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Metzler stellt Kapitalverkehrsbeschränkungen vs. China zur Diskussion

Die EU wird einen Handels- oder Zollkonflikt mit China nach Einschätzung von Metzler Asset Management kaum gewinnen können. Chefvolkswirt Edgar Walk bringt deshalb eine Steuerung der Kapitalströme als mögliche Antwort auf Chinas wachsende Exportdominanz ins Spiel.

Edgar Walk, Metzler Asset Management: "Die EU würde einen Handels- und Zollkonflikt mit China verlieren."
Edgar Walk, Metzler Asset Management: "Die EU würde einen Handels- und Zollkonflikt mit China verlieren."© Metzler Asset Management

Eckpunkte:

  • Metzler sieht Europa mit einem „China Shock 2.0“ konfrontiert
  • Hält Handels- und Zollmaßnahmen gegen China für wenig erfolgversprechend
  • Schlägt stattdessen Beschränkungen für chinesische Kapitalzuflüsse vor

Die europäische Industrie gerät nach Einschätzung von Edgar Walk, Chefvolkswirt von Metzler Asset Management, zunehmend unter Druck durch Chinas exportorientiertes Wirtschaftsmodell. Handels- und Zollkonflikte seien jedoch keine vielversprechende Antwort auf die Herausforderung.

„War Games zeigen, dass die EU einen Handels- und Zollkonflikt mit China verlieren würde“, schreibt Walk in seinem aktuellen Marktausblick. Als Alternative bringt er eine Kontrolle der Finanzströme ins Spiel. So könnte die EU chinesischen Akteuren beispielsweise nur noch erlauben, ihre in Europa erzielten Erlöse in Negativzinsanleihen der EU oder zu negativen Zinsen bei europäischen Banken anzulegen. Dadurch würden Exporte in die EU weniger attraktiv.

Alternativ könnten chinesische Unternehmen ihre Euro-Einnahmen in Yuan tauschen. Dies würde zu einer Aufwertung der chinesischen Währung gegenüber dem Euro beitragen und damit den Wettbewerbsvorteil chinesischer Exporteure schrittweise verringern.

Gefahr der Deindustrialisierung
Hintergrund der Überlegungen ist nach Ansicht von Walk ein „China Shock 2.0“. China exportiere inzwischen nicht mehr nur einfache Industriegüter, sondern zunehmend Autos, Batterien, Maschinen, Chemieprodukte, Solartechnik, Windkraftkomponenten und Halbleiter – also genau jene Branchen, die bislang zu den industriellen Kernkompetenzen Europas zählten.

Nach Einschätzung von Walk stellt die Entwicklung eine der größten industriepolitischen Herausforderungen für Europa dar. Der Metzler-Volkswirt verweist auf stark gestiegene chinesische Exportvolumina bei gleichzeitig vergleichsweise schwacher Importnachfrage. "Für Europa ist das gefährlich", warnt er. "Wenn Industrie verschwindet, gehen nicht nur Jobs verloren. Es verschwinden Zulieferer, Fachkräfte, Prozesswissen, Patente und regionale Innovationscluster." (dv)

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