Logo von Institutional Money
| Märkte

MFS IM: Wiederholt sich bei Bonds der Bärenmarkt von 2022?

Ein leitender Analyst der Strategy and Insights Group von MFS Investment Management vergleicht angesichts derzeit wieder fallender Anleihenkurse die Ausgangslage am Rentenmarkt im Jahr 2022 mit jener von heute und erklärt, ob Anleihenanlegern weitere, hohe Verluste drohen.

© imageteam / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Heute ist nicht 2022 – zumindest nicht am Anleihemarkt
  • Das liegt an den mittlerweile höheren Kupons, die für niedrigere Durationsrisiken sorgen

„Viele Anleiheinvestoren fühlen sich derzeit an die Situation 2022 erinnert, als aggressive Zinserhöhungen zu heftigen Verlusten führten“, schreibt David Peterson, Lead Analyst bei der Strategy and Insights Group von MFS Investment Management, in einem aktuellen Kommentar. Peterson hält dagegen – dieses Mal sei die Lage besser beherrschbar.

Steigende Zinsen auf den wichtigsten Rentenmärkten
Seit Wochen sind Anleiheinvestoren in Sorge. Rund um den Globus ändern Zentralbanken ihre Geldpolitik, um die hartnäckige Inflation zu bekämpfen. Sowohl EZB als auch Fed haben mögliche weitere Zinserhöhungen signalisiert, und an den Terminmärkten werden derzeit jeweils drei Zinsschritte dies- und jenseits des Atlantiks bis Mitte 2027 eingepreist. In Großbritannien, Neuseeland und Kanada werden sogar noch mehr erwartet.

Als Anleiheinvestor fühlt man sich Peterson zufolge verständlicherweise an das Jahr 2022 erinnert, als eine aggressive Straffung zu einem der heftigsten Kursrückgänge bei festverzinslichen Wertpapieren in 40 Jahren führte: "Dieses Mal könnten sich die schrittweisen Zinserhöhungen allerdings als besser beherrschbar erweisen."

Wichtige Unterschiede zu 2022
Im besagten Jahr bewegten sich die Leitzinsen nahe Null und mussten drastisch angehoben werden, um Preissteigerungen von über acht Prozent in vielen Volkswirtschaften entgegenzuwirken. Heute liegt die Inflation zwar hartnäckig über den Zielwerten, ist aber deutlich niedriger als auf ihrem Höchststand. Die Märkte gehen deshalb von entsprechend weniger extremen Reaktionen der Notenbanken aus, meint Peterson.

Durationsrisiken aufgrund höherer Kupons mittlerweile niedriger
Anleiheinvestments verfügen zudem über mehr Spielraum. Die Renditen sind deutlich höher als zuvor, wodurch festverzinsliche Wertpapiere Zinserhöhungen besser abfedern können.

"Die Breakeven-Rendite – ein Maß dafür, um wie viel die Zinsen steigen müssten, um den Gesamtertrag eines Jahres zunichtezumachen – lag für den Bloomberg Global Aggregate Index Ende 2021 bei nur 18 Basispunkten. Heute beträgt sie fast 70 Basispunkte und bietet damit gewissermaßen Schutz für fast drei Zinserhöhungen", merkt Peterson an.

Attraktivere Bewertungen und Renditen locken Investoren
Auch die Bewertungen erscheinen laut Peterson attraktiv. Das aktuelle Renditeniveau des Bloomberg Global Aggregate Index von rund 4,25 Prozent signalisiert einen soliden Startpunkt. In den letzten 25 Jahren betrug der Medianwert der annualisierten Fünfjahresrendite 5,56 Prozent. "Aus unserer Sicht sprechen ein moderaterer Zinserhöhungszyklus, das höhere Ertragspolster und der günstige Einstiegszeitpunkt dafür, weiter in Festverzinsliche zu investieren", erklärt Peterson abschließend. (aa)

*(Quelle: Bloomberg. Aktuelle Daten vom 17. September 2026. Historische Daten vom 31. Januar 2000 bis zum 31. August 2026).

Diese Seite teilen

Weitere Inhalte aus der Redaktion