Logo von Institutional Money
Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

M&G: Feiern Schwellenländeranleihen dieses Jahr ihr Comeback?

2022 könnte ein deutlich besseres Jahr für Schwellenländeranleihen werden, erklärt Claudia Calich von M&G Investments und führt dafür einige Argumente ins Feld.

Claudia Calich
Claudia Calich, M&G Investments
© M&G Investments

Staatsanleihen von Schwellenländern lieferten 2021 negative Renditen - insbesondere in lokalen Währungen, die unter dem Doppelschlag von Währungsabwertung und höheren Zinsen litten. Unternehmensanleihen schnitten besser ab, ungeachtet spezieller sektoraler Probleme, wie der Immobilienbranche in China. "Mehrere Faktoren, die 2021 für die schlechte Performance verantwortlich waren, werden sich 2022 eher nicht wiederholen. Einiges gibt es natürlich dennoch zu beachten", erklärt M&Gs Claudia Calich, Fondsmanagerin des M&G (Lux) Emerging Markets Bond Fund, in einem aktuellen Marktkommentar.

Inflation - die große Überraschung 2021
Eine Kombination aus nachfrageseitigem Aufschwung, fiskalischen Anreizen, angebotsseitigen Engpässen, Arbeitskräftemangel, Währungsabwertung in einigen Fällen und der sehr lockeren Geldpolitik der meisten Zentralbanken in der ersten Jahreshälfte führte zu Inflationsdruck, rekapituliert Calich. Asien schnitt ganz gut ab, die meisten anderen Länder nicht. "Im Gegensatz zu den Industrieländern könnte der Inflationsschock in den Schwellenländern allerdings eher vorübergehend sein", merkt Calich an und nennt folgende Gründe für diese These:

  • Die Politik der Schwellenländer hat deutlich präventiver reagiert. Viele Zentralbanken haben ihre Geldpolitik seit Mitte des Jahres gestrafft.
  • Der Spielraum für fiskalische Anreize ist sehr begrenzt, da der Schuldenstand seit 2020 in vielen Fällen rapide gestiegen ist. Weniger fiskalische Anreize entlasten die Geldpolitik bei der Inflationskontrolle.
  • Viele Volkswirtschaften haben sich noch nicht vollständig von der Rezession 2020 erholt und weisen eine negative Produktionslücke auf.
  • Basiseffekte werden die Inflationszahlen gegenüber dem Vorjahr tendenziell verringern. Es ist unwahrscheinlich, dass Rohstoffpreise wie Öl und bestimmte Lebensmittelpreise weiterhin mit der gleichen Geschwindigkeit steigen wie 2021.
  • Die Währungen der Schwellenländer könnten sich 2022 besser entwickeln.

Starker Dollar, schwache EM-Währungen
Die Erwartung einer strafferen Fed-Politik hat zur Outperformance des Dollars gegenüber Schwellenländerwährungen beigetragen. Tatsächlich werteten viele EM-Währungen gegenüber dem US-Dollar ab, obwohl ihre Zentralbanken die Geldpolitik strafften und sich die Leistungsbilanzeinnahmen verbesserten, z. B. aufgrund höherer Rohstoffpreise.

Irrglaube
"Es ist übrigens ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Schwellenländer-Anleihen schlecht abschneiden, wenn die Fed die Zinsen strafft. Tatsächlich neigen sie dazu, im Vorfeld an Wert zu verlieren, so dass sie sich zu dem Zeitpunkt, an dem die Fed agiert, relativ gut entwickeln", betont Calich.

Außerdem sind Calich zufolge die meisten Devisen der Schwellenländer heute grundsätzlich billiger und die Leistungsbilanzungleichgewichte weitaus geringer - in vielen Fällen weisen sie sogar einen Überschuss auf. Deshalb dürften die lokalen Märkte der Schwellenländer 2022 besser abschneiden, es sei denn, die Fed muss die Zinsen stärker anheben als vorgesehen, erklärt Calich.

Drohende Risiken
Wir sind Calich zufolge von einer Rezession wie 2020 trotz aller Entwicklungen aufgrund von Corona noch weit entfernt. Allerdings gibt es mehrere geopolitische Risiken: Russland gegen den Westen und die Ukraine sowie Spannungen zwischen den USA und China. Diese Ereignisse sind zwar unwahrscheinlich, hätten aber große Auswirkungen und sind nicht eingepreist.

Auch einige wichtige Wahlen, wie die des chinesischen Parteikongresses sowie die Zwischenwahlen in den USA stehen an. Die aus Marktsicht wichtigste Wahl in den Schwellenländern wird im 4. Quartal in Brasilien stattfinden. In der Türkei ist unklar, ob Erdogan vor 2023 vorgezogene Neuwahlen ansetzen wird.

Fundamentale Bewertung wieder attraktiv
Während die Stimmung gegenüber Schwellenländeranleihen vor einem Jahr noch zu optimistisch war, hat sie sich nun deutlich verändert. Die Bewertungen haben sich verbessert, insbesondere bei lokalen Schuldtiteln und ausgewählten Hochzinsanleihen. Die Renditenaufschläge für Investment-Grade-Anleihen bleiben dagegen teuer, räumt Calich ein.

Bemerkenswert sei, dass der CEMBI-Index für Unternehmensanleihen trotz des starken Ausverkaufs 2021 eine positive Rendite verzeichnete, was seine gut diversifizierte Zusammensetzung in Bezug auf Länder und Sektoren und sein durchschnittliches Kreditrating mit Investment Grade widerspiegelt.

Zu den Umstrukturierungen von Staatsschulden könnten Sri Lanka, El Salvador und Äthiopien gehören, aber keine ist systemisch genug, um eine Ansteckung zu verursachen, merkt Calich an.

Die Inflation macht M&G weniger Sorgen und so ist Calich und ihr Team selektiv optimistisch gegenüber Schwellenländerwährungen mit starken Auslandsbilanzen oder solchen, in denen die Inflation bald ihren Höhepunkt erreicht haben könnte. Hochzinsanleihen bevorzugt Calich gegenüber Investment Grade.

"2021 sahen wir Renditen von -30 Prozent für El Salvador und Äthiopien und sogar noch schlechtere Renditen im chinesischen Immobilienbereich. Aber notleidende Kredite können auch positiv überraschen, wie Sambia (+50%). Wir tendieren dazu, das Engagement vor Ort zu erhöhen und die High Yield-Komponente taktisch zu verwalten, indem wir eine Bottom-up-Länder- und Kreditauswahl vornehmen", erklärt Calich abschließend. (aa)

 

twitterlinkedInXING

News

Institutional Money Kontakt
Logo von Institutional Money
Institutional Money
c/o FONDS professionell Multimedia GmbH, Landstrasser Hauptstraße 67, EG/Hof, 1030 Wien

Telefon: +43 1 815 54 84-0
Fax: +43 1 815 54 84-18
E-Mail: office@institutional-money.com

Redaktion Köln:
Hohenzollernring 52
50672 Köln
Telefon: +49 221 33 77 81-0
Telefax: +49 221 33 77 81-19
 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren