diagnose, dass die Anleger förmlich „gelähmt“ sind und die Kursrückgänge aussitzen wollen, könnte es auch heuer nochmals heftig werden. Der Sommer 2011 liefert wunderbares Anschauungsmaterial", schließt Hussy, mit Verweis auf nachfolgende Grafik. (aa)

Da Investoren noch stark engagiert sind, drohen weiter Kursverluste bei Aktien

Europäischen Aktien (blaue Linie) könnten weitere Kursverluste verzeichnen. Laut sentix droht ein Krisensommer wie 2011 oder 2012.

 

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