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M&G: Drei Faktoren mit dem größten Einfluss auf die Rentenmärkte

Es ist die Zeit der Jahresausblicke – und für die Bondmärkte werden wohl (wieder) zahlreiche Kommentatoren das Platzen der Blase prognostizieren. M&G-Rentenchef Jim Leaviss sieht das anders...

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3. Unabhängige Zentralbanken
Als Anfang der 1980er-Jahre der Vorsitzende der US-Notenbank, Paul Volcker, erstmals die Leitzinssätze über die Inflationsrate anhob, entwickelte sich in den USA eine Kultur der Inflationsbekämpfung durch die Zentralbank. Von Neuseeland bis Großbritannien folgte die Welt diesem Beispiel, und auch die EZB verschrieb sich der Inflationsbekämpfung. Ohne Zweifel ist das anleihefreundliche Umfeld der vergangenen Jahrzehnte zu großen Teilen auf diese unabhängige Geldpolitik der Notenbanken zurückzuführen. Dazu kommen die Auswirkungen der verschiedenen Ankaufprogramme für Anleihen. Diese drückten nachweislich auf die Bondrenditen: Wissenschaftliche Studien belegen, dass die drei quantitativen Lockerungsrunden in den USA die Renditen von US-Staatsanleihen im Durchschnitt um etwa 70, 20 respektive zehn Basispunkte reduzierten. Im aktuellen Umfeld niedriger Inflation halte ich es für unwahrscheinlich, dass die Zentralbanken die von ihnen gekauften Anleihen bald wieder verkaufen werden. Manche Stimmen behaupten sogar, die Papiere würden bis zu ihrer Fälligkeit im Dunkel der Zentralbanktresore verbleiben.
© M&G Investments

"Vielleicht haben die 'Bondbären' ja in diesem Jahr recht, aber nach einer dreißigjährigen Phase von Verkaufsempfehlungen für Anleihen halte ich die Treffersicherheit ihrer Prognosen für fraglich", meint Jim Leaviss, Head of Fixed Interest für die Publikumsfonds von M&G. "Wer denkt, dass die Blase nun endlich platzt, muss auch glauben, dass alle starken Langzeittrends, die den Markt beeinflussen, mit einem Schlag enden. Andernfalls muss man wahrscheinlich warten, bis sich der Abwärtstrend von Renditen und Inflation endgültig dreht."

Leaviss glaubt demnach nicht, dass negative Realzinsen per se eine Fehlentwicklung darstellen. Seiner Ansicht nach werden sich – langfristig betrachtet – wahrscheinlich eher die überhöhten Renditen der 1980er-Jahre als Sonderfall herausstellen.

Welche großen Entwicklungen die Zinsmärkte nach Meinung des M&G-Rentenchefs auch weiter beeinflussen werden, finden Sie in unserer Fotostrecke oben. (mb)

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