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M&G: Auf den Privatmärkten fehlen die Standards

Für institutionelle Investoren, die auf der Suche nach Diversifizierung und potenziell hohen risikobereinigten Renditen sind, bieten sich auf den Private Markets enorme Möglichkeiten. Doch fehlt es an Standards, etwa in Bezug auf die Messung von Nachhaltigkeit.

William Nicoll, CIO Private & Alternative Assets bei M&G Investments
William Nicoll, CIO Private & Alternative Assets bei M&G Investments
© M&G Investments

"Generell fühlen sich institutionelle Investoren immer wohler mit privatem Fremdkapital, und Asset Manager werden immer besser darin, es ihnen in den gewünschten Formaten zur Verfügung zu stellen", sagt William Nicoll, CIO Private & Alternative Assets bei M&G Investments.

Das Wachstum auf den Private Markets fördert auch Innovationen
So gibt es neue private Fonds, die mit der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen Schritt halten. Das Catalyst-Team von M&G zum Beispiel suche nach Möglichkeiten, die nicht in die Standardkategorien Aktien, Anleihen oder Immobilien passen würden, so William Nicoll weiter. "Da sich die Banken aus bestimmten Bereichen zurückziehen, müssen Asset Manager in der Lage sein, zu übernehmen, und über die finanzielle Schlagkraft verfügen, um neue Ideen umsetzen zu können. Und einer der größten Trends, der sich sowohl an den Börsen als auch auf den privaten Märkten abzeichnet, ist eben die Zunahme von nachhaltigen und wirkungsorientierten Investitionslösungen.

An die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen gekoppelt Kreditverzinsungen 
Private Markets bieten Zugang zu Anlagen, die von der Kreditvergabe an kleinere Unternehmen, die sich auf ein engeres Spektrum von Aktivitäten konzentrieren, bis hin zur Finanzierung einzelner Projekte – wie dem Bau neuer Krankenhäuser oder Windparks – reichen. Auf dem Kreditmarkt werden inzwischen Darlehen mit Auflagen ausgegeben, bei denen sich der Betrag, den das Unternehmen zahlt, verringert, wenn es bestimmte Nachhaltigkeitsziele erreicht. Das hilft Vermögensverwaltern beim Aufbau von Portfolios, die Einfluss auf Verhaltensweisen nehmen wollen.

An Standards wird gearbeitet
Nicoll dazu: "Die Messung der Nachhaltigkeit ist jedoch weiterhin eine Herausforderung. Bei kleineren, privaten Unternehmen und Projekten ist es eigentlich in der Regel einfacher, Auswirkungen zu messen, als bei großen börsennotierten. Auf den Private Markets sind die Investitionszeiträume zudem meist länger, und das Engagement für die Unternehmen ist im Allgemeinen sehr hoch. Die enge, bilaterale Beziehung, die der Manager zu den Unternehmen oder Vermögenswerten hat, für die er Kredite vergibt, hilft dabei. Aber: Anleger und Aufsichtsbehörden verlangen immer mehr Informationen zu ESG-Aspekten. Auf den Börsen hat das Aufkommen einer kleinen Anzahl von ESG-Ratingagenturen dazu beigetragen, die Bewertungen zu standardisieren. Aber es gibt noch keine gleichwertige Benchmark für private Anlagen, eine weitere Standardisierung ist erforderlich. In der Zwischenzeit haben die Vermögensverwalter verschiedene Wege gefunden, um die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen und herauszufinden, wie "gut" Unternehmen dastehen."

M&G mit eigenem Programm zur C02-Berechnung bei Private Markets
So arbeitet M&G beispielsweise an einem Programm zur Berechnung von CO2-Emissionen für private Investments, für die direkt keine öffentlichen Informationen verfügbar sind. Dazu gehört die Sammlung öffentlich zugänglicher Daten, z. B. über die Höhe der Emissionen, die typischerweise von einem einzelnen Gebäude in einem bestimmten Gebiet freigesetzt werden.

Motivation für Firmen, CO2 einzusparen
"Wir verwenden diese Daten, um zu schätzen, wie viel CO2 in unseren Portfolios enthalten ist. Bei privaten Vermögenswerten werden die Schätzungen zwar nie hundertprozentig genau sein. Aber diese Daten bieten eine Grundlage für die Zusammenarbeit mit dem privaten Emittenten oder dem Unternehmen, dem wir ein Darlehen gewähren, mit dem Ziel, dessen Emissionen zu beeinflussen. Dieses Engagement veranlasst die Unternehmen oft dazu, sich selbst eingehender damit zu befassen. Wir können sie motivieren, mit dem Reporting und der Emissionsmessung zu beginnen, um sich auf eine CO2-ärmere Welt einzustellen. Wenn wir dies im privaten Bereich tun, wo Unternehmen nicht unbedingt von den Zwängen der großen Regierungen beeinflusst werden, hilft uns das, die generelle Diskussion auf eine breitere Basis zu stellen“, stellt Nicoll fest. (kb)

 

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