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Metzler: Steigende Bankkredite sprechen für breiteren Aufschwung

Die Bankkreditvergabe beschleunigt sich weltweit – laut Metzler ein wichtiges Signal dafür, dass der bislang fast ausschließlich vom KI-Investitionsboom getragene globale Aufschwung zunehmend auf weitere Wirtschaftsbereiche übergreift.

Edgar Walk, Metzler Asset Management: "Die Investitionsausgaben der Unternehmen auch außerhalb des Technologiesektors scheinen langsam an Dynamik zu gewinnen."
Edgar Walk, Metzler Asset Management: "Die Investitionsausgaben der Unternehmen auch außerhalb des Technologiesektors scheinen langsam an Dynamik zu gewinnen."© Metzler Asset Management

Eckpunkte:

  • Bankkreditvergabe zieht weltweit wieder an
  • Metzler erwartet breitere Investitionsdynamik jenseits von KI
  • Europa dürfte von globalem Aufschwung zunehmend profitieren

Eine weltweit steigende Bankkreditvergabe könnte nach Einschätzung von Metzler Asset Management einen Wendepunkt für die Konjunktur markieren. Für Chefvolkswirt Edgar Walk ist sie ein Frühindikator dafür, dass Unternehmen ihre Investitionen zunehmend auch außerhalb des Technologiesektors ausweiten. Damit würde der globale Aufschwung auf ein breiteres Fundament gestellt.

Bislang sei die Entwicklung stark von den hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz geprägt gewesen. "Der Aufschwung der Weltwirtschaft war bisher extrem unbalanciert und komplett abhängig von KI-Investitionen", schreibt Walk. So seien die Unternehmensinvestitionen in Technologiegüter in den USA im ersten Quartal 2026 nominal um knapp 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen – der stärkste Zuwachs seit 1990. Außerhalb des Technologiesektors hätten die Unternehmensinvestitionen dagegen seit Anfang 2025 weitgehend stagniert.

Kreditvergabe zieht weltweit an
Inzwischen mehren sich nach Einschätzung des Ökonomen die Anzeichen für eine breitere Investitionsdynamik. Frühindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes der Investitionsgüterindustrie deuteten darauf hin, dass Unternehmen auch außerhalb des Technologiesektors wieder verstärkt investieren könnten. "Die Investitionsausgaben der Unternehmen auch außerhalb des Technologiesektors scheinen langsam an Dynamik zu gewinnen", so Walk.

Unterstützt werde diese Entwicklung durch die Kreditvergabe der Banken. In den USA habe sich deren Wachstum im Mai auf mehr als sieben Prozent beschleunigt, in Japan auf knapp sechs Prozent. Auch in der Eurozone sei die Kreditvergabe zuletzt um mehr als vier Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, wenngleich sie noch hinter den USA und Japan zurückliege.

Nach Einschätzung von Walk geht eine Belebung der Unternehmensinvestitionen in der Regel mit einer steigenden Kreditvergabe einher. Investitionen außerhalb des Technologiesektors hätten zudem einen höheren Beschäftigungseffekt als der Ausbau von KI-Infrastruktur. Bestätige sich der Trend in den kommenden Monaten, würde dies darauf hindeuten, dass der globale Aufschwung nicht länger ausschließlich vom KI-Investitionszyklus getragen wird.


Europa könnte aufholen
Für die Eurozone erwartet Walk ebenfalls eine schrittweise Verbesserung. Zwar hätten der Energiepreisschock und der vergleichsweise geringe Anteil an Hochtechnologieunternehmen das Wachstum zuletzt gebremst. Mit sinkenden Energiepreisen und einer breiteren globalen Investitionsdynamik dürfte jedoch auch Europas Wirtschaft nach und nach profitieren. Erste Hinweise darauf erwartet der Metzler-Chefvolkswirt bereits bei den kommenden Stimmungsindikatoren für die europäische Wirtschaft. (dv)

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