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Merkwürdiges Verhalten des US-Dollars bei FED-Leitzinssenkungen

Was liegt näher, als mit statistischen Methoden das Verhalten des Greenbacks zu untersuchen, wenn - so wie jetzt bald wieder - Zinssenkungen ins Haus stehen. Dabei zeigt der US-Dollar einen Kursverlauf, den man so nicht erwarten würde.

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Dimitri Speck
© Seasonax

Das deutsch-österreichische Fintech Seasonax mit seinem Gründer Dimitri Speck hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Thema der Saisonalität über alle Assetklassen und Zeithorizonte zu untersuchen. Aktuell rechnen viele Investoren und Analysten rechnen mit ersten Leitzinssenkungen, da die Anzeichen für eine konjunkturelle Abschwächung zunehmen. Speck geht daher der Frage nach, wie die FED die Währungskurse beeinflusst.

US-Dollar und Leitzinssenkungen - mit den Augen der Saisonalität betrachtet
Die Grafik zeigt den mittlerer Verlauf des US-Dollar-Index in den Zeitfenster von 140 Tagen vor und nach einer US-Leitzinssenkung. Insgesamt gab es in der Beobachtungsperiode von 1989 bis 2019 46 solche Ereignisse, wo die US-Leitzinsen zurückgenommen wurden. 

Quelle: Seasonax

Die horizontale Skala zeigt die Anzahl der Tage vor und nach dem Event, die vertikale den durchschnittlichen Verlauf in Prozent. In der Mitte des Charts orange markiert ist der Zeitpunkt der Leitzinssenkung. Er markiert erstaunlicherweise einen exakten Umkehrpunkt.

Punktgenau zur Leitzinssenkung erfolgt die Wende!
Auf einen Blick können Sie erkennen, dass der US-Dollar in den Monaten bis zu den Leitzinssenkungen im Mittel fiel. Punktgenau drehte der Kurs dann aber typischerweise. Er stieg dann für mehrere Monate, wie der Chart zeigt.

Wieso verhalten sich die Währungskurse so merkwürdig? 
"
Sie haben vielleicht erwartet, dass zusammen mit den Leitzinsen auch der Dollar fällt – schließlich wird die festverzinsliche Geldanlage in den USA unattraktiver. Tatsächlich wird der Kurs des Dollars aber ab der Leitzinssenkung fester", stellt Speck fest. "Ich möchte an dieser Stelle ich Ihnen den von mir favorisierten Grund für das merkwürdige Verhalten des Dollars nennen: Leitzinssenkungen sind relativ gut prognostizierbar. Viele Anleger dürfte daher bereits entsprechend positioniert sein und ihre Position dann zunehmend glattstellen, nachdem sie eingetreten sind – „Sell the rumor, buy the news“ sagt die Börsianerweisheit dazu."

Nutzen Sie die Berechenbarkeit der Fed
Sicher sind noch andere Erklärungsansätze möglich. So finden Leitzinssenkungen oft in einem krisenartigen Szenario statt. In einem solchen entsteht oft Nachfrage nach dem US-Dollar, aufgrund bestehender Kreditbeziehungen oder da er als „sicherer Hafen“ in Relation zu anderen Währungen gilt. Auch konjunkturelle Überlegungen könnten eine Rolle spielen, meint Speck. Aber: "Im Unterschied zu dem von mir favorisierten Grund „Sell the rumor, buy the news“ können solche Ansätze kaum erklären, wieso die Wende fast punktgenau zur Zinssenkung stattfindet. Dennoch können auch solche Gründe eine zusätzliche Rolle spielen".

Wie man einfach erstellte empirische Studien nutzen kann
In der Vergangenheit ließ sich die Berechenbarkeit der Fed im Sinne eines Contrarian Investment-Ansatzes nutzen. Doch Zinssenkungen finden nur gelegentlich statt. Als Investor benötigen Sie mehr Input. Speck dazu: "Zum Glück gibt es noch weitaus mehr Events und zyklische Faktoren, die auf die Kurse einwirken. Diese lassen sich leicht selbst auf https://app.seasonax.com/about oder mit der Seasonax-App in Bloomberg oder Thomson Reuters finden". So lassen sich sicher noch weitere, überraschende und nützliche Erkenntnisse gewinnen. (kb)

 

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