MFS IM: Verliert Gold den Status als sicherer Hafen?
Ein bekannter Rentenexperte von MFS Investment Management hält wenig vom Gold als Hort der Sicherheit, warnt vor Preiskorrekturen und empfiehlt zum Hedging ausgewählte Rentenpapiere.

Der letzte Quartalsbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zeigt, dass Gold seine traditionelle Rolle als sicherer Hafen zunehmend verliert. Dieser Ansicht ist Benoit Anne, Anleihe-Experte bei MFS Investment Management. Obwohl der jüngste Anstieg der Goldpreise ursprünglich durch Anleger ausgelöst wurde, die Risiken absichern wollten, ist ein Großteil der Rally Benoit Anne zufolge auf Privatanleger zurückzuführen, die noch auf den Trend aufspringen. "Das sind Einzelpersonen, die von der Berichterstattung in den Medien beeinflusst werden und oft kurzfristige Preisschwankungen verstärken. Da diese Anleger stark in Goldfonds investiert haben, ist der Goldpreis in diesem Jahr bisher um mehr als 60 Prozent gestiegen."
Gleichzeitig haben Anleger auch Geld in US-Aktien gesteckt, die seit Jahresbeginn um rund 20 Prozent gestiegen sind. "Traditionell entwickelt sich Gold bei starken Aktienrallyes unterdurchschnittlich oder bewegt sich in die entgegengesetzte Richtung. Derzeit steigen jedoch sowohl Gold als auch Aktien gemeinsam – ein seltenes Ereignis in den letzten 50 Jahren", merkt Benoit Anne an.
Warnsignal?
Aus Sicht der BIZ sei der Anstieg der Gold- als auch der Aktienpreise ein Warnsignal, das auf eine mögliche starke Korrektur der Goldpreise hindeutet. Der Zeitpunkt und das Ausmaß bleibe jedoch ungewiss.
"Wir sind deshalb der Meinung, dass Anleger vorsichtig sein sollten, wenn sie Gold als Absicherung in Betracht ziehen. Stattdessen sollten diejenigen, die sich gegen Risiken wie Inflation, Schwankungen des US-Dollars oder einer KI- Spekulationsblase absichern möchten, Alternativen wie inflationsgeschützte Staatsanleihen, Bundesanleihen oder defensive Aktiensektoren in Betracht ziehen”, empfiehlt Benoit Anne abschlieend. (aa)

