MFS IM: Warum von Private Credit kein Crash-Risiko ausgeht
Die Unruhe bei Private Credit verunsichert viele Anleger. Ein leitender Marktstratege von MFS Investment Management analysiert die indirekten Auswirkungen von Private Debt auf die Aktienmärkte und erklärt, warum das System stabiler ist als gedacht.

Eckpunkte:
- Auswirkungen auf Aktien sind eher indirekt über Bewertungen und Marktstimmung spürbar
- Strukturelle Barrieren bei Rücknahmen stabilisieren Portfolios und verhindern Notverkäufe
- Wachstumsaktien, insbesondere im Software-Sektor, stehen unter Neubewertungsdruck
“Die jüngsten Ereignisse am Private-Credit-Markt haben Fragen hinsichtlich möglicher Ausstrahlungseffekte auf die Aktienmärkte aufgeworfen“, sagt Ross Cartwright, Lead Strategist bei MFS Investment Management, gibt aber gleichzeitig Entwarnung: “Die Auswirkungen auf Aktien sind weitgehend indirekter Natur und wirken sich eher über Bewertungen, Wachstumserwartungen und die Marktstimmung aus als durch ein unmittelbares Bilanzrisiko“.
Schutz durch strukturelle Absicherungen
Dass das System stabil bleibt, liegt vor allem an den eingebauten Rücknahme-Begrenzungen von Anteilen. „Dies ermöglicht, Abflüsse über einen längeren Zeitraum zu steuern, anstatt Vermögenswerte zu Notverkaufspreisen veräußern zu müssen“, erklärt der Stratege
„Private-Credit-Strategien sind in der Regel gut besichert, wobei die Kreditgeber in der Kapitalstruktur vorrangig vor Aktien bedient werden“, erinnert Cartwright in seiner Analyse. Die Ausfallraten müssten massiv steigen, bevor Geschäftsbanken ernsthaft beeinträchtigt würden. Nach Einschätzung von Cartwright sind solche Bedingungen derzeit nicht erkennbar.
Neubewertung bei alternativen Asset Managern
Laut Cartwright sanken die Kurse börsennotierter Asset Manager, da Investoren das künftige Wachstum und die Gebührenstabilität der Private Markets neu bewerten. Geringere Zuflüsse und Rücknahmeforderungen von Privatanlegern haben die Perspektive verändert. „Diese Dynamik ist für wachstumsorientierte Aktiensegmente wie Software von Bedeutung, wo Bewertungen oft von privatem Kapital und einer fortwährenden Risikobereitschaft abhängen“, so Cartwright. Da sich die Erwartungen neu justieren, rücke die Nachhaltigkeit des Cashflows stärker in den Fokus der Investoren als die Verfügbarkeit zusätzlicher Finanzierungen.
Selektion ist entscheidend
„Die derzeitigen Spannungen bei Private Credit sind kein systemisches Aktienrisiko“, beruhigt Cartwright. Von größter Relevanz sei jetzt die richtige Auswahl: Qualität der zugrunde liegenden Vermögenswerte und Wachstum der Private Markets sind jetzt die entscheidenden Kriterien für die Bewertung. (da)

