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Metzler AM: Zweiten Lockdown kann sich kein Land leisten

Eine neue Viruswelle rollt an und immer mehr Bürger fragen sich, ob es einen zweiten Lockdown geben wird. Für die europäischen Volkswirtschaften wäre das geradezu fatal, sagt Edgar Walk, Chefökonom von Metzler Asset Management.

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© Xaver Klaussner / stock.adobe.com

Die brütende Sommerhitze hat das Coronavirus nicht besiegt. Im Gegenteil: In vielen europäischen Ländern steigt die Zahl der Neuinfektionen sogar wieder. Die große Frage ist, wie Regierungen damit umgehen sollten. Für Edgar Walk, Chefvolkswirt von Metzler Asset Management, ist klar: Eine zweite Stillegung des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens ist keine Lösung. "Der umfassende Lockdown im März in vielen Ländern verursachte einen wirtschaftlichen Kollaps und brachte viele Unternehmen an den Rand des Konkurses. Vor diesem Hintergrund kann sich kein Land einen zweiten Lockdown leisten", warnt Walk.

Der Ökonom geht davon aus, dass viele Regierungen während der zweiten Viruswelle dem schwedischen Modell folgen werden. Die Schweden setzten im Frühjahr stärker als andere Länder auf Freiwilligkeit statt Vorschriften. In der Folge fiel die Industrieproduktion in dem nordischen Land nur um 17 Prozent – in Deutschland brach sie dagegen um ein Viertel ein. Auch der generelle Wachstumseinbruch fiel in Schweden nicht so drastisch aus wie in anderen Ländern Europas. Der Preis dafür war allerdings eine deutlich höhere Zahl an Todesfällen.

Kehrt die Inflation zurück?
Der Wirtschaftsaufschwung in Europa wird wohl trotz der anrollenden zweiten Corona-Welle intakt bleiben, schätzt Walk. Er dürfte allerdings an Dynamik verlieren, weil die Bevölkerung wieder vorsichtiger wird und mehr zu Hause bleibt. Bei dieser Prognose beruft sich der Metzler-Ökonom auf Beobachtungen aus den USA, wo das Virus nach wie vor weitgehend ungebremst wütet. Dort haben die Einzelhandelsumsätze im Juli bestenfalls stagniert.

In den Vereinigten Staaten hat zudem die Inflationserwartung wieder angezogen. Auch in der Eurozone zeigt der Inflationstrend nach oben. "Der Hintergrund könnte sein, dass sich in den USA und der Eurozone die Konsumausgaben viel schneller erholten als die Produktion", erklärt Walk. In beiden Regionen haben die Einzelhandelsumsätze im Juni das Vorkrisenniveau übertroffen, dank der umfangreichen Staatshilfen. (fp)

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