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Mietenbremse nun auch im hohen Norden: Blackstone ist der Buhmann

Dänemark plant Gesetzesänderungen, um Immobilieninvestoren zu stoppen, die Mieten nach oben zu treiben. Dabei hat die Mitte-Links-Regierung Unternehmen wie Blackstone Group im Visier. Blackstone wird zum Prügelknaben für Mega-Mieterhöhungen in Dänemark.

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Kopenhagen
© Sergii Figurnyi / stock.adobe.com

Die gegenwärtigen Gesetze seien Spekulationen von Unternehmen wie Blackstone nicht gewachsen, sagte Wohnungsbauminister Kaare Dybvad. „Blackstone ist berüchtigt dafür, Methoden zu nutzen, die wir zuvor im dänischen Wohnungsmarkt nicht gesehen haben“, sagte Dybvad in einem Bloomberg-Interview. Er befürchtet, dass die Mieten in Städten bereits ein Niveau erreicht hätten, das es Durchschnittsverdienern verunmögliche, in den größeren Städten zu leben. 

"Infame Investmentmodelle" von Blackstone & Co.
In Dänemark mit seiner Mitte-Links-Regierung spricht man von infamen Investmentmodellen, die es zu bekämpfen gelte. Der Wohnbauminister erwartet, dass das Parlament noch vor der Sommerpause ein entsprechendes Gesetz mit einer Mietpreisbremse beschließen wird. Man könne nicht dieselben Methoden in Kopenhagen wie in New York anwenden. Bis jetzt sei Dänemark ein Land gewesen, in dem man sehr leicht Geld mit Immobilieninvestments verdienen könnte, so der Minister weiter, aber es gebe eine Erwartung, dass die Investoren  langfristig denken. Es möge andere Länder geben, wo sich die Politik nicht in den Immobilienmarkt einmische, doch so funktioniere Dänemark nicht. 

Blackstone kontert
Blackstone hat in den letzten Jahren viel in Dänemarks Mietmarkt investiert und einen Passus im Gesetz genutzt, demzufolge der Grundstückseigentümer im Falle von Renovierungen die Mieten erhöhen dürfe. Blackstone konterte, man besitze nur 0,5 Prozent des Kopenhagener Mietmarktes. Zudem sei man ein Langfristinvestor und handle im Einklang mit dem Gesetz. Im Staatsradio sagte James Seppala, Head of Real Estate Europe bei Blackstone, dass man sich auf Immobilien fokussiere, die seit Jahrzehnten nicht mehr renoviert worden seien. Ziel sei es, seinen Kunden qualitativ hochwertigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Eine Gesetzesänderung werde Blackstone nicht davon abhalten, weiter in Renovierungen zu investieren.

Wertverlust zu erwarten
Dänemark überlegt in der Zwischenzeit, wie das Gesetz am besten zu ändern ist. Eine Variante wäre, jenen Passus zu kappen, der vorsieht,dass der Vermieter bei Renovierungen von mehr als 257.894 Dänen-Kronen (Gegenwert von 38.300 US-Dollar) die MIete substantiell anheben darf. Sollte dieser Weg gewählt werden, dann würde der Wert der Immobilieninvestments von Blackstone um bis zu 47 Prozent fallen. Mieter allerdings würden mit durchschnittlichen  Mieterhöhungen von 40 Prozent anstelle von im Schnitt 80 Prozent konfrontiert sein.

Schnelles Geld
Der Wohnbauminister sagte im Bloomberg-Interview, Blackstone habe eine Möglichkeit gesehen, Mieter aus ihren Wohnungen zu vertreiben, um zu höheren Renditen zu kommen. Diese Vorgangsweise kenne man in Dänemark nicht, dieses Verhalten fordere die Kultur des Vertrauens, die in Dänemark herrsche, heraus. Laut dem Angaben des dänischen Rundfunks gebe es Einzelfälle, in denen die Mieten um 400 Prozent hinaufgesetzt worden seien, nachdem Blackstone die Immobilie erworben habe. Den Kampf gegen die Gier der Unternehmen ("Corporate Greed") hat sich die sozialdemokratische Premierministerin Dänemarks, Mette Frederiksen, auf die Fahnen geschrieben. Ihr Wohnbauminister glaubt im Übrigen nicht, dass die geplanten gesetzlichen Maßnahmen internationale Immobilieninvestoren abschrecken werden. (kb)




 

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