Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Ad

Low-Touch-Komprimierung

Der anhaltende Druck durch Verschuldungsquoten, Bestimmungen für G-SIBs und begrenzte betriebliche Ressourcen zwingt Banken dazu, nach zunehmend ausgeklügelten Komprimierungslösungen zu suchen.

Anzeige
| Märkte
twitterlinkedInXING

Mercer: Überbetriebliche Pensionskassen verlieren 2018 5,6 Prozent

Langfristig können Österreichs überbetriebliche Pensionskassen allerdings gute Erträge erzielen. In dieser Betrachtungsweise beweist sich die Risikotragfähigkeit des Systems der zweiten Säule.

plank_michaela_mercer_querformat_2017_bermittelt.jpg
Michaela Plank, Expertin für betriebliche Altersvorsorge bei Mercer Österreich
© Mercer IC

Die Gesamtperformance der überbetrieblichen Pensionskassen lag für das Jahr 2018 bei
-5,60 Prozent, 2017hatte sie 6,34 Prozent betragen.

Fünf verschiedene Anlagekategorien, drei verschiedene Sieger 
In einer aktuellen Analyse der überbetrieblichen Pensionskassen für das Jahr 2018 durch das Beratungsunternehmen Mercer belegte die BONUS Pensionskasse drei erste Plätze. Sie meisterte das schwierige Marktumfeld in folgenden Anlagekategorien am besten: "ausgewogen“ (-4,16 Prozent), „aktiv“ (-4,76 Prozent) sowie „dynamisch“ (-5,34 Prozent), der Kategorie mit dem höchsten Aktienanteil. Die VBV-Pensionskasse führt das Ranking in der „defensiven“ Kategorie mit -0,31 Prozent an, die ALLIANZ Pensionskasse in der „konservativen“ Kategorie mit -2,63 Prozent.

2018 war anlagetechnisch ein sehr schwieriges Jahr
"Es gab nur einige wenige Assetklassen, die einen positiven Renditebeitrag leisten konnten, z. B. Immobilien und Private Markets“, kommentiert Michaela Plank, Expertin für betriebliche Altersvorsorge bei Mercer Österreich. Der Unterschied in den Ergebnissen, speziell im vierten Quartal, ist den Absicherungen geschuldet, also Mechanismen im Portfolio, die allzu hohe Verluste vermeiden. Pensionskassen, die solche Finanzinstrumente eingesetzt haben, konnten das Ergebnis phasenweise etwas verbessern. Durch die Absicherungen senkt sich der Anteil der Aktieninvestitionen im Portfolio. Allerdings stieg die Relevanz von Aktieninvestitionen gerade zu Jahresbeginn 2019 wieder, weil sich die Märkte erneut gut entwickelt haben. „Die Pensionskassen sind es gewohnt, solche Volatilitäten am Markt, also Schwankungen, die immer wieder auftreten, zu steuern“, erläutert Plank. „Wie die langfristige Betrachtung zeigt, funktioniert das System über die Anlagezeiträume, die für die Altersvorsorge wichtig sind.“ 

Zu erwähnen ist noch, dass die Performance der Pensionskassen eine Stichtagsbetrachtung
ist. Aufgrund der Absicherungen bei einigen Kassen, verbunden mit Dachfondskonstruktionen und deren Bewertung an unterschiedlichen Handelstagen, kann es hier noch zu einer Korrektur der Ergebnisse kommen. 

Vorsorgekassen: geringerer Performancerückgang dank defensiver Ausrichtung 
Weitaus weniger negative Ergebnisse – geschuldet der rein defensiven Ausrichtung der Anlagen – können die Betrieblichen Vorsorgekassen 2018 vorweisen: fair-finance erzielte als bester Anbieter eine Performance von -0,68 Prozent. Auf den Rängen zwei und drei liegen NÖVK mit -1,25 Prozent sowie die ALLIANZ mit -1,59 Prozent. Im Durchschnitt aller Vorsorgekassen lag die Rendite bei -1,97 Prozent (2017: 2,15 Prozent). "Bei negativer Performance darf die Vorsorgekasse für das entsprechende Jahr keine Vermögensverwaltungskosten abziehen, sondern muss diese auf das nächste Jahr
vortragen“, so Plank. 

Langfristige Performance muss im Vordergrund stehen
Für den Aufbau einer adäquaten Zusatzvorsorge für die Pension spielen kurzfristige
Performancebetrachtungen eine eher untergeordnete Rolle. Portfolios werden über
Jahrzehnte aufgebaut, und hier zeigt sich eine deutlich positive Performance der
überbetrieblichen Pensionskassen. 

Fünf-Jahres-Analyse. VBV dreifacher Sieger in fünf Kategorien
Aus der Analyse ergibt sich folgendes Ranking für den 5-jährigen Zeitraum 2014 bis 2018:
Die VBV-Pensionskasse trug drei Siege davon, und die ALLIANZ Pensionskasse erzielte
zweimal die beste Performance. Die VBV-Pensionskasse in den Kategorien „defensiv“ (3,14
Prozent), „konservativ“ (3,10 Prozent) und „dynamisch“ (3,54 Prozent), die ALLIANZ bei
„ausgewogen“ (durchschnittliche Rendite pro Jahr 3,70 Prozent), und „aktiv“ (3,46 Prozent).

Pensionsanlagen sind kein Sprint, sondern ein Marathon 
Im langfristigen Vergleich der überbetrieblichen Pensionskassen über einen Zeitraum von
zehn Jahren ergibt sich folgendes Bild:

Kategorie „defensiv“BONUS 2,89 Prozent p.a.
Kategorie „konservativ“APK 4,05 Prozent p.a.
Kategorie „ausgewogen“ALLIANZ 

4,56 Prozent p.a.

Kategorie "aktiv"APK4,97 Prozent p.a.
Kategorie „dynamisch“VALIDA 4,86 Prozent p.a.

Im österreichischen Pensionskassensystem ist die Jahresperformance für bereits Pensionierte ein wichtigerer Faktor, weil sie im schlimmsten Fall zu Kürzungen der Auszahlung führen kann.
Allerdings lassen sich hier durch Sicherheitsmechanismen – bei angemessenen
Vertragsparametern – allzu hohe Kürzungen vermeiden. 

Rechnungszins entscheidender Anker 
"Wenn wir einen Pensionisten heranziehen, der 2008 in Pension gegangen ist, entwickelt
sich seine Pension mit einem marktüblichen Rechnungszins von 3,5 Prozent über einen
Zeitraum von zehn Jahren vorwiegend gleichbleibend. Grund für diese Entwicklung ist der
Rechnungszins in marktüblicher Höhe, mit dem die Schwankungsrückstellung bei Bedarf ausreichend dotiert werden kann. Entsprechend ist genug Puffer für die zwei negativen Jahre (2011 und 2018) vorhanden“, erläutert Plank. Für Neueintritte wurde der maximal erlaubte Rechnungszins 2016 per Gesetz auf 2,5 Prozent gesenkt.

Hohe Rechnungszinsen sorgen für rückläufige Pensionszahlungen
Wichtig für das System ist daher die marktgerechte Festlegung des Rechnungszinses.
Mercer-Expertin Plank: „Leider gibt es noch viele Verträge mit hohem Rechnungszins –
teilweise bis zu 6,5 Prozent. Die erforderliche Performance pro Jahr zu erwirtschaften, ist
unter den Kapitalmarktgegebenheiten unmöglich. Hier kommt es leider immer wieder zu
Pensionsanpassungen.“ (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren