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Michael Schoenhaut, JP Morgan: „Extrem schwieriges Umfeld“

Der Experte von JP Morgan AM arbeitet seit 22 Jahren im Bereich der Multi Asset-Lösungen. Im Interview erläutert er nicht nur die Herausforderungen, vor denen entsprechende Konzepte stehen. Er zeigt auch eine Reihe von Möglichkeiten auf, die einem Income-Manager aktuell noch bleiben.

Michael Schoenhaut, JP Morgan Asset Management
Michael Schoenhaut, JP Morgan Asset Management
© Christoph Hemmerich / Institutional Money

Michael Schoenhaut gilt als einer der Erfinder von sogenannten Income-Lösungen, die unter anderem ein Haus wie J.P. Morgan Asset Management anbietet. Dem Investor soll dabei ein regelmäßiger Ertrag zufließen, ohne dass sein Asset Manager dafür allzu große Risiken eingeht, geschweige denn Verluste in Kauf nehmen würde. Dass es in der aktuellen Marktverfassung nicht gerade einfach ist, diesem Anspruch zu entsprechen, kann jeder an den Renditezahlen ablesen, die für risikolose Assets derzeit in der Regel ein Minuszeichen tragen.

"Wir befinden uns inzwischen in einem extrem schwierigen Umfeld für einen Income-Ansatz, wie wir ihn verfolgen", erklärt Schoenhaut im Interview. "Nahezu alle traditionellen Income-Assetklassen wie Cash, Staatsanleihen, im Prinzip alles, was mit einem niedrigen Risiko behaftet ist, liefern uns einfach nicht die nötige Rendite, die wir für unsere Strategien benötigen." Von daher seien er und seine Kollegen darauf angewiesen, auf andere Segmente zurückzugreifen. "Wir haben entsprechend unser Anlageuniversum deutlich ausgeweitet, ohne dabei die für solche Strategien nötige Flexibilität in irgendeiner Weise aufs Spiel zu setzen.

Ein wenig Erleichterung bringe aktuell die Entspannung bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China, auch wenn das Problem an sich auch nach einer ersten Einigung keineswegs vom Tisch sei. Immerhin dürfe man damit rechnen, dass das Thema bis hin zu den US-Präsidentschaftswahlen eine eher untergeordnete Rolle spielen werde. "Das lässt zumindest etwas Raum für die zaghaft sprießenden Wachstumspflänzchen der Wirtschaft insbesondere in den USA", so Schoenhaut. Das Gespenst der Rezession, das zum Ende 2019 lange Zeit die Schlagzeilen beherrscht habe, sei zumindest fürs Erste vertrieben.

Chancen an den Aktienmärkten
"Das bringt die Chance mit sich, dass das produzierende Gewerbe, eine Branche, die am stärksten unter den Handelsstreitigkeiten gelitten hat, die Chance erhält, zu einer Art Rebound anzusetzen", zeigt sich Schoenhaut zuversichtlich für diesen Sektor. "Es ist daher unser Vorteil, dass wir mit unserem Konzept durchaus in der Lage sind, die Schwerpunkte unserer Investments je nach Erfordernis zu verlagern. Denn wir finden derzeit wieder durchaus interessante Anlagemöglichkeiten in Aktien sowohl in den USA und Europa, aber auch in Dividendenwerten der Emerging Markets." REITS und Infrastruktur seien zudem Bereiche, in denen sich für auf Income ausgerichtete Strategien kontinuierliche Erträge erzielen lassen. Auf der Anleihenseite sei das nur noch durch eine sehr viel stärkere Diversifikation möglich etwa in amerikanischen oder europäischen High-Yield-Investments oder Hypothekenanleihen.

"Das bedeutet natürlich auch ein etwas erhöhtes Risiko, das man als Fondsmanager für seine Anleger in Kauf nehmen muss", so Schoenhaut. "Aber wir werden sicher nicht unser eingegangenes Risiko ungebührlich hochtreiben, um die gesunkenen Renditen in liquiden Investments und Staatsanleihen zu bekämpfen, sondern versuchen, über eine noch intensivere Diversifikation die Verlustrisiken für unsere Anleger so gering wie möglich zu halten.“ (hh)


J.P. Morgan Asset Management ist einer der vielen, namhaften Sponsoren des 13. Institutional Money Kongresses (25. bis 26. März 2020 im Wiesbadener Congress  Center) und hält zum Thema Core Investments in der Real Assets-Welt einen Workshop.  Nähere Informationen sowie eine Anmeldemöglichkeit finden Sie nachfolgend.

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