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Michael McEachern, Muzinich: Wende bei Credits kommt näher

Für Michael McEachern, Head of Public Markets bei Muzinich & Co, nähert sich der Kreditzyklus der Schlussphase, die Zeichen am Kreditmarkt stehen auf Umkehr.

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Michael McEachern, Head of Public Markets bei Muzinich & Co
© Muzinich

„Die Wende an den Kreditmärkten kommt näher. Zumindest liefert die Kombination aus Makro- und Kreditereignissen in diesem Jahr ein deutliches Indiz dafür, dass der weltweite Kreditzyklus auf seine Schlussphase zusteuert", schreibt Michael McEachern, Head of Public Markets bei Muzinich & Co, in einer aktuellen Marktanalyse. Darüber hinaus erhöhten Abweichungen in der Steuer- und Geldpolitik sowie die sich wandelnde internationale Handelslandschaft das Downside-Risiko für Investoren.

USA geht langsam die Puste aus
In den Vereinigten Staaten haben zwar viele Unternehmen von Präsident Donald Trumps Steuerreform profitiert und auch die Binnennachfrage wurde so kurzfristig stimuliert. Doch eine fehlende Reaktion der Angebotsseite (langfristige Produktivität) verhindere, dass sich der Kreditzyklus in den USA fortsetzt.

Obwohl von vielen Unternehmen positive Wachstumsprognosen zu erwarten sind, könnte sich die US-Konjunktur 2020/2021 zudem spürbar abschwächen, da die positiven Effekte der Steuersenkungen abklingen dürften. Ferner könnten aggressive US-Handelszölle - insbesondere gegen China - 2019 auf der globalen Wirtschaft und insbesondere auf den USA selbst lasten.

Europa schwächelt weiter
In Europa sieht die wirtschaftliche Lage sogar noch etwas schwächer als in den Vereinigten Staaten aus. Das Wirtschaftswachstum dürfte sich in diesem Jahr auf unter zwei Prozent verringern. Der Haushalt sowie der Verschuldungspfad Italiens bereiten ebenfalls Sorge.

Zudem sind europäische Renditen niedrig und die Spread-Ausweitung, die während der ersten Jahreshälfte 2018 beobachtet wurde, würden laut McEachern Investoren nicht vollständig für die Risiken im Euroraum entschädigen. Die unbekannten Auswirkungen des Endes der ultralockeren Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) tragen ebenfalls zur allgemeinen Verunsicherung bei.

Aus Kreditperspektive seit McEachern zufolge alles in allem jedoch nicht mit negativen kreditspezifischen Ereignisrisiken zu rechnen. Die Anzahl der Defaults befindet sich auf einem historisch betrachtet sehr niedrigem Niveau, gleiches gilt für die Leverage Ratios. "Mit dem nahenden Zyklusende kommt nun allerdings auch eine psychologische Komponente ins Spiel, die wahrscheinlich zu einer steigenden Volatilität und zu Liquiditätsengpässen führen wird", merkt McEachern abschließend an. (aa)

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